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LEICHTATHLETIK: Der Aufwärtstrend hält an

Die Schweizer Athleten waren an der WM in London so erfolgreich wie seit Jahren nicht mehr. Vor allem im europäischen Vergleich schneiden sie gut ab. Das macht Hoffnung für die EM im kommenden Jahr.
Raya Badraun, London
Sie platzierten sich an der WM in der Weltspitze: die 4 x 100-m-Staffel mit Mujinga Kambundji, Salome Kora, Sarah Atcho (oben, von links) klassierte sich im Final auf dem fünften Rang. Lea Sprunger wurde Fünfte über 400 m Hürden, Kariem Hussein belegte Rang 8. (Bilder: Jean-Christophe Bott/Keystone)

Sie platzierten sich an der WM in der Weltspitze: die 4 x 100-m-Staffel mit Mujinga Kambundji, Salome Kora, Sarah Atcho (oben, von links) klassierte sich im Final auf dem fünften Rang. Lea Sprunger wurde Fünfte über 400 m Hürden, Kariem Hussein belegte Rang 8. (Bilder: Jean-Christophe Bott/Keystone)

Raya Badraun, London

Gestern kämpften die Athleten im ausverkauften Olympiastadion von London zum letzten Mal um WM-Medaillen. Der krönende Abschluss aus Schweizer Sicht war jedoch bereits am Samstag erfolgt. Im Final erreichte die 4x100-m-Staffel den starken 5. Rang. Ajla Del Ponte, Sarah Atcho, Mujinga Kambundji und Salomé Kora liefen nur eine Hundertstel­sekunde über ihrem Schweizer Rekord, den sie am gleichen Tag im Vorlauf aufgestellt hatten. Dabei liessen sie auch Nationen wie die Niederlande, Frankreich oder Brasilien hinter sich. «Wir sind überwältigt», sagte Schlussläuferin Kora kurz nach dem Wettkampf. Für die Frauenstaffel war es der erste Final überhaupt an einem internationalen Grossanlass. An den Olympischen Spielen in Rio vor einem Jahr mussten die Schweizerinnen noch mit dem 12. Rang vorliebnehmen.

Ihr Aufstieg in die Weltelite ist sinnbildlich für die Schweizer Leichtathletik, die seit der EM in Zürich vor drei Jahren einen Aufwärtstrend erlebt. Früher hing der Erfolg eines Grossanlasses von einzelnen Athleten wie etwa Marathonläufer Viktor Röthlin ab. «Nun haben wir ein halbes Dutzend Athleten, die auf Weltniveau mitkämpfen können», sagt Peter Haas, Chef Leistungssport bei Swiss Athletics.

Nicht nur Sprunger sticht heraus

Das zeigen die Zahlen eindrücklich. An der WM 2013 in Moskau sicherte sich die Schweiz insgesamt vier Top-16-Plätze, 2015 in Peking waren es sieben, in London sind es nun zwölf. Doch nicht nur die Breite stimmt. Einzelne Athleten konnten sich ganz ­vorne in der Weltelite platzieren. Die Westschweizerin Lea Sprunger wurde über 400 m Hürden Fünfte, der Ostschweizer Kariem Hussein erreichte ebenfalls den Final und belegte schliesslich den 8. Rang. Und die Berner Sprinterin Kambundji steuerte neben dem starken Staffelergebnis auch über 100 und 200 m einen Top-10-Platz bei.

Auch die jungen Athleten überzeugten mit starken Leistungen. Besonders gefreut hat sich Haas über die erst 19-jährige Luzernerin Géraldine Ruckstuhl, die im Siebenkampf den 11. Rang erreichte. «Es war toll zu sehen, wie ­diese junge Athletin an ihrem vierten grossen Anlass in diesem Jahr ein so ­gutes Ergebnis erzielen und vorne dabei sein konnte», so der Leistungssportchef.

Dank der vorhandenen Breite kann der Schweizer Verband auch Ausfälle besser verkraften. So verpasste etwa Steepleläuferin Fabienne Schlumpf den Final, auch von Stabhochspringerin Nicole Büchler wurde im Vorfeld mehr erwartet. Zudem hoffte 800-m-Läuferin ­Selina Büchel auf ihren ersten Finalplatz an einer Weltmeisterschaft.

Kora: «Wir haben noch grosse Träume»

Die nächste Chance kommt jedoch bald. Im kommenden Jahr findet in Berlin die EM statt. Vor einem Jahr sicherte sich die Schweiz in Amsterdam fünf Medaillen. Nach den Titelkämpfen in London ist Peter Haas zuversichtlich, dass die Schweiz diesen Erfolg wiederholen kann. Im europäischen Vergleich schnitten die Schweizer in London stark ab. Kambundji zum Beispiel ist über 100 m die Nummer zwei, die Staffel belegt hinter Grossbritannien und Deutschland den dritten Rang. «Das macht Lust auf nächstes Jahr», sagt die Sprinterin Kora. «Wir haben noch grosse Träume und sind motiviert, diese zu erreichen.»

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