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LEICHTATHLETIK: Géraldine Ruckstuhl jagt von Rekord zu Rekord

Die Altbüronerin Géraldine Ruckstuhl gewinnt an den U20-Europameisterschaften Silber. Dabei zeigte die 19-Jährige ihren bisher besten Siebenkampf.
Géraldine Ruckstuhl beim Speerwerfen am internationalen Meeting von Luzern. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Luzern, 11. Juli 2017))

Géraldine Ruckstuhl beim Speerwerfen am internationalen Meeting von Luzern. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Luzern, 11. Juli 2017))

Stefanie Barmet

sport@luzernerzeitung.ch

Was für ein Duell: Géraldine Ruckstuhl und die Ukrainerin Alina Shukh schenkten sich im Siebenkampf von Grosseto nichts. Doch der Reihe nach. Der Altbüronerin gelang ein guter Start in den zweitägigen Wettkampf. Mit 13,98 Sekunden über 100 Meter Hürden blieb sie bei 1,5 Metern Gegenwind pro Sekunde lediglich drei Hundertstel über ihrer persönlichen Bestleistung zurück. Im Hochsprung übersprang die U18-Weltmeisterin von 2015 erstmals 1,81 Meter, womit sie ihre Bestleistung um drei Zentimeter steigerte. Nach zwei Disziplinen lag Ruckstuhl nur acht Punkte hinter der Ukrainerin, die über die Hürden zwar deutlich weniger Punkte sammelte, im Hochsprung dafür mit übersprungenen 1,87 auftrumpfte.

Mit 13,54 Meter im Kugelstossen kam Géraldine Ruckstuhl nicht ganz an ihre Bestweite von 13,89 Metern heran. Zum Abschluss des ersten Tages folgte der 200-Meter-Lauf. Nach einem fulminanten Start kam die 19-jährige Schweizerin nach 24,74 Sekunden ins Ziel – so schnell war sie noch nie zuvor gelaufen. Die bis anhin führende Ukrainerin lief mit 25,97 Sekunden ebenfalls persönliche Bestzeit, verlor jedoch über 100 Punkte auf Ruckstuhl und rutschte so auf Zwischenrang drei ab. Nach Tag eins hatte Ruckstuhl 3646 Punkte auf dem Konto – 29 mehr als bei ihrem bisher besten Wettkampf in Götzis. Dennoch war sie nicht ganz zufrieden. «Über 200 Meter trieb es mich ein wenig raus, so habe ich Hundertstel liegen gelassen, und auch im Kugelstossen wäre mehr dringelegen.»

Führungswechsel nach dem Weitsprung

Der zweite Tag begann mit dem Weitsprung. Mit 5,97 Meter kam Ruckstuhl fast an ihre anlässlich der Team-EM der Mehrkämpfer aufgestellte Bestweite von 6,06 heran und sprang deutlich weiter als noch in Götzis, wo sie mit 5,78 vorliebnehmen musste. Dass es dennoch einen Führungswechsel gab, war der starken Leistung Alina Shukhs zu verdanken. Bei 3,2 Meter Rückenwind flog die Ukrainerin auf 6,33, womit sie Ruckstuhl in dieser Disziplin 113 Punkte abnahm. Mit dem Speerwurf folgte die Paradedisziplin der Schweizerin. Doch anders als erwartet konnte Shukh ihren Vorsprung gar ausbauen. Ruckstuhl kam zwar auf gute 54,32 Meter – ihre zweitbeste Weite überhaupt –, doch Shukh warf 19 Zentimeter weiter. Vor dem abschliessenden 800-Meter-Lauf war klar, dass der Sieg bei normalem Rennverlauf an die als starke Läuferin bekannte Ukrainerin gehen würde. Ruckstuhl wusste, dass sie für einen Schweizer Rekord im Siebenkampf 2:14 Minuten laufen müsste.

Hatte im Speerwurf noch die Ukrainerin überrascht, war es nun Ruckstuhl die gross auftrumpfte. Die 19-Jährige zeigte über 800 Meter einen phänomenalen Steigerungslauf und pulverisierte wie bereits an den U18-Weltmeisterschaften vor zwei Jahren ihre Bestzeit. 300 Meter vor dem Ziel griff sie die bis anhin führende Shukh an und stürmte in 2:12,54 Minuten zu einer klaren Bestzeit, wobei sie ihren alten Wert um vier Sekunden verbesserte. «Ich wusste, dass ich fit bin, dass ich aber so schnell laufen konnte, erstaunt mich», so Ruckstuhl. Dennoch durfte sich die Ukrainerin am Ende als Siegerin feiern lassen. Mit 6381 Punkten stellte sie eine neue U20-Jahresweltbestleistung auf.

Alte Bestmarke um 66 Punkte übertroffen

Ruckstuhl gewann mit 6357 Punkten die Silbermedaille und steigerte ihre Mehrkampfbestleistung um 66 Punkte. Damit eroberte sie sich den Schweizer Rekord im Siebenkampf zurück. Anlässlich des Hypomeetings in Götzis im Mai hatte Géraldine Ruckstuhl die alte Marke auf 6291 Punkte verbessert. Vor einer Woche verbesserte die Bielerin Caroline Agnou diesen bei ihrem U23-EM-Titel auf 6330 Punkte. Nun ist der Rekord zurück im Luzerner Hinterland. «Das Niveau an dieser U20-EM war extrem hoch. Ich habe einen tollen Siebenkampf gezeigt und mit Schweizer Rekord Silber gewonnen und nicht etwa Gold verloren.»

Grosseto (ITA). U20-EM. Frauen. Siebenkampf: 1. Shukh (UKR) 6381. 2. Ruckstuhl (SUI) 6357 (SR, bisher Agnou 6330/100 m Hürden 13,98, Hoch 1,81 m, Kugel 13,54, 200 m 24,74, Weit 5,97, Speer 54,32, 800 m 2:12,56).

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