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LEICHTATHLETIK: Ein Abschluss nach Mass

Am Bettagsmeeting auf der Zuger Hertiallmend ist der talentierten Speerwerferin Fabienne Tiefenauer (16) vom organisierenden LKZ ein Exploit geglückt. Auch in einer zweiten Disziplin erzielt sie eine persönliche Bestleistung.
Michael Wyss
Fabienne Tiefenauer schleudert den Speer auf über 42 Meter. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 16. September 2017))

Fabienne Tiefenauer schleudert den Speer auf über 42 Meter. (Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 16. September 2017))

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

«Es ist super, dass ich das Bettags­meeting und die Saison mit persönlichen Bestleistungen beenden konnte. Das macht mich natürlich sehr stolz», freute sich die 16-jährige Fabienne Tiefenauer. Die in Menzingen wohnhafte Athletin des LK Zug feierte erst kürzlich bei den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften mit dem Gewinn der Silbermedaille in der Kategorie U18 im Speerwerfen (500 Gramm) mit 40,90 Metern für Aufsehen. Dass sie dieses Resultat am Bettagsmeeting in Zug vom letzten Samstag noch toppen würde, hätte sie sich nicht erträumen lassen. Tiefenauer sagte zwei Stunden vor dem Wettkampf: «Ich will hier einfach Spass haben und natürlich gewinnen. Ich habe mein persönliches Ziel mit der 40-Meter-Marke bereits erreicht. Was heute noch kommt, ist Zugabe. Das Dessert.»

Und tatsächlich schaffte die Menzingerin am Saisonabschluss eine neue persönliche Bestleistung: Sie warf den Speer auf hervorragende 42,16 Meter und gewann den Wettbewerb beim Speerwerfen der U18 W (500 Gramm) souverän. Sie distanzierte damit die zweitplatzierte Anja Oppliger (Rüegsauschachen-­Litzelflüh) um über drei Meter. Tiefenauer sagte zu ihrem Exploit: «Das ist Wahnsinn! Dass ich die Saison mit dieser Weite beende, ist einfach un­beschreiblich.» Auch im Kugelstossen ­(3 Kilogramm) gewann Tiefenauer ihre Kategorie mit einer Weite von 11,65 Metern, was ebenfalls eine persönliche Bestleistung bedeutete.

In der Schweizer U18-Saison-Bestenliste liegt Tiefenauer im Speerwerfen an zweiter Stelle. Im Kugelstossen wird sie an 28. Stelle geführt. Was ist das Faszinierende am Speerwerfen? Tiefenauer: «Es ist die Technik, die Balance, die Schnelligkeit und die Kraft. Alles muss harmonieren und passen, damit der Speer auch weit fliegt.»

Das Traumziel ist eindeutig

Tiefenauer, die die Fachmittelschule Zug besucht und eines Tages gerne als Sportphysiotherapeutin arbeiten möchte, trainiert mehrmals wöchentlich. Am Montag und Donnerstag finden allgemeine Trainingseinheiten im LK Zug statt, am Dienstag gibt es ein spezifisches Speertraining. Tiefenauer: «Wir haben tolle Trainer hier in Zug, die uns sehr gut betreuen. Ich bin ihnen dafür sehr dankbar. Letzten Winter durfte ich in einem Kader des Innerschweizer Leichtathletikverbandes spezielle Speertrainings besuchen, was mir sehr viel Spass bereitete und eine schöne Erfahrung war.»

Tiefenauers grosses Vorbild ist der Deutsche Thomas Röhler (24), der Olympiasieger im Speerwerfen von 2016 in Rio de Janeiro. Er warf den Speer auf 90,30 Meter. «Eine Teilnahme an einer Olympiade ist ein grosser Traum von mir», sagt Tiefenauer. An geeigneten Charaktereigenschaften dafür mangelt es nicht. Die Menzingerin sagt von sich: «Ich bin ehrgeizig, zuverlässig, seriös und kämpfe um meine Ziele.» Diesen Eindruck macht sie durchaus.

