Ski nordisch

Die Obwaldner Langläuferin Lea Fischer setzt ein Ausrufezeichen in Dresden

Bei ihrem ersten Auslandeinsatz im Weltcup erfüllt die 22-jährige Engelbergerin die Erwartungen.

Roland Bösch
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Leistungen wie in Dresden stimmen Lea Fischer zuversichtlich für die U23-WM im Februar.

Leistungen wie in Dresden stimmen Lea Fischer zuversichtlich für die U23-WM im Februar.

Federico Modica/Freshfocus

Nadine Fähndrich hat am Wochenende in Dresden Langlaufgeschichte geschrieben. Zwei Weltcup-Siege innerhalb von 24 Stunden glückte zuvor noch keiner Schweizer Langläuferin. Die 25-jährige Luzernerin führte damit ein Innerschweizer Trio an, das am Ufer der Elbe für Ausrufezeichen sorgte. Der Giswiler Janik Riebli zog erstmals bei einem Weltcup-Sprint in die Halbfinals ein. Der Einzug in den Final blieb dem 22-Jährigen um nur 9 Hundertstel verwehrt. Dennoch meinte er: «Dieser 9.Schlussrang nehme ich sofort.» Am Sonntag im Team-Sprint klassierte sich der B-Kaderathlet zusammen mit Valerio Grond auf dem 10. Rang.

Viel Freude bereitete in Dresden auch Lea Fischer. Die 22-jährige Engelbergerin verdiente sich mit dem Einzug in die Viertelfinals beim Weltcup Davos den ersten Weltcup-Einsatz im Ausland. Beim Sprint am Samstag reichte es der B-Kaderathletin um 48 Hundertstel nicht für die Finalläufe der 30Besten. «Auf der ersten Runde erwischte mich eine Windböe, so verlor ich über die Welle den Schwung», bilanziert sie. Noch vor einem Jahr hätte Fischer in einer solchen Situation mit sich gehadert. Am Samstagabend richtete die Obwaldnerin den Blick auf den Teamsprint-Einsatz mit Alina Meier. Souverän schaffte das Duo den Einzug in den Final und sorgte mit dem 6. Schlussrang ergänzend zum Sieg von Nadine Fähndrich und Laurien van der Graaff für ein aussergewöhnliches Teamergebnis.

Einen grossen Schritt vorwärtsgemacht

«Es ist toll, mit Nadine und Laurien zwei grosse Vorbilder im Schweizer Team zu haben», stellt Fischer fest. Sie selber zeigte im Finallauf, über was für ein Potenzial sie physisch und mental verfügt. Auf der dritten Runde verwickelte die russische Athletin Fischer in einen Sturz, der viel Substanz kostete. Anstatt innerlich aufzugeben, realisierte Fischer noch drei Runden Bestzeiten und arbeitete sich mit Meier wieder vom 10. auf den 6. Rang vor. Fischer beweist in diesen Tagen, dass sie einen wichtigen Schritt vorwärtsgemacht hat. Sie sagt: «Der Sommer 2020 war aus sportlicher Sicht einer der Besten in meiner Karriere. Ich konnte konstant auf hohem Niveau trainieren.» Fischer, die in Norwegen ein Bewegungswissenschaftsstudium absolviert, konnte auf eine Art sogar von der Pandemie-Situation profitieren. «Die Vorlesungen fanden fast alle online statt, so reduzierte sich die Reisezeit innerhalb von Trondheim auf ein Minimum. Ich konnte im Sommer sogar etwas länger in der Schweiz verweilen.» Auch das Examen kurz vor den Weltcup-Rennen in Davos konnte Fischer in diesem Jahr online absolvieren. «Vor einem Jahr musste ich für vier Stunden extra nach Engelberg reisen, wo ich diese Prüfung verdankenswerterweise an der Sportschule absolvieren konnte.»

Leistungen wie in Dresden geben Lea Fischer Zuversicht im Hinblick auf die U23-Weltmeisterschaften Anfang Februar 2021 in Finnland. Zuvor darf sie wie Janik Riebli ihr Können auch bei der Eröffnung der Tour de Ski am Neujahrstag in Val Müstair zeigen.