Streit zwischen OK und Verband eskaliert: Swiss-Ski lässt Lauberhornrennen aus Weltcup-Kalender streichen

Der Streit zwischen dem OK der Lauberhornrennen in Wengen und der Swiss-Ski-Führung hat die nächste Eskalationsstufe erreicht. Der nationale Skiverband beantragt, dass der Klassiker im Berner Oberland ab der Saison 2021/22 aus dem Weltcup-Kalender gestrichen wird.

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(sda) Für den kommenden Winter ist der Kalender hingegen schon definitiv vom FIS-Vorstand abgesegnet und kann das wichtigste und bekannteste Skirennen der Schweiz nicht mehr aus dem Programm gekippt werden. Was danach passiert, liegt ebenfalls in den Händen des FIS-Vorstands.

Seit Anfang Jahr ist der Zwist öffentlich bekannt. In diesem seit 2016 schwelenden Disput geht es insbesondere um die Einnahmen aus nationalen und internationalen Fernsehrechten und um deren Abgeltung von Seiten Swiss-Ski gegenüber den Organisatoren in Wengen. Diese erhoffen sich mehr Geld, weshalb man den Sportgerichtshof CAS anrief. Dessen nicht öffentliches Zwischenurteil folgte bereits vor zwei Monaten, doch die zwei streitenden Parteien haben seither keine Einigung gefunden und kommunizieren vorwiegend über Anwälte.

Näpflin: «Ein Affront und eine Frechheit»

Sicher ist, dass das CAS die Berner Oberländer Organisatoren wie auch Swiss-Ski in die Pflicht nahm, sich doch nochmals gemeinsam an einen Tisch zu setzen und als langjährige Partner zum Wohle des Anlasses und des Sports eine gütliche Einigung auszuarbeiten. In einer Medienmitteilung lässt das Wengener OK nun wissen, dass aus seiner Sicht «mit etwas gutem Willen eine einvernehmliche Lösung möglich wäre». Gleichzeitig beklagt das OK um Präsident Urs Näpflin aber eine fehlende «materielle Reaktion von Swiss-Ski» in den letzten zwei Monaten.

Die nun erfolgte Streichung im Rennkalender ab übernächstem Winter wird bei Swiss-Ski wohl eher als eine Formalität angesehen, da man sich schliesslich mit den Wengenern im immer intensiveren Clinch befindet. Urs Näpflin hingegen empfindet diesen Akt als «Affront und Frechheit». «Wir sind gesprächsbereit, doch Swiss-Ski weigert sich, sich mit uns an den Tisch zu setzen und den Zwischenentscheid zu besprechen und eine Lösung zu finden.»

Swiss-Ski sprach in seiner Stellungnahme von «seit einiger Zeit bestehenden Meinungsverschiedenheiten» und davon, dass Swiss-Ski «die vom OK in Wengen gestellten finanziellen Forderungen nicht erfüllen» könne. Weil es sich um ein laufendes Verfahren vor dem CAS handle, will und kann die Verbandsführung diesbezüglich keine weiteren Auskünfte erteilen. Beim Entscheid, Wengen aus dem längerfristigen Rennkalender des Weltverbands zu nehmen, gehe es darum, «die Risiken zu minimieren», so Swiss-Ski.

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