Trotz ihrer erst 16 Jahre ist Fabienne Tiefenauer auch leidenschaftliche Trainerin, nämlich beim STV Menzingen im Geräteturnen. Sie leitet Kinder im Alter von sieben und acht Jahren an, darüber hinaus ist sie selbst aktiv. «Das Geräteturnen und die Leichtathletik geben mir einen guten Ausgleich zur Schule. Ich mache beides gerne und könnte nicht darauf verzichten», erklärt Tiefenauer. Der Ursprung ihrer Leidenschaft für die Leichtathletik kommt übrigens auch aus dieser Zeit beim STV Menzingen, wie sich Tiefenauer noch genau erinnern kann: «Wir haben einmal mit dem STV an einem Crosslauf mitgemacht. Da hat eine Trainerin gesagt, dass ich talentiert sei und doch in den Leichtathletikverein gehen soll. Gesagt – getan», sagt Tiefenauer lachend. Auf gleicher Fährte ist auch ihre jüngere Schwester Michelle, die ebenfalls sowohl im STV Menzingen als auch im LKZ ist.

Mehrere Zuger Siege und ein Ehrengast

Bettagsmeeting Géraldine Ruckstuhl, die Schweizer Rekordhalterin im Siebenkampf und WM-Elfte, hielt sich als Ehrengast in Zug mit guten Ratschlägen nicht zurück. «Möglichst lange möglichst viele Disziplinen trainieren und erst im Alter von 16 Jahren die Spezialisierung vorantreiben», riet die 19-jährige Luzernerin den Nachwuchsathleten. Ruckstuhl, die noch vor zwei Jahren selber am Bettagsmeeting mit dem Speer gestartet ist, gehört mittlerweile zu den weltbesten Siebenkämpferinnen und erfüllte auf der Hertiallmend mehr als nur Autogrammwünsche.

Rund 600 aus der ganzen Schweiz waren angereist, um sich in verschiedenen Alterskategorien in insgesamt 60 Disziplinen messen zu können. Vorbildfunktion hatte Géraldine Ruckstuhl für so manche Athletin, auch für Fa­bienne Tiefenauer vom LK Zug (siehe Haupttext).

In der Alterskategorie U16 überzeugte ihre Klubkollegin Ronja Wengi mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen. Im Weitsprung gewann die vielseitig talentierte Athletin mit grossem Vorsprung und einem Satz auf 5,31 Meter, derweil sie über 80 Meter flach und 80 Meter Hürden zweite Plätze belegte. Am Vorabend hatte sie bereits den Stabhochsprung-Wettbewerb mit 3,25 Metern und neuer persönlicher Bestweite für sich entschieden – genau gleich wie an den Schweizer Meisterschaften am Wochenende zuvor, als sie mit einem Sprung über 3,20 Meter überlegen die Goldmedaille gewonnen hatte.

Zwei Erfolge für Hochwächtlerinnen

Eine starke Leistung zeigte am Samstag auch der 15-jährige Lenz auf der Maur vom LK Zug, der das Speerwerfen mit 39,01 Metern zu seinen Gunsten entschied. In der Kategorie U14 gab es gleich drei Siege von Zuger Athleten: Im Hochsprung überzeugte der für den LK Zug startende Elis Jarosch mit einer Leistung von 1,48 Metern, derweil Alisha ­Rüegger von der Hochwacht Zug über 1000 Meter in 3:18,25 Minuten ins Ziel stürmte. Eine starke Leistung gelang auch der jungen Hochwächtlerin Dafina Zuka. Sie schaffte im Weitsprung 4,85 Meter, einen Zentimeter weiter als ihre härteste Konkurrentin.

Das Bettagsmeeting, das der Reihe «Top Sportevent Zug» angehört, läutete den bevorstehenden Saisonabschluss ein. Am nächsten Wochenende findet noch das schweizweit grösste Mehrkampfmeeting in Hochdorf statt. Daran hätte eigentlich auch Géraldine Ruckstuhl, die Weltklasseathletin, teilnehmen wollen. Doch nach vier Siebenkämpfen in diesem Jahr hat sie es sich nun anders überlegt. «Ferien statt Siebenkampf», sagte sie und liess in Zug begeisterte Fans zurück. (red)

Hinweis
Die Ranglisten finden Sie online auf www.lkz.ch

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