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Kritik lässt FCL-Coach Thomas Häberli kalt

Nach dem Minisieg in der Europa-League-Quali empfängt der FC Luzern heute (16.00) den FC Zürich.
Turi Bucher
FCL-Trainer Thomas Häberli: «Wir leben in einer Leistungskultur.» (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 25. Juli 2019))

FCL-Trainer Thomas Häberli: «Wir leben in einer Leistungskultur.» (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 25. Juli 2019))

«FCL-Häberli verzockt sich», stellt der Blick in seine Schlagzeile. «Trotz Sieg muss sich Trainer Häberli der Kritik stellen, absichtlich auf gute Spieler verzichtet zu haben», steht in dieser Zeitung nach dem mageren 1:0 im der Europa-League- Qualifikation gegen die fleissigen, aber limitierten Färöer-Fussballer von Klaksvik zu lesen. Den kritisierten Coach aber, den lassen diese Töne kalt. Er bleibt, wie es bei diesen heissen Temperaturen genau das Richtige ist, cool.

Schon vor dem Anpfiff des ersten europäischen Spiels für ihn als Coach hatte Thomas Häberli ins TV-Mikrofon gesagt: «Kann sein, dass es zur Halbzeit noch 0:0 steht. Da gilt es, ruhig zu bleiben.» Die FCL-Startformation spielte dann die erste Halbzeit dem Insider-Rufnamen seines Trainers «Häbi» gemäss doch irgendwie behäbig, ziemlich uninspiriert.

Rund 17 Stunden später meint Häberli also zur Kritik, die an seine Adresse gerichtet ist: «Ich muss mich dieser Kritik nicht stellen. Denn ich betrachte die Worte gar nicht als Kritik. Und ich habe auf Grund der aktuellen Konstellation die beste Elf aufgestellt.»

Die Zeiten der 11 Stammspieler sind vorbei

Häberli holt aus und erklärt überzeugt und auch überzeugend, dass die Zeiten, als ein Club mit elf Stammspielern in eine Saison gestartet ist, längst vorbei sind. «Ich weiss nicht, wo es das noch gibt, aber sicher nicht beim FCL.» Es könne schon sein, dass er ein Team, das die letzten Spiele 3:0 und 4:0 gewonnen habe, für die nächste Partie in seiner Aufstellung nicht oder nicht markant ändere, «aber wir leben in einer Leistungskultur, und ich war in St. Gallen mit den Auftritten von zwei Spielern nicht zufrieden.»

Häberli scheint nicht zu jenen Trainern zu zählen, die nach einer weniger guten Leistung vor die Mannschaft sprinten, auf den Tisch hauen und poltern. Er sagt: «Nach dem 2:0-Sieg in St. Gallen habe ich meinem Team gratuliert. Im Wissen, dass wir Luft nach oben haben. Ich versuche als Trainer, die Realität richtig einzuschätzen und meinen Spielern gegenüber Authentizität zu vermitteln.»

Glaubwürdig deshalb auch sein Vorausblick auf das Heimspiel gegen den FC Zürich. Häberli sagt: «Kann sein, dass der FCZ nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzend nach Luzern fährt. Aber wir lassen uns von der 0:4-Niederlage des FC Zürich gegen Lugano nicht blenden. Der FCZ war in der Startphase überlegen, am Schluss ist das ein richtiges Wahnsinnsresultat für die Zürcher.»

Gegen den FCZ Abschluss der englischen Woche

Häberli weiss auch, dass seine eigene Equipe sich am Ende dieser englischen Woche im Vergleich mit den Partien in St. Gallen und gegen Klaksvik steigern muss. Und trotzdem: «Wir können erneut schlecht spielen – wenn wir das Spiel gewinnen, geht das für mich in Ordnung.» Diese Saison sei, so der Cheftrainer, noch jung, und es gelte stets, sich diese Fragen zu stellen: «Wo stehen wir? Wo können wir uns verbessern?»

Das ist schon eine recht reizvolle Vision: Der FCL beendet die englische Woche mit drei insgesamt durchschnittlichen Leistungen, aber zugleich mit drei Siegen – was wird dann erst los sein, wenn der FC Luzern einmal seine Topform gefunden hat?

Warum Idriz Voca nicht gut geschlafen hat

Im Europa-League- Hinspiel hätte er in der zweiten Halbzeit mit seinen Weitschüssen beinahe für eine vorzeitige FCL-Führung gesorgt. Aber Indriz Vocas Versuche wurden erstens vom Klaksvik-Goalie entschärft und landeten zweitens am Pfosten. In der Nacht darauf schlief Voca (22) schlecht. Nicht wegen des Schusspechs, nicht wegen des dünnen Sieges, auch nicht der Hitze wegen. «Eigentlich schlafe ich generell nie gut, wenn ich am Vortag ein Spiel mit dem FCL hatte», meinte Voca. Vor dem Duell mit dem FCZ sagt der Kosovo-Nationalspieler: «Ich bin noch jung. Englische Wochen oder Hitze dürfen mir keine Probleme bereiten. Wir müssen im Spielaufbau konstruktiver agieren und weniger Torchancen auslassen.» (tbu.)

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