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LEICHTATHLETIK: Haas im Steigerungslauf-Modus

An den Schweizer Hallenmeisterschaften sichert sich der Sprintspezialist Andreas Haas seine erste Medaille bei den Aktiven. Der 20-jährige Menznauer läuft über 60 Meter auf Rang 3.
Andreas Haas (rechts) überquert die Ziellinie nach 60 Metern. (Bild: Hanspeter Roos (Magglingen, 19. Februar 2017))

Andreas Haas (rechts) überquert die Ziellinie nach 60 Metern. (Bild: Hanspeter Roos (Magglingen, 19. Februar 2017))

Andreas Haas konnte es zuerst gar nicht fassen. «Ich musste von meinen Gegnern darauf hingewiesen werden, dass der Zweitplatzierte gar nicht medaillenberechtigt war. Erst dann begann ich zu realisieren, dass ich soeben meine erste Medaille bei den Aktiven gewonnen hatte.» Verdient hatte er sich diese mit einem beeindruckenden Steigerungslauf. Vor den Schweizer Hallenmeisterschaften lag der Menznauer mit einer Bestzeit von 6,97 Sekunden auf dem elften Rang der nationalen Saisonbestenliste. Bereits im Vorlauf konnte sich der gelernte Lebensmitteltechnologe auf 6,94 Sekunden steigern und sich als Drittplatzierter seines Vorlaufs für den Halbfinal qualifizieren. Im ersten von zwei Halbfinalläufen stoppten die Uhren für den 20-Jährigen nach 6,92 Sekunden – erneute Steigerung der persönlichen Bestzeit um weitere zwei Hundertstel­sekunden und Finalqualifikation mit der siebtbesten Zeit aller Halbfinalisten.

«Der Finallauf war mein erklärtes Ziel. Ich wusste, dass ich dafür eine persönliche Bestleistung laufen musste und dass dies an einem guten Tag klappen sollte.» Im Endlauf hatte Andreas Haas somit nichts mehr zu verlieren. Der Menznauer kam gut aus den Blöcken und zeigte wiederum ein hervorragendes Rennen. So stoppten die Uhren bereits nach 6,87 Sekunden, was eine erneute Verbesserung der persönlichen Hallenbestzeit um fünf Hundertstelsekunden bedeutete. Hinter dem überragenden Pascal Mancini (6,67), der in diesem Winter die Limite für die Hallen-EM bereits mehrfach unterboten hatte, dem nicht medaillenberechtigten Mauritier Marie Jean-Yann De Grace (6,77) und Sylvain Chuard (6,78) wurde er auf der Anzeigetafel als Viertplatzierter aufgeführt und gewann somit Meisterschaftsbronze. «Ich habe mich super gefühlt, konnte mein ganzes Leistungsvermögen abrufen und mich zwischen den Läufen optimal erholen. Nie hätte ich aber von einer Medaille zu träumen gewagt. Umso grösser waren die Überraschung und meine Freude über diesen unerwarteten Exploit.»

U-23-Europameisterschaft ist sein grosses Ziel

Vor der Saison stand die Hallenbestzeit von Andreas Haas, der von der ehemaligen Bobpilotin Fabienne Meyer trainiert wird, bei 7,06 Sekunden. Seine Steigerung erklärt er sich durch die gezielte Verbesserung der Starttechnik. «Ein guter Start ist über 60 Meter extrem wichtig und führt aufgrund der höheren Geschwindigkeit meist automatisch zu einer besseren Endzeit. Meine Verbesserung zeigt die tolle Arbeit der letzten Wochen und Monate und beweist, dass sich der grosse Aufwand gelohnt hat.»

Bereits vor der Hallensaison hat sich der Menznauer die Qualifikation für die U-23-Europameisterschaften, welche vom 13. bis 16. Juli im polnischen Bydgoszcz stattfinden, über 100 Meter zum Ziel gesetzt. Dafür muss er seine Bestzeit, die seit 2015 bei 10,75 Sekunden steht, auf 10,60 Sekunden senken. Mit zu viel Rückenwind ist der 20-Jährige bereits eine Zeit von 10,64 Sekunden gelaufen. Die EM wäre der erste Grossanlass in der Karriere des Sprintspezialisten. Nach der starken Hallensaison stehen die Vorzeichen auf alle Fälle gut. «Diese Medaille und meine starke Zeit über 60 Meter motiviert mich zusätzlich. Ich hoffe, dass ich meine gute Form weiter verbessern und die EM-Limite unterbieten kann. Auf jeden Fall bin ich sehr gespannt, was im Sommer über 100 Meter möglich ist.»

