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Latte, Pfosten und grosse Gefühle bei EVZ-Stürmer Lino Martschini

Bei der Zuger 2:3-Niederlage nach Penaltyschiessen gegen Biel ist der frisch gebackene Vater Lino Martschini der tragische Held.
Sven Aregger
Lino Martschini hatte gegen Biel für einmal kein Abschlussglück. Bild: Andy Mueller/Freshfocus (Zug, 5. Oktober 2019)

Lino Martschini hatte gegen Biel für einmal kein Abschlussglück. Bild: Andy Mueller/Freshfocus (Zug, 5. Oktober 2019)

Lino Martschini versuchte es immer wieder, er wirbelte und schoss, wie man es von ihm gewohnt ist. Aber die Scheibe wollte einfach nicht ins Tor. «Zweimal traf ich die Latte, einmal den Pfosten. Unglaublich», sagte der Zuger Flügel später. «Ich probierte, positiv zu bleiben und nicht frustriert zu sein.» Aber auch im Penaltyschiessen hatte er kein Glück, er scheiterte mit seinen zwei Versuchen.

So war Martschini, der zum besten Zuger Spieler gewählt wurde, der tragische Held in dieser Partie, die der EVZ mit 2:3 nach Penaltyschiessen gegen den EHC Biel verlor. Der Stürmer stand sinnbildlich für vielen verpassten Chancen der Zentralschweizer, die das aktivere und spielbestimmende Team waren, aber zu verschwenderisch mit ihren Möglichkeiten umgingen. Trainer Dan Tangnes resümierte folgerichtig: «Wenn wir unsere Leistung betrachten, hätten wir dieses Spiel gewinnen sollen.»

Goalie Hiller spielt gross auf

Doch vor allem ein Mann hatte etwas dagegen: Jonas Hiller. Biels Torhüter lief zur Höchstform auf und parierte mehrfach mirakulös, was Tangnes zu dieser knappen Aussage veranlasste: «Chapeau!» Hiller ist ja auf Abschiedstournee, der frühere NHL-Goalie hat sein Karriereende angekündigt. In seiner letzten Saison will er es nach zwei Halbfinal-Teilnahmen mit Biel nochmals wissen. Er ist nur einer von mehreren interessanten Namen in der Mannschaft des Tabellenzweiten. Der gegenwärtig verletzte Damien Brunner, Center Luca Cunti, der talentierte Verteidiger Yannick Rathgeb, der mit seinen zwei verwandelten Penaltys zum Matchwinner avancierte, und die starken Ausländer machen den EHC Biel zu einem Titelkandidaten.

Gegen den EV Zug überzeugten die Seeländer mit Effizienz, sie bestraften Nachlässigkeiten des Heimteams. So nutze Toni Rajala einen haarsträubenden Fehlpass des Zuger Stürmers Jérôme Bachofner zum 2:2 aus. «Wir gaben die Scheibe zu einfach weg. Aber wird haben nicht deswegen verloren», sagte Trainer Tangnes. «Wir hätten fünf oder sechs Tore schiessen können, dann würde niemand über die Fehler reden.» Gerade im Powerplay, eigentlich eine Zuger Stärke, haperte es. Aus acht kleinen Strafen konnte der EVZ nur einmal Kapital schlagen. Tangnes war mit seiner Mannschaft dennoch zufrieden. «Wir finden mehr Konstanz. Nur haben wir uns heute für eine gute Darbietung nicht belohnt.»

Bei den Martschinis sind alle wohlauf

Und Lino Martschini? Trotz seines Abschlusspechs wird der 26-Jährige die Woche in bester Erinnerung behalten. Am vergangenen Mittwoch ist er erstmals Vater geworden, das Mädchen heisst Riley. Bei Ehefrau Cynthia hatten am Dienstag die Wehen eingesetzt, so dass Lino Martschini kurz vor Schluss der Partie gegen Genf (5:1) nach Hause und dann ins Spital eilte. Es sollte schliesslich noch etwas mehr 24 Stunden dauern, bis das Kind auf die Welt kam, was Martschini mit einer «Achterbahnfahrt der Gefühle» umschrieb. Der Flügel sagte: «Die ersten beiden Nächte habe ich nicht viel geschlafen. Aber ich bin froh, sind Kind und Mutter gesund. Die vergangenen Tage werden uns als Familie ein Leben lang prägen.»

Martschinis vergebene Chancen gegen Biel werden hingegen schon bald vergessen sein. Und es ist davon auszugehen, dass der EVZ-Goalgetter künftig wieder ins Tor trifft, nicht nur ans Gehäuse.

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