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LEICHTATHLETIK: Auftritt auf der Weltbühne

Tadesse Abraham startet heute (15.15 Uhr, Eurosport) am New York Marathon. Der Schweizer Rekordhalter will zeigen, dass er seinen Rückschlag vom Frühling überwunden hat.
Jörg Greb
Die Präsentation vor dem Start: Tadesse Abraham und der Nottwiler Marcel Hug, der Favorit bei den Rollstuhlfahrern. (Bild: Richard Drew/AP (New York, 3. November 2017))

Die Präsentation vor dem Start: Tadesse Abraham und der Nottwiler Marcel Hug, der Favorit bei den Rollstuhlfahrern. (Bild: Richard Drew/AP (New York, 3. November 2017))

Jörg Greb

sport@luzernerzeitung.ch

New York ist für Tadesse Abraham etwas Neues – und etwas Spezielles. Noch nie ist der 35-Jährige am Big Apple gewesen, geschweige denn gelaufen. Den New York Marathon, den grössten und bedeutendsten Marathon der Welt, verfolgte er bisher lediglich am Fernseher. Nun aber gehört er dazu, zählt zu den Protagonisten bei der Veranstaltung mit der weltweiten Ausstrahlung. Der Mann aus Genf im Dress des LC Uster will im hochkarätigen Feld zeigen, wozu er fähig ist. «Ich fühle mich sehr gut, die Form stimmt. Ich bin gespannt, was ich zeigen kann», sagt der Schweizer.

Der New York Marathon ist für Abraham der erste grosse Auftritt auf der Weltbühne des Marathonlaufs neben dem Olympiarennen 2016 in Rio de Janeiro. Zwar bestritt er 2010 den Berlin Marathon, doch tat er dies als Asylant, kaum beachtet und ohne bemerkenswertes Palmarès. Mit der persönlichen Bestleistung von 2:09:24 Stunden belegte er Position 7.

Seit 2014 ist der gebürtige Eritreer im Besitz des Schweizer Passes. Letztes Jahr lief er in Seoul neuen Schweizer Rekord (2:06:40), errang den Europameistertitel im Halbmarathon und belegte bei den Olympischen Spielen in Rio den glänzenden siebten Schlussrang.

Vorbereitung in Äthiopien

Abraham wollte sich bereits diesen Frühling beim London Marathon als einer der Grossen profilieren. Eine Stressfraktur machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Vorbereitet hat sich Tadesse Abraham wie schon vor den Olympischen Spielen im Hochland von Äthiopien. Zweieinhalb Monate dauerte die Periode. Um ein einfaches, fokussiertes, ablenkungsarmes Leben fernab von Frau und Sohn handelte es sich – mit Tagwache um 4.30 Uhr, täglich zwei Trainingseinheiten mit leistungsstarken Athleten und kaum anderen Inhalten als Laufen, Trainieren, Essen und Schlafen. Er sagt: «Hier hatte ich einmal mehr alles, was ich mir als Marathonläufer wünsche: gute Trainingspartner, die leistungsfördernde Höhenlage sowie ein wunderschönes, abwechslungsreiches Laufgebiet.»

Nach der Verletzungspause handelte es sich vorerst um ein vorsichtiges Herantasten. Zuletzt entsprachen Qualität und Quantität beinahe dem früheren Standard. «Mein Körper hat sehr gut auf die neuen Trainingsreize reagiert», sagt Tadesse Abraham, der sich körperlich und mental bereit fühlt – bereit, um Grosses zu leisten.

Am Dienstagabend bestieg er in Addis Abeba das Flugzeug nach New York. Die letzten Tage der Vorbereitung verbrachte er im Mekka des Marathonlaufes. Am Freitag reisten seine Frau und sein Sohn von Genf her kommend nach. Ein sehnlichst erwartetes Treffen, denn während der Vorbereitungsphase hat er seine Familie nur während seines Kurzaufenthaltes beim Greifenseelauf Mitte September gesehen.

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