Krienser verlieren in Thun mit 20:25

Nahe dran – und trotzdem nicht ganz dabei: Die Krienser Handballer schaffen es zwar, dem grossem Verletzungspech mit dem letzten Aufgebot zu trotzen und Leader Wacker Thun in dessen Halle zu fordern. Letztlich aber reichte die Kraft nicht ganz.

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Die Krienser fanden nicht genug Rezepte gegen die Thuner Abwehr. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Die Krienser fanden nicht genug Rezepte gegen die Thuner Abwehr. (Bild: Archiv / Neue LZ)

Der HCK verliert auch Spiel Nummer 7 gegen die Berner Oberländer mit 20:25 (10:14). Bestätigt aber die gute Leistung gegen Pfadi vor einer Woche. Es war angerichtet im Berner Oberland. Leader Wacker Thun hatte das Heimspiel gegen den HC Kriens-Luzern als Finalrundenauftakt vor eigenem Publikum zur grossen Kiste aufgemöbelt. Über 1'000 Zuschauer in der Lachenhalle erwarteten einen Sturmlauf der Einheimischen zur Wiederhgutmachung nach der Niederlage gegen St. Gallen vor Wochenfrist.

Und der Gast aus Kriens schien – zumindest auf dem Matchblatt – diesem Regieplan zu folgen. Gerade mal acht Feldspieler waren noch dabei nach der Verletzung von Kreisläufer Fabio Baviera von letzter Woche und den bekannten Ausfällen von Raemy und Båverud.

Fehlerserie in der Krienser-Offensive

Doch der HCK verkaufte seine Haut so teuer wie möglich. Mit einer guten Deckung legten die Innerschweizer die Basis, um dem Favoriten das Leben schwer zu machen. 20 Minuten blieb der HCK dran, muss aber stets dem Gastgeber den Vortritt lassen. Doch ein 6:7-Rückstand nach 19 Minuten liess Hoffnungen wachsen, an diesem Abend die Serie der bisher sechs Niederlagen gegen Wacker zu durchbrechen.

Dann aber wars eine Fehlerserie in der Offensive, welche eine ersten Verentscheidung brachte. Gleich sechs Mal in Serie scheiterten HCK-Spieler vor dem Thuner Tor. Statt auszugleichen, lagen die Zentralschweizer nach 25 Minuten plötzlich mit 7:11 im Hintertreffen. Eine schwere Hypothek für ein Team, das nach grossem Verletzungspech ohnehin schon auf dem Zahnfleisch läuft.

Und trotzdem machte das Team seine Sache auch in Halbzeit 2 gut. Zwar wuchs der Abstand auf 5 Tore an – dabei aber blieb es dann auch. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Innerschweizer trotz sich abzeichnender Niederlage nicht aufgaben, weiterhin an ihre Chance glaubten und sich für ein ehrenvolles Resultat einsetzten.

«Urner Thuner» glänzte mit viel Präsenz

So war die Niederlage am Schluss mit 20:25 «logisch und normal». Es wäre möglicherweise mehr drin gelegen – es hätte aber auch eine deutlich höhere Niederlage absetzen können. Dass ausgerechnet ein Innerschweizer in Diensten von Wacker Thun den Unterschied ausmachte, ist dabei in Spielen gegen Wacker Thun einmal mehr eine Randnotiz wert: Lukas von Deschwanden, der Urner in diesen Wackers, der auch schon beim HCK auf dem Matchblatt stand, glänzte mit viel Präsenz auf dem Platz, spielte eine sehr aktive Rolle und war am Schluss mit 8 Toren bester Spieler auf dem Platz.

Auf Seiten des HCK blieben die Bilanzen diesmal eher durchzogen. Einer aber fiel aus diesem Rahmen: Sven Hess. Der wirblige Mittelmann sorgte mit einer starken Leistung in der Schlussphase dafür, dass Wacker nicht davon ziehen konnte.

Mit der Niederlage in Thun musste man rechnen. «Passiert» ist denn auch im Kampf ums Finalrundenticket nichts. Wenn man davon ausgeht, dass Kadetten Schaffhausen heute sein Heimspiel gegen St. Otmar gewinnt. Denn weil der BSV Bern gegen Pfadi verlor, bleibt der HCK auf Rang 4, einen Punkt vor St. Otmar und deren drei vor dem BSV Bern. Damit kommt es am kommenden Samstag zum ersten grossen Showdown im Direktduell gegen St. Otmar. Dann werden die Zentralschweizer Handball-Fans gefordert sein, einer aufopfernd kämpfenden HCK-Mannschaft jene Energie zu geben, die es braucht, um das Direktduell für sich zu entscheiden!

Wacker Thun - HC Kriens-Luzern 20:25 (14:10)

Lachenhalle Thun, 1010 Zuschauer. SR Jergen/Zaugg

Spielverlauf: 1:0, 1:1, 3:1, 3:3, 5:5, 6:6, 9:6, 11:7, 12:8, 13:9, 14:10; 15:11, 16:12, 17:14, 18:15, 20:15, 22:16, 24:19, 25:20

Wacker Thun: Merz/Winkler; Linder (4/3), Dähler (1), Isailovic (3), Franic (1), Lanz (1), Caspar (1), Friedli (1), von Deschwanden (8), Chalkidis, Rathgeb (4), Hüsser, Studer (1).

HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert; Fellmann (2), Mühlebach (1), Willisch, Steiger (5), Jeremias, Hess (4), Stankovic (6/3), Baumgartner (2).

Bemerkungen: Kriens ohne Baviera, Raemy und Båverud (alle verletzt). Strafen Wacker 6, Kriens 3 x 2 Minuten, Siebenmeter: 37. Linder verschiesst Siebenmeter (15:12). 55. Schelbert hält Penalty von Linder (22:17)

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern