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LEICHTATHLETIK: Erneuter Rückschlag für Noemi Zbären

Hürdensprinterin Noemi Zbären laboriert wie so oft in den letzten zwei Jahren an einer Verletzung. Nachdem der Muskelfaserriss verheilte, tauchte eine Entzündung im Gesäss auf.
Ein ungeduldiger Mensch: Noemi Zbären. Bild: Freshfocus (Bild: Freshfocus)

Ein ungeduldiger Mensch: Noemi Zbären. Bild: Freshfocus (Bild: Freshfocus)

Sie blickt auf zwei verpasste Saisons zurück. Die 24-jährige Hürdensprinterin Noemi Zbären erlitt im Frühling der Olympia-Saison 2016 durch einen Trainingssturz einen Kreuzbandriss. Letztes Jahr kehrte sie hoffnungsvoll zurück, startete weit vielversprechender als erwartet in den Sommer, doch sie erlitt bei der Limitenjagd für die WM einen Muskelfaserriss. Erneut aus und fertig. Erneut musste sie sich gedulden – ein herausforderndes Vorhaben für einen «von Grund auf ungeduldigen Menschen», wie sich Zbären selbst bezeichnet.

Doch es sollte besser kommen. Gezielt baute sie zusammen mit ihrem bewährten Trainerumfeld mit Gabi und Stefan Schwarz auf. Und sah sich auf einem «sehr guten Weg», zumal sie sich Defiziten bewusst annahm und die Bestätigung im Training sah. «In die letzte Saison musste ich ohne Winteraufbau einsteigen», vergleicht Zbären. «Ich bin kraftmässig so weit wie noch nie, und ich bin explosiver geworden», sagt sie.

Disbalancen wegen künstlicher Bänder

Ohne gewichtiges Aber steht Noemi Zbären dennoch nicht vor der Freiluftsaison. Nachdem sie im Januar im Trainingslager erneut einen Muskelfaserriss erlitt, heilte dieser gut aus. Doch anschliessend hemmte eine Entzündung im Gesäss. Von einer genauen Planung kann Zbären nicht sprechen: «Erstes Ziel ist, gesund zu werden. Wie lange das dauert, kann ich nicht sagen.» Tendenziell geht sie davon aus, dass dies eher später denn früher sein wird.

Und seit zweieinhalb Wochen weiss sie auch einen Grund für die Verletzungsanfälligkeit, die für sie so neu ist. Das verletzte linke Knie ist seit der Operation mit den künstlichen Bändern stabiler. Und für sie als «Mensch mit einem extrem mobilen Gewebe» haben sich daraus Disbalancen ergeben. Um dagegenzuarbeiten, hat sie mit einem zusätzlichen Faktor umzugehen: «Der Körper hat das nicht gespeichert und agiert wie immer.» Bewusst versucht sie dem mental und mit spezifischen Übungen entgegenzuwirken und die neuen Strukturen zu beeinflussen. «Ich muss lernen, dass meine Empfindungen so sind, wie sie der Realität entsprechen.» Und wie geht sie das an? Zbären spricht von «aktiven Übungen, feinen Bewegungen, etwa Balanceübungen, Kräftigungssachen, Hüftstabilitätseinheiten».

Um eine diffizile Herausforderung handelt es sich, mit der sich Zbären und ihr engstes sportliches Umfeld auseinanderzusetzen haben. Als Vorteil erweisen dürfte sich, dass sie die Masterarbeit ihres Biochemiestudiums dank der Verletzungen vorziehen konnte und diesbezüglich nicht mehr doppelbelastet ist. Nun hat sie eine Teilzeitanstellung als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bern und am Inselspital gefunden, die ihr viel Flexibilität ermöglicht. «Das ist cool», sagt sie.

Während bei Noemi Zbären die sportliche Planung zurzeit viel Flexibilität verlangt, überwiegt bei den anderen Aushängeschildern der Schweizer Leichtathletik vor allem die Vorfreude. Die EM-Saison mit dem Höhepunkt Mitte August in Berlin steht im Zentrum. Dort gelten Mujinga Kambundji, Ellen Sprunger, Selina Büchel und Kariem Hussein alle als Medaillenanwärter. So sagt etwa der Europameister von 2014 in Zürich über 400 m Hürden: «Der Sieg ist immer das Ziel.»

Sprinterin Kambundji will die Aufwärtstendenz, die sie im Winter als Hallen-WM-Dritte gezeigt hat, unterstreichen. Von nicht weniger als «einer Steigerung auf eine 100-m-Zeit unter 11 Sekunden», spricht sie. Eben erst von ihrem ersten Trainingslager in der neuen Trainingsgruppe in den USA zurückgekehrt, zeigt sie sich «motiviert durch viel Neues».

Sprunger möchte ihr enormes Potenzial auf EM-Ebene ausschöpfen. Sie sieht sich auf sehr gutem Weg. Und Büchel betont: «Ich habe noch eine Rechnung offen.» Die zweifache Hallen-Europameisterin und Hallen-WM-Vierte vom vergangenen März belegte vor vier Jahren Platz 9 und vor zwei Platz 4.

Jörg Greb

sport@luzernerzeitung.ch

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