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LANDHOCKEY: Perfektionistin mit Charme und Spielraum

Nora Murer zählt zu den besten Spielerinnen unseres Landes. Das Drehbuch ihrer Karriere beschert der 27-jährigen Luzernerin einen ganz besonders spektakulären Start ins neue Jahr 2018.
Roland Bucher
Die Sporttasche ist gepackt, das WM-Abenteuer kann für die Luzernerin Nora Murer beginnen. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 2. Februar 2018))

Die Sporttasche ist gepackt, das WM-Abenteuer kann für die Luzernerin Nora Murer beginnen. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 2. Februar 2018))

Roland Bucher

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Es schwingt viel Begeisterung und – höchst zu Recht – auch ein bisschen Stolz mit, wenn Nora Murer von ihrer Reise nach Berlin spricht, die sie gestern angetreten hat. Dort nämlich, in Deutschlands Metropole, finden die Weltmeisterschaften der Hockeyanerinnen statt. Das Schweizer Team, mit seiner rasanten Annäherung an die Weltspitze für viele Komplimente sorgend, qualifizierte sich für dieses Stelldichein der weltweiten Topteams vor drei Wochen an den Europameisterschaften in Prag, wo die Equipe erstmals in der A-Gruppe mittun durfte und mit einem 6. Rang erneut positiv überraschte. «Wir haben», staunt Nora Murer, «sogar einen Sieg gegen den vormaligen Titelträger Holland gelandet. Und das war der letzte Beweis, dass wir den Anschluss an die Besten geschafft haben.»

Das gute Abschneiden an der EM und nun dieser absolute Karriere-Höhepunkt in Berlin fahren bei der Luzernerin emotional tüchtig ein. Sie, die schon mit 20 Jahren nach Ohio ausgezogen war, um den Duft der grossen weiten (Hockey-)Welt kennen zu lernen, sie, die auch bei Saba Roma eine Saison lang im Solde gestanden hatte, sagt ohne Umschweife: «Was ich jetzt erlebe, das hätte ich nie zu träumen gewagt. Dieser Januar und Februar sind die intensivsten beiden Monate in meiner Laufbahn.»

«Irgendwann packen wir Wettingen»

Von der spielerischen, athletischen und taktischen Reife, welche sich Nora Murer in den intensiven Trainingslektionen mit dem Nationalteam aneignet, profitiert selbstredend auch der Luzerner Sport-Club, ihr Stammverein, dem sie nach ihrem Abstecher nach Italien 2016 erneut die Treue schwor. «In diesen beiden Jahren seit ihrer Rückkehr hat Nora unglaubliche Fortschritte erzielt», lobt Bruno Affentranger, der LSC-Präsident, der seine wertvollste Spielerin als «sehr sozial und ausgleichend» beschreibt, womit sie sich «als wichtiges Bindeglied zwischen den ganz Jungen und den erfahrenen Spielerinnen im Team profiliert» habe. Es sei bemerkenswert, dass sie im Herbst ihrer Karriere, wie Nora Murer ihre persönliche sportliche Momentaufnahme umschreibt, nach wie vor nichts anderes im Sinne habe, als an ihren Schwächen zu feilen und sich nicht in die Komfortzone der Stärkebereiche zu begeben. Kleines Beispiel gefällig: Mathias Schaeben, ihr junger, umtriebiger Vereinstrainer, brachte der athletisch überragenden Stürmerin eine neue Stockhaltung bei, mit der hohe Schüsse noch präziser möglich sind.

Diese stocktechnische Weiterbildung demonstrierte Nora Murer, die begeisterte Allround-Sportlerin mit besonderer Affinität zu langen, anforderungsreichen Skitouren, auch vorletztes Wochenende an den nationalen Titelkämpfen in Olten. Dort war sie die herausragende Akteurin des LSC, erzielte auch den wichtigen Treffer im Halbfinal gegen den Basler HC. «Dass wir wie eigentlich immer das Finalspiel gegen Wettingen mit 1:3 verloren haben, hat mich geärgert», gesteht die durchschlagskräftige Angreiferin, «aber das Fazit war eindeutig: Wir Luzernerinnen werden immer besser. Und eines verspreche ich: Irgendwann werden wir Wettingen bezwingen!»

Auch ein Schwenker ist mal erlaubt

Nora Murer, dank langen Studienjahren in den USA und einem Master-Jahr in Lugano auch beruflich als Kommunikationsberaterin auf dem Weg zu einer spannenden Kaderposition, entdeckte – nahe an der früheren LSC-Heimstätte auf der Hubelmatt aufgewachsen – schon mit neun Jahren ihre Passion fürs Hockey. Ihre Begabung für das feine Handling mit dem Krummstock rückte sie schon früh ins Rampenlicht für höhere Aufgaben. «Der LSC, das ist eine grosse Familie», berichtet sie von ihren ersten Erfahrungen als Jung-Hockeyanerin, «die Reisen am Wochenende an die Turniere waren für ein junges Mädchen natürlich etwas Wunderbares.» Spätestens, als die ersten Aufgebote für die nationale Juniorinnen-Auswahl eintrafen, breitete sich bei Nora Murer der Hockey-Virus definitiv aus.

Und jetzt, staunt Nora Murer, «jetzt darf ich dabei sein, wenn sich die weltbesten Spielerinnen in Berlin begegnen. Das ist der schönste Lohn, den ich als Sportlerin empfangen darf.» Der Lohn für Fleiss, Ausdauer, Beharrlichkeit. «Wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe», betont sie, «dann ziehe ich das unbeirrbar durch.» Nora Murer also, die Perfektionistin. «Nein», erwidert die Luzernerin, «ich gehe meinen Weg zwar konsequent.» Aber ein Schielblick, ein spontaner Schwenker nach links und rechts sei auch mal erlaubt. Also: Nora Murer, eine Perfektionistin mit viel Charme und einigem Spielraum in der optimalen Interpretation ihres Ehrgeizes.

In Berlin indes wird sie von ihrem Weg keinen Zoll abweichen: geradeaus aufs gegnerische Tor. «Ich freue mich einfach wahnsinnig auf diese WM.»

Nora Murer

Geboren: 29. Mai 1990
Wohnort: Luzern
Grösse:171 Zentimeter
Gewicht:60 Kilogramm
Ausbildung:MSC in Kommunikation Betriebswirtschaft
Verein:Luzerner SC
Position: Stürmerin
Stationen: 1999–2010 Luzerner SC; 2010–2014 Ohio State University; 2015/2016: San Saba Roma: ab 2016 Luzerner SC
Erfolge: 2018:6. Rang EM mit der Schweiz. – 2010 (USA): Big Ten Champion Field Hockey:Semifinalist, NCAA Final Tour – 3-mal 2. Schweizer Meisterschaft mit dem Luzerner SC
Hobbys:Landhockey, Skifahren, Skitouren, Konzerte, Reisen, Wandern, Kochen
Musik: Meine Schallplattensammlung

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