LAUSANNE: Saubere russische Leichtathleten sollen in Rio starten dürfen

Russlands Leichtathleten wollen gegen die Sperre bei den Olympischen Spielen juristisch vorgehen und Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einlegen.

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IOC-Präsident Thomas Bach. (Bild: EPA/Laurent Gillieron)

IOC-Präsident Thomas Bach. (Bild: EPA/Laurent Gillieron)

Nachweislich saubere russische Leichtathleten dürfen in Rio de Janeiro unter ihrer Landesflagge starten, wie das IOC mitteilte. Damit erlauben sie den Athleten des russischen Verbandes, der wegen schwerer Doping-Vergehen durch den Weltverband IAAF aktuell suspendiert ist, die Teilnahme. Allerdings nur unter besonderen Auflagen. Sie müssen ausserhalb des nicht funktionierenden Anti-Doping-Systems ihres Landes getestet worden sein oder werden. Die IAAF hatte vorgeschlagen, dass saubere Athleten aus Russland unter einer neutralen Flagge starten sollten.

Russland hat in einer ersten Reaktion den IOC-Entscheid begrüsst. «Russland ist für eine Teilnahme sauberer Athleten bereit, alle Bedingungen des Internationalen Olympischen Komitees einzuhalten. Wir werden alles machen, was das IOC uns sagt», meinte Sportminister Witali Mutko der Agentur Tass zufolge am Dienstag in Moskau.

Moskaus NOK-Chef Schukow bekräftigte, dass Russland die Olympischen Spiele im August in Rio de Janeiro nicht boykottieren werde. Unter dem Titel «Was habe ich damit zu tun?» wandten sich unterdessen saubere russische Sportler in einem Video gegen eine Sperre für Olympia 2016.

Russland zieht vor den CAS

Gegen die Sperre bei den Olympischen Spielen wollen Russlands Leichtathleten juristisch vorgehen und Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) einlegen.

Der Einspruch werde im Namen aller Athleten eingereicht, «die noch nie gegen die Anti-Doping-Regeln verstossen haben», sagte der Chef des russischen Olympia-Komitees, Alexander Schukow, am Dienstag beim IOC-Gipfel in Lausanne.

Der russische Leichtathletikverband werde die Interessen und Rechte aller Athleten schützen, die unschuldig seien und keine verbotenen Substanzen eingenommen hätten, sagte Schukow. Er hoffe, dass das Sportgericht einen objektiven, fairen und gerechten Entscheid treffe.

Das IOC und seine Mitgliedsorganisationen stellten sich noch einmal hinter den Entscheid des Leichtathletik-Weltverbands IAAF, wie IOC-Präsident Thomas Bach am Dienstag nach einem Spitzentreffen des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne mitteilte. Zudem wurden auf dem Gipfel die Sportverbände aufgefordert, gegen in Doping-Fälle verwickelte Trainer, Offizielle und Ärzte vorzugehen wie gegen betroffene Sportler.

sda