Langlauf

Der Eigenthaler Cyril Fähndrich hat die Weltcup-Premiere im Visier

Trotz einer nicht optimal verlaufenen Vorbereitung sieht der Luzerner Langläufer Cyril Fähndrich (21) dem Winter optimistisch entgegen.

Urs Hanhart
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Eine der grössten Schweizer Langlauf-Hoffnungen: Cyril Fähndrich.

Eine der grössten Schweizer Langlauf-Hoffnungen: Cyril Fähndrich.

Bild: Urs Steger (Goms, 1. Dezember 2019)

Am Samstag und Sonntag werden in Ulrichen die ersten Continentalcup-Wettkämpfe im Langlauf ausgetragen. Auf dem Programm stehen im Goms ein Freistilsprint und ein Skatingrennen über 15 km. Am Start sein wird dort auch der Luzerner Cyril Fähndrich, der im vergangenen Winter an der U23-WM in Oberwiesenthal sowohl im Skatingsprint als auch über 15 Kilometer klassisch den 17. Platz belegt hatte. Zudem holte er sich vier Top-20-Ergebnisse im Continentalcup und landete in der Gesamtwertung des Swiss-Cups auf dem zweiten Platz. Der Swiss-Ski-B-Kader-Athlet gehört zu den hoffnungsvollsten Jungcracks im Schweizer Lager.

Seinem Saisoneinstieg sieht der 21-jährige Eigenthaler optimistisch entgegen – trotz einer nicht ganz wunschgemäss verlaufenen Vorbereitung. Er sagt:

«Ich habe die Spitzensport-RS absolviert und konnte unter meinem neuen Trainer so viel trainieren wie noch nie. Anfang Juli zog ich mir allerdings in einem Trainingslager eine Wadenbeinfraktur zu, was einen Dämpfer darstellte. Ich musste vier Wochen einen Gips tragen und zwei Wochen an Krücken laufen.»

Fähndrich machte das Beste aus dieser Situation. Er arbeitete während dieser Zeit gezielt an der Ausmerzung seiner Schwächen und investierte unter anderem viel Zeit in die Verbesserung seiner Kraft im Oberkörper. «Abgesehen von einigen Umwegen war es alles in allem dennoch eine sehr gute Vorbereitung, weil ich den Umfang steigern konnte», so der Junioren-WM-Dritte von 2019 über 30 km klassisch. Fähndrich absolvierte viele lange Ausdauereinheiten von bis zu vier Stunden. Ausserdem streute er kurze Intervalle ein und arbeitete gezielt an der Verbesserung seiner Technik.

Die U23-WM als Saisonhighlight

Cyril Fähndrich, der seit dem letzten Frühling voll auf die Karte Sport setzt, steigt voller Tatendrang in den Winter. Zu seiner aktuellen Verfassung sagt er: «Ich war kürzlich in einem Trainingslager und bin momentan daran, mich noch etwas zu erholen. Mit meinem Abschneiden in den Testrennen bin ich ganz zufrieden.» Der ausgebildete Kaufmann ist inzwischen aus dem Luzernischen nach Davos umgezogen und trainiert hauptsächlich dort.

Der Athlet vom Skiclub Horw hat sich gleich zwei Hauptsaisonziele gesetzt: «Einerseits möchte ich mir einen Startplatz beim Heim-Weltcup in Davos erkämpfen und damit mein Début auf der höchsten Stufe geben. Und andererseits will ich mich erneut für die U23-WM qualifizieren.» Letztere wird 2021 im finnischen Vuokatti ausgetragen. Fähndrich möchte seine beiden 17. Ränge aus dem Vorjahr möglichst toppen und strebt im Hohen Norden ein Top-Ten-Ergebnis an. Bisher galt der 1,82 m grosse und 77 kg schwere Athlet als Klassischspezialist. In dieser Disziplin war er konstanter und erfolgreicher. «Mittlerweile habe ich mich aber im Skating verbessert. Ich glaube, dass mir ein Leistungssprung gelungen ist», sagt Fähndrich, der von den Distanzen her sehr vielseitig ist. Er kann sowohl im Sprint als auch über lange Strecken gute Resultate herauslaufen. Seine bevorzugten Wettkämpfe sind jedoch die Massenstartrennen, weil er dort seine Fähigkeiten am besten ausspielen kann.

In den Fussstapfen der Schwester

Mittel- und längerfristig möchte Cyril Fähndrich den Sprung in den Weltcup schaffen. Damit eifert er seiner um vier Jahre älteren Schwester Nadine Fähndrich nach, die sich zur besten Schweizer Langläuferin entwickelt hat und schon mehrfach aufs Weltcuppodest gelaufen ist. «Wir trainieren ab und zu gemeinsam. Durch meine Verletzung hat sich allerdings in der Vorbereitung nur selten eine Gelegenheit ergeben», erzählt Cyril Fähndrich. Und er fügt noch an: «Ein grosser Vorteil ist, dass wir uns gegenseitig Tipps geben können. Wir profitieren sehr stark voneinander. Ich natürlich etwas mehr von Nadine, weil sie mehr Erfahrung gesammelt hat.»