Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LEICHTATHLETIK: Mujinga Kambundji ist in der Weltspitze angekommen

Dank der ersten Schweizer Sprint-Medaille an weltweiten Titelkämpfen hat Mujinga Kambundji an den Hallen-WM den internationalen Durchbruch endgültig geschafft. Ihre Perspektiven sind glänzend.
Christian Finkbeiner (sda)
Freut sich über die Bronzemedaille und lässt sich feiern: Mujinga Kambundji, die für die erste Schweizer Medaille bei einer Hallen-WM seit 2001 sorgte. (Bild: Matt Dunham/AP (Birmingham, 2. März 2018))

Freut sich über die Bronzemedaille und lässt sich feiern: Mujinga Kambundji, die für die erste Schweizer Medaille bei einer Hallen-WM seit 2001 sorgte. (Bild: Matt Dunham/AP (Birmingham, 2. März 2018))

Christian Finkbeiner (SDA)

Es war der berühmte Tag X, an dem für Mujinga Kambundji alles aufging. 7,15, 7,10, 7,05 lief die 25-jährige Bernerin am Freitag innerhalb