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LEICHTATHLETIK: Eine Sensation – und ein kleiner Schock in Luzern

Der Deutsche Johannes Vetter wirft seinen Speer 94,44 m weit. Das ist die zweitbeste je geworfene Weite. Die Luzernerin Géraldine Ruckstuhl überzeugt beim Speerwurf, muss für den Weitsprung aber Forfait geben.
Turi Bucher
Packte sämtliche Energiereserven in seinen Wurf: der Deutsche Johannes Vetter. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 11. Juli 2017))

Packte sämtliche Energiereserven in seinen Wurf: der Deutsche Johannes Vetter. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 11. Juli 2017))

Turi Bucher

arthur.bucher@luzernerzeitung.ch

Jetzt geht das Luzerner Meeting definitiv in die Geschichte der Leichtathletik ein: Der deutsche Speerwerfer Johannes Vetter (24) erreichte mit seinem vierten Versuch eine Weite von 94,44 m. Das ist der zweitbeste Wert aller Zeiten! Weiter hat bisher nur Jan Zelezny geworfen: 98,48 erreichte der Tscheche 1996 in Jena. Vetter hatte am Luzerner Meeting-Abend schon vor seinem geschichtsträchtigen Wurf für eine eigentliche Sensation gesorgt, indem er mit 93,06 die viertbeste je geworfene Weite erzielte. Kurz bevor er zur Dopingkontrolle musste, sagte Vetter über seine sagenhaften Speerwürfe: «Ich habe alle Leistungsreserven rausgeworfen, konnte Körper und Geist perfekt kontrollieren.»

Vetter war am Meeting-Tag mit seinen Eltern von Offenburg angereist. «Mama und Papa sind in den Zuschauerrängen hinter mir völlig aus dem Häuschen geraten», erzählte Vetter. Der Sportsoldat der deutschen Bundes- wehr stahl dem Olympiasieger und Trainingskollegen Thomas Röhler mittlerweile schon zum dritten Mal die Show, unter anderem am vergangenen Wochenende bei den deutschen Meisterschaften.

Auf seinen letzten Wurfversuch verzichtete Vetter in Luzern, weil er sein linkes Wadenbein spürte. «Im Hinblick auf die WM in London wollte ich nichts riskieren.» Vetter startet vor London aber noch beim Diamond-League-Meeting in Monaco. Und die Luzerner Fans dürfen sich definitiv freuen. Denn Vetter verriet vor der Siegerehrung: «Luzern hat Spass gemacht. Das war definitiv nicht mein letztes Mal in Luzern.»

Die Teigwaren schlagen Ruckstuhl auf den Magen

Leichtathletik und Regen – das passt irgendwie nicht zusammen. Spitzenleichtathletik Luzern und Regen aber schon. Die Luzerner Organisatoren hatten gestern Abend wieder einmal zeitweise Wetterpech. Umso mehr erstaunte Vetters grosse Leistung mit dem Speer.

Gerade als das Luzerner Leichtathletik-Aushängeschild, die Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl, zusammen mit den Speerwurf-Spezialistinnen dem Luzerner Publikum vorgestellt wurde, begann es wie aus den berühmten Kübeln zu schütten. Und weil Ruckstuhl im Feld der kräftig gebauten Speerwerferinnen mit Abstand die Zierlichste war, fand sie beim Unterschlupf der Werferinnen kaum noch richtig Platz, um sich vor dem Regen zu schützen. Mit ihrem sechsten und letzten Wurf, angetrieben womöglich durch die «Hopp»-Rufe des Luzerner Publikums, schaffte die Altbüronerin mit 52,01 m ihre beste Weite dieses Abends. Zur Erinnerung: Ihre Bestmarke liegt bei 58,31 m. Siegerin des Speerwurf-Wettkampfs wurde die Deutsche Christin Hussong mit 64,18 m. «Ich bin sehr zufrieden mit meiner Weite», sagte Ruckstuhl, «denn der Speer war nass, es war nicht einfach.»

Dann der kleine Schock: Ruckstuhl hatte sich eigentlich entschieden, auch den Wettkampf im Weitsprung zu bestreiten. Ihre Bestmarke hier: 6,06 m. Doch plötzlich packte das Siebenkampf-Supertalent seine Tasche und lief leicht gekrümmt und bleich davon. Es war nicht etwa der Rummel um ihre Person in den letzten Tagen, der ihr auf den Magen schlug. «Ich habe nach dem Speerwerfen eine Portion Teigwaren gegessen», erzählte Ruckstuhl, «dann wurde es mir plötzlich übel. Deshalb habe ich mich entschieden, auf die Teilnahme beim Weitsprung zu verzichten.» Bis in anderthalb Wochen, bei den Nachwuchs-Europameisterschaften im italienischen Grosseto, dürften die Teigwaren verdaut und vergessen sein.

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