LÄnderspiel-Souvenir

Der Luzerner Hebi Baumann erinnert sich an ein Highlight seiner Karriere: «Mein Match gegen Diego Maradona»

FCL-Meisterspieler Herbert «Hebi» Baumann spielte 1990 mit der Schweizer Nati gegen Argentinien mit Maradona. Er sagt: «Diego war einzigartig, der Beste seiner Zeit.»

Herbert «Hebi» Baumann
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Herbert «Hebi» Baumann.

Herbert «Hebi» Baumann.


Bild: Boris Bürgisser (14. Oktober 2017)

Ich hatte das Glück, dass ich in meinen total 15 Länderspielen unter Uli Stielike gegen grosse Fussballnationen antreten durfte. Unter anderem spielte ich mit der Schweiz gegen Brasilien, dabei errangen wir beim 1:0 in Basel den ersten Sieg unseres Landes gegen den Rekordweltmeister. Ebenfalls sehr interessant waren die Vergleiche mit Italien, Spanien und Argentinien.

Bei der Partie am 8. Mai 1990 gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien im Wankdorf mit 22000 Zuschauern handelte es sich um ein Testspiel. Die Südamerikaner bereiteten sich in der Schweiz auf die WM 1990 in Italien vor. Der Rummel um Diego Maradona war bereits beim 1:1 in Bern enorm. Nach seinem Tod sind die Erinnerungen wieder hochgekommen. Ich habe eine Träne verdrückt, die Nachricht von Maradonas Hinschied hat mich wehmütig gemacht.

Als Andenken an den Match gegen Maradona habe ich ein Bild; er und ich im Zweikampf. Es liegt zwar in einer Fotokiste wie alle anderen Fussballbilder, aber es ist eine schöne Erinnerung an den besten Spieler seiner Ära. Ich finde, die Vergleiche mit Pelé hinken. Der Brasilianer gilt für viele als der Beste aller Zeiten, im Unterschied zu Maradona, der einmal Weltmeister wurde, gewann Pelé den WM-Pokal gleich drei Mal. Wie auch immer: Diego war einzigartig, seine Präsenz riesig. Wenn ich jetzt Filmaufnahmen von früher sehe, dann stechen seine Aura und sein Spirit ins Auge.

Ein Kollege hat mir vor ungefähr einem Jahr ein Video in voller Länge auf Youtube von unserem Länderspiel gegen Argentinien geschickt. Ich habe gestaunt, dass ich gegen Maradona gar nicht schlecht ausgesehen habe. Überlaufen oder gar ausgetrickst habe ich den damals überragenden Spieler der Welt aber nicht. Ich war ja ein Defensivspezialist...

Nach dem Match sind wir nicht mehr an Maradona herangekommen. Er wurde abgeschirmt und sein Trikot hatte sich die Boulevardzeitung «Blick» gesichert. Mein Trost war das Leibchen des zweitbesten Argentiniers, Jorge Burruchaga. Der hatte 1986 in Mexiko im Final gegen Deutschland den 3:2-Siegtreffer geschossen. Den Steilpass dazu hatte ihm natürlich Maradona serviert.

Der Littauer Herbert «Hebi» Baumann (56) spielte von 1984 bis 1998 für den FC Luzern, wo der Aussenverteidiger unter Friedel Rausch 1989 den bisher einzigen Meistertitel des Klubs feierte und 1992 den Cupsieg. Zwischen 1989 und 1991 absolvierte er 15 Länderspiele für die Schweiz.

Das Bilddokument zeigt: Der damalige FCL-Profi Hebi Baumann (Nummer 3) im Dress der Schweizer Nationalmannschaft gegen den argentinischen Weltmeister von 1986, Diego Maradona.

Das Bilddokument zeigt: Der damalige FCL-Profi Hebi Baumann (Nummer 3) im Dress der Schweizer Nationalmannschaft gegen den argentinischen Weltmeister von 1986, Diego Maradona.

Bild: PD (Bern, 8. Mai 1990)