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LEICHTATHLETIK: Die Anekdoten des «Marathon Man»

Der Luzerner Marathon findet am Sonntag zum 10. Mal statt. Der Rückblick auf eine Dekade mit eindrücklichen Highlights und amüsanten Pannen.
Turi Bucher
2012: Die Läufer kämpfen sich – bisher zum einzigen Mal – durchs Schneegestöber. (Bild: Maria Schmid (Horw, 28. Oktober 2012))

2012: Die Läufer kämpfen sich – bisher zum einzigen Mal – durchs Schneegestöber. (Bild: Maria Schmid (Horw, 28. Oktober 2012))

Genau vor vierzig Jahren lief Dustin Hoffman in John Schlesingers Krimi «Marathon Man» vor der Skyline von New York Kilometer um Kilometer. Für Luzern ist Hansruedi Schorno (67) so etwas wie der Marathon Man. Schorno ist seit dem ersten Startschuss 2007 der umtriebige OK-Präsident des jeweils am letzten Sonntag im Oktober stattfindenden Marathon-Spektakels. Hansruedi Schorno verrät: «Die Idee hatte der damalige Tourismus­direktor Urs Kamber. ‹Luzern braucht einen Marathon›, sagte er zu mir.»

Der ehemalige Luzerner Stadtpräsident Urs W. Studer meinte 2007 vor der Premiere: «Ich wünsche dem Lucerne Marathon und seinen Machern Ausdauerqualitäten, die über die 42,195 Kilometer hinausgehen.» Schorno und sein OK-Team haben den Beweis in den vergangenen neun Jahren auf eindrückliche Art und Weise abgeliefert.

2007: Miss Schweiz und ein holländischer Blondschopf

«Das war ein bewegendes Volksfest. Sportlich, friedlich, motivierend», sagte Stapi Studer nach dem allerersten Luzerner Marathon. Mit dabei auf der Laufstrecke war übrigens Bianca Sissing, die Luzerner Miss Schweiz von 2003, sowie der Holland-Blondschopf und FCL-Publikumslieb­ling René van Eck, damals Trainer des FC Thun. Die «Neue Luzerner Zeitung» feierte den Marathon mit einer 12-seitigen Beilage.

2008: Der Start wurde dann doch nicht verschoben

«Wenn ich mich recht erinnere», sagt OK-Präsident Schorno, «war es am Sonntagmorgen um acht Uhr vor dem zweiten Marathon, als bei mir das Telefon klingelte.» Am Apparat: ein angemeldeter Läufer aus Graubünden. Dieser hatte in Chur offenbar den Zug verpasst und wollte das Marathon-OK dazu auffordern, den Start um eine Stunde zu verschieben. Schorno erklärte dem Laufwilligen höflich, dass der Startschuss zur geplanten Zeit ausgeführt werde.

2009: Ein russischer Weltenbummler auf der Lidowiese

Der Marathon von Luzern hat sich unterdessen weltweit herumgesprochen. Schorno erinnert sich: «Am Samstag vor dem Lauf tauchte ein russischer Weltenbummler auf, der lediglich 100 Franken im Sack hatte und ein Zelt zum Schlafen mit sich trug.» Der Russe wurde am Samstagabend mit überzähligen Mara­thon-Verpflegungssäckli verköstigt und schlief danach in seinem Zelt auf der Lidowiese. Am Sonntag nach dem Rennen nahm er beim Lido kurzerhand ein Bad im zu dieser Jahreszeit eiskalten Vierwaldstättersee.

2010: Ein griechischer Botschafter schiesst aus der Pistole

2010 wurde der Marathon, soweit es historisch belegt ist, selber 2500 Jahre alt. Luzern bat deshalb den griechischen Botschafter John Mourikis, den Startschuss auszuführen. «Ich kenne die Schweizer als enthusiastisches Laufvolk. Und ich glaube, der Event zum Marathon-Jubiläum wird auch in Luzern bleibende Spuren hinterlassen», sagte Mourikis.

Ein Mitglied der Schifffahrtsgesellschaft (SGV) erkannte plötzlich, dass die Benützer des Shuttle-Schiffs vom Luzerner Hafen zum Lido womöglich zu spät zum Start kommen würden. Kurzerhand und ganz spontan bot die SGV zwei zusätzliche Schiffe für den Transport auf.

