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LEICHTATHLETIK: Furer will in den Halbfinal

Der Zuger Tobias Furer und der Thur­gauer Brahian Peña starten morgen an der EM über 110 m Hürden. Sie treiben sich regelmässig zu Höchst­leistungen an.
Raya Badraun, Amsterdam
Bereitet sich auf sein grosses Rennen vom Freitag vor: der Zuger Hürdensprinter Tobias Furer. (Bild Maria Schmid)

Bereitet sich auf sein grosses Rennen vom Freitag vor: der Zuger Hürdensprinter Tobias Furer. (Bild Maria Schmid)

Raya Badraun, Amsterdam

Die EM in Amsterdam kommt genau im richtigen Moment. Noch vor zwei Wochen hätten Tobias Furer und Brahian Peña nicht starten können. Beide absolvierten damals keine Wettkämpfe mehr. Sie mussten sich schonen. Bereits früh in der Saison verletzten sich beide am Oberschenkel: der eine im Training, der andere beim Aufwärmen vor einem Wettkampf. «Im ersten Moment war das ein Dämpfer», sagt Furer, der für den LK Zug startet.

Doch die beiden Hürdensprinter hatten auch Glück. In ihren ersten Rennen der Sommersaison hatten sie bereits die Limite für die EM unterboten. Der Druck war damit weg.

«Wenn der Körper einem zeigt, dass er eine Pause benötigt, kann das auch positiv sein», sagt der 28-jährige Furer und denkt dabei an die Schweizer Hallenmeisterschaft von Ende Februar in St. Gallen. Zwei Wochen vor den Titelkämpfen hatte sich der 22-jährige Peña eine Zerrung im Oberschenkel zugezogen und konnte nicht mehr trainieren. Dennoch startete der Thurgauer im Athletikzentrum über 60 m Hürden und überraschte alle. Den Final gewann er mit einem Wimpernschlag-Vorsprung auf Furer – und unterbot zudem die Limite für die Hallen-WM in Portland.

Zwei richtige Wettkampftypen

In solchen Rennen wird ersichtlich, wie wichtig für Furer und Peña die gegenseitige Konkurrenz ist. In anderen Disziplinen steht der Sieger an nationalen Titelkämpfen meist schon vor dem Start fest, zu stark dominieren Nicole Büchler, Mujinga Kambundji und Kariem Hussein. Selina Büchel startet deshalb schon gar nicht mehr über ihre Paradedisziplin. Sie würde sonst wohl alleine ihre Runden drehen.

Die Rennen über 110 m Hürden hingegen sind ganz anders. Die Konkurrenz bringt Spannung und verleiht Peña und Furer Flügel. «Es ist ein Zweikampf auf Augenhöhe», sagt Furer. «Ich bin froh, dass ich einen Gegner habe, der mich mitzieht», ergänzt Peña, der für Amriswil-Athletics startet. Die beiden sind richtige Wettkampftypen, wachsen dann über sich hinaus, wenn es um Medaillen und Titel geht. Beide verweisen dabei jedoch auch auf ihre Trainer und die optimale Vorbereitung. «Bei mir ist das ausschlaggebender», sagt Furer. «Bei Brahian zählt wohl vor allem die mentale Einstellung.»

«Furer ist beim Start explosiver»

«Eigentlich sind wir gar nicht so verschieden», sagt Furer. Nur etwas liegt noch zwischen den beiden Athleten: 20 Hundertstelsekunden. Es ist der Unterschied zwischen den beiden Bestzeiten über 110 m Hürden. Furer hat momentan die Nase vorne. Er ist es auch, der seit drei Jahren Schweizer Freiluftmeister ist. «Tobias ist beim Start explosiver als ich», sagt Peña. Zeit, dies ebenfalls zu lernen, hat der junge Thurgauer. Er steht noch am Anfang und hat vieles vor sich.

Die EM in Amsterdam ist nach der Hallen-WM in Portland erst sein zweiter Grossanlass bei den Aktiven. «Ich traue Brahian noch schnellere Zeiten zu», sagt Furer. An der EM streben dies beide an. Auch wenn sie in der morgigen Qualifikation nicht nebeneinander starten: Wenn einer schneller ist, möchte der andere nachziehen – mindestens bis in den Halbfinal.

Zwei krasse Enttäuschungen

Rückschlag für das Schweizer EM-Team in Amsterdam: Stabhochspringerin Nicole Büchler (32) wird heute nicht zur Qualifikation antreten. Grund für den Startverzicht ist, dass der Bielerin weiterhin eine Verletzung an der Oberschenkelmuskulatur zu schaffen macht. Mit Blick auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro gilt es, keine grössere Verletzung zu riskieren.

Kambundji verpasst 200-m-Final

Eine weitere Enttäuschung gab es sogleich am ersten Wettkampftag: Die Bernerin Mujinga Kambundji, Schweizer Rekordhalterin und EM-Fünfte über 200 m vor zwei Jahren in Zürich, verpasste den Finalvorstoss. Kambundji war in 23,23 Sekunden drei Hundertstelsekunden langsamer als im Vorlauf. Ihre am Meeting in Luzern gelaufene Saisonbestzeit verpasste die Bernerin um 21 Hundertstelsekunden.

Amsterdam. EM. 1. Tag. Finals. Männer. Zehnkampf (Zwischenstand nach 5 Disziplinen): 1. Kasjanow (UKR) 4234 Punkte. 2. Dudas (SRB) 4199. 3. Ureña (ESP) 4152. – Ferner: 20. Fringeli (SUI) 3842.
Frauen. 10 000 m: 1. Can (TUR) 31:12,86.
2. Félix (POR) 31:19,03. 3. Bjerkeli Grövdal (NOR) 31:23,45.
Vorläufe/Qualifikationen. Männer. 100 m. Vorlauf. 2. Serie (RW 0,8 m/s): 1. Bockarie (NED) 10,26. 2. Wilson (SUI) 10,30. – Wilson als Gesamt-7. für die Halbfinals qualifiziert.
Frauen. 200 m. Halbfinals. 1. Serie (windstill): 1. Lückenkemper (GER) 22,90. – Ferner: 6. Ellen Sprunger 23,54. – Sprunger ausgeschieden. –
2. Serie (windstill): 1. Asher-Smith (GBR) 22,57. – Ferner: 4. Kambundji 23,23. – Kambundji ausgeschieden.
800 m. Vorlauf. 2. Serie: 1. Büchel (SUI) 2:04,50. – Büchel als Gesamt-15. für die Halbfinals qualifiziert.
Schweizer Einsätze von heute. Finals: Zehnkampf (Fringeli).
Halbfinals. 16.45: 400 m, Männer (Burgunder). – 17.10: 100 m Hürden, Frauen, (Rard-Reuse). – 18.00: 100 Männer (Wilson). – 18.45: 800 m Frauen (Büchel).
Vorläufe/Qualifikationen. 9.35: Stab, Frauen (Moser). – 10.50: 200 m, Männer (Wicki, Wilson). – 11.35: 800 m, Männer (Santacruz). – 12.15: 100 m Frauen (Lavanchy, Kora; Kambundji für Halbfinals vorqualifiziert). – 16.15: 400 m Hürden, Männer (Hussein).

sda/sr

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