Titel für Livia Odermatt und Barbara Leuthard

Anlässlich der Schweizer Hallenmeisterschaften konnte sich Livia Odermatt über ihren ersten Titel bei den Aktiven freuen. Der Sempacherin im Dress des BTV Aarau, die im Hochsprung eine persönliche Bestleistung von 1,85 Metern aufweist und in diesem Winter bereits die Höhe von 1,83 Metern übersprungen hatte, reichten am Sonntag 1,80 Meter zum Sieg. Ebenfalls Gold sicherte sich die Schwyzerin Barbara Leuthard im Dreisprung. Die 35-Jährige sprang 12,85 Meter weit und gewann damit bereits ihren neunten Dreisprungtitel in der Halle. Im Weitsprungwettkampf wurde sie zudem mit einer Weite von 6,01 Metern Dritte. Silber sicherte sich der Zuger Tobias Furer, der im vergangenen Jahr an der Leichtathletik-EM in Amsterdam über 110 Meter Hürden an den Start gegangen war. In 7,94 Sekunden lief er über 60 Meter Hürden zwar die gleiche Zeit wie der elf Jahre jüngere Jason Joseph, der Zielfilm entschied jedoch zu Gunsten des Baselbieters. Bitter für Tobias Furer: Nebst dem Titel verpasste er auch den Bestätigungswert für die Hallen-EM und wird in Belgrad nicht an den Start gehen können.

Der Willisauer Roland Christen zeigte über 800 Meter ein offensives Rennen und lief als einziger Athlet mit dem Rappers­wiler Hugo Santacruz, der in 1:48,46 Minuten die EM-Limite unterbot, mit. Am Ende stoppten die Uhren für den Elektroplaner nach 1:50,48 Minuten, womit er sich verdientermassen die Silbermedaille sicherte. Auch seine Vereinskollegin Stefanie Barmet, die sich im Freien auf die 1500-Meter-Distanz fokussiert, zeigte über die gleiche Distanz ein mutiges Rennen und wurde dafür mit einer Hallenbestzeit von 2:08,72 Minuten und der Bronzemedaille belohnt. (stb)

Meeting Magglingen

Männer. 60 m: 3. Andreas Haas (Willisau) 6,97 (Persönliche Bestzeit). Tobias Furer (Zug) 7,05. Kim Lenoir 7,19 (PB). Eric De Groot (Luzern) 7,20 (PB). – 200 m: De Groot 22,68. Sandro Wanner (Willisau) 22,74. Nino Portmann (Nidwalden) 23,92 (PB). – 400 m: Thomas Züger (Luzern) 51,79. – 800 m: 1. Roland Christen (Willisau) 1:51,75 (SB). – 1000 m: 5. Silas Zurfluh (Steinen) 2:36,56 (PB). – 60 m Hürden: Furer 8,04. – Stab: 4. Marco Jost (Emmenstrand) 4,50. – Weit: David Keller (Luzern) 6,51 (PB). – U 20. Weit: Fabian Steffen (Altbüron) 6,33 (SB). – U 18. 60 m Hürden: Fabio Haueter (Sarnen) 8,42. Nino Portmann 8,83 (PB). – Stab: 1. Portmann 3,60 (PB).

Frauen. 60 m: Inola Blatty (Rothenburg) 7,61 (PB). Géraldine Frey (Zug) 7,69. Silke Lemmens (Zug) 7,84 (PB). Julia Niederberger (Nidwalden) 7,99 (PB). – 200 m: Blatty 24,97 (SB). Niederberger 24,99 (PB). Lemmens 25,37 (PB). – 800 m: 4. Stefanie Barmet (Willisau) 2:09,98 (PB). 6. Lisa Stöckli (Gettnau) 2:16,76. – 1000 m: 3. Barmet 2:50,39 (PB). Seline Scherrer (Willisau) 2:55,35 (PB). – U 20. 60 m Hürden: 3. Géraldine Ruckstuhl (Altbüron) 8,90. – Hoch: 1. Ruckstuhl 1,75 (PB). – Weit: 2. Ruckstuhl 5,74 (SB). – Kugel (4 kg): 1. Ruckstuhl 13,19 (PB). – U 18. 60 m Hürden: Tina Baumgartner (Nidwalden) 9,65 (PB). Denise Bächler (Sarnen) 9,78. Fabia Küchler (Kerns) 9,78.

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