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Die SCL Tigers und die Launen von Trainer Heinz Ehlers

Die SCL Tigers können aus der starken letztjährigen Eishockey-Saison Vertrauen schöpfen. Das entspannt offensichtlich auch den Langnauer Trainer Heinz Ehlers.
Klaus Zaugg
Langnau-Trainer Heinz Ehlers: Knurrig oder milde?

Langnau-Trainer Heinz Ehlers: Knurrig oder milde?

Nach einem Sieg ist Langnaus Trainer Heinz Ehlers (53) – ein schlitzohriger Psychologe – in der Regel grantig und knurrt, er habe vieles gesehen, was viel besser werden müsse. Wohlwissend, dass er seinen Spielern den Kopf nicht zu gross machen darf. Nach einer Niederlage ist er hingegen fast immer milde gestimmt und rühmt, er habe viel Positives gesehen. Wohlwissend, dass solcher Trost das Selbstvertrauen seines Personals wieder aufrichtet.

Nun ist am vergangenen Samstag etwas Aussergewöhnliches passiert. Nach einem überzeugenden, erstaunlichen 5:2 im letzten Vorbereitungsspiel gegen die mächtigen ZSC Lions war er bester Laune. Wahrlich, ein gutes Zeichen. Es scheint nicht mehr nötig zu sein, die Spieler zur Bescheidenheit zu ermahnen. Jeder scheint im vierten Jahr unter Heinz Ehlers zu wissen, wie der Hase läuft.

Tatsächlich scheint die «Igel-Hase-Formel» wieder zu funktionieren. Die Langnauer haben letzte Saison Platz 6 mit einer Mannschaft erreicht, die bloss etwas mehr als die Hälfte so viel kostet wie das Ensemble der Zuger. Mehr als 400 000 Franken brutto kosten nur zwei Schweizer Spieler.

Die Erfolgsformel ist die taktische Schlauheit und Disziplin. Wie in der Fabel vom Hasen und dem Igel – der Igel ist immer schon dort, wo der schnellere Hase erst hinkommt – machen die Langnauer dem Gegner die Räume eng und nützen ihrerseits jeden freien Zentimeter Eis zum schnellen Gegenstoss.

Über vier Linien noch nie so gut besetzt

Die Voraussetzungen für eine erneute Playoff-Qualifikation sind formidabel. Die Mannschaft ist durch geschickte und kostengünstige Transfers ausgeglichener. Noch nie seit dem Wiederaufstieg von 2015 waren die SCL Tigers über vier Linien so gut besetzt. Letzte Saison musste Heinz Ehlers oft seine zwei besten Stürmer – den Finnen Harri Pesonen und den Kanadier Chris DiDomenico – in einer Linie zusammenfassen. Nun hat er in den Vorbereitungspartien oft vier ausländische Stürmer auf vier Linien verteilt (gesetzt sind Harri Pesonen, Chris DiDomenico, Robbie Earl und Aaron Gagnon – Ben Maxwell ist die Nummer 5 ). Ehlers sagt, dass er dies auch in der Meisterschaft probieren wolle. So werde jede Linie besser.

Inzwischen ist die Ausgeglichenheit sogar so gross, dass zwei offensive Zauberkünstler von defensiven Aufgaben weitgehend entlastet werden: Alexei Dostoinov (39) und Chris DiDomenico (30). Aber trotz grösserer Ausgeglichenheit bleibt die starke Abhängigkeit von den ausländischen Stürmern. Die SCL Tigers stehen defensiv auf solidem Playoff-Grund, zumal sie auf der Torhüterposition mit Ivars Punnenovs (25) und Damiano Ciaccio (30) ausgeglichener besetzt sind als der SCB, die Lakers, Ambri, Lugano, Servette und Davos. Aber offensiv stehen sie nach wie vor auf ziemlich dünnem Eis: letzte Saison waren sie bei den erzielten Toren nur die Nummer 8 und im Powerplay die Nummer 7 der Liga.

Es wird so sein, dass die Emmentaler auch nominell klar besseren Gegnern wie Zug das Leben sehr schwer machen werden. Die Frage ist, ob sie offensiv gut genug sind, um in Spielen, in denen der Puck nicht ihren Weg gehen will, die Entscheidung erzwingen zu können. Wenn Heinz Ehlers nach Siegen weiterhin gut gelaunt sein sollte, dann wissen wir ohne auf die Tabelle zu schauen, dass die Langnauer auf Playoffkurs segeln.

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