2011: Mit verstaubtem Tunnelblick ins Marathon-Jahr 2501

Im 2501. Jahr in der Geschichte des Marathons führte der Luzerner Lauf durch eine futuristische Kulisse, nämlich durch den sich damals im Bau befindenden Tunnel der Zentralbahn. Rund 1,5 Kilometer führte der Marathon durch den Tunnel, «nach langen Gesprächen mit dem Kanton Luzern und der Herstellerfirma», wie Hansruedi Schorno erklärt. «Es ging um die Qualität der Luft im Tunnel. Letztlich kamen wir zum Schluss, dass der Staub keine grosse Beeinträchtigung für die Läufer darstellen würde.»

2012: Frau Holle schüttelt ihre Kissen ganz kräftig

Unvergesslich natürlich der 6. Luzerner Marathon, der im heftigen Schneegestöber stattfand. Es blieb seither das einzige Mal, dass der letzte Sonntag im Oktober vom Winter heimgesucht wurde.

2012 wurden die Marathonläufer aber nicht nur eingeschneit, sie durften auch erstmals zu klassisch-musikalischer Begleitung durch den Luzerner Saal im KKL rennen. OK-Chef Schorno sagte nach dem Anlass: «Das halbe Dutzend ist voll. Wir bleiben weiter in der Vorwärtsbewegung.»

2013: Die Brücke zum Stadtlauf und die Pointe von Ursula Stämmer

Seit 2013 heisst der Lucerne Marathon neu Swiss City Marathon. Mit der Umleitung der Strecke durch die Altstadt beziehungsweise entlang der Reuss, wurde zudem die Brücke zum Luzerner Stadtlauf geschlagen. OK-Boss Schorno erklärt die Namensänderung mit dem Stichwort «Swissness»: «Nach fünf Marathon-Jahren gingen wir über die Bücher, wollten zwecks Swissness von Lucerne zu Swiss und von der Farbe Blau zu Rot wechseln. Natürlich alles in Absprache mit der Stadt Luzern und der Luzerner Tourismusbehörde.»

Bundesrat Ueli Maurer sagte vor dem siebten Streich: «Der Marathon von Luzern – ein unverzichtbarer Anlass am Ende einer langen Laufsaison.» Und Ursula Stämmer-Horst, die Sport- und Bildungsdirektorin der Stadt Luzern, erzählte pointiert: «Ich war nicht am, aber dafür in Marathon. In meinen Griechenland-Ferien fuhr ich mit dem Auto 40 Kilometer von Athen nach Marathon zum Essen.»

2014: DJ Bobo als prominenter Zaungast im Winkel

Rosi Bitterli Mucha, die Chefin Kultur und Sport Stadt Luzern, sagte vor dem Startschuss 2014: «Sie haben alle das gleiche Ziel: die Herausforderung zu bewältigen. Das macht mir gewaltig Eindruck.» Da der Marathon ja auch durch die Horwer Halbinsel führt, stand an seinem Wohnort nahe dem Horwer Winkel auch DJ Bobo als prominenter musikalischer Weltstar am Strassenrand und feuerte die mit sich und der Strecke kämpfenden Läufer an.

2015: Luzern als Veranstalter der Schweizer Meisterschaft

Erstmals gilt der Swiss City Marathon auch als Schweizer Meisterschaft für die Marathonläufer. Der Vertrag mit dem Leichtathletikverband für dieses Mandat läuft noch bis 2017.

2016: En passant ein Besuch im Stadion des FC Luzern

Der Swiss City Marathon führt am Sonntag erstmals auch durch die Swissporarena, durch das Stadion des FC Luzern. Ausserdem fährt der blauweisse City-Train am Samstag die Marathon-Strecke für Schaulustige mehrmals am Tag ab. Mehr gibt es zum Luzerner Jubiläums-Marathon eigentlich noch nicht zu sagen: Das müssen Sie schon selber erleben!

Auch die Sonderbeilage unserer Zeitung ist unterdessen von ursprünglich 12 Seiten bei der Premiere massiv angestiegen. Am Montag können sich die Lauf-Fans durch 28 Extraseiten lesen und blättern.

Turi Bucher

2011: im Tunnel der Zentralbahn (NeueLZ/Nadia Schärli) (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 30. Oktober 2011))

2011: im Tunnel der Zentralbahn (NeueLZ/Nadia Schärli) (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 30. Oktober 2011))

2012 führt die Strecke erstmals durchs KKL. (Bild: Philipp Schmidli (28. Oktober 2012))

2012 führt die Strecke erstmals durchs KKL. (Bild: Philipp Schmidli (28. Oktober 2012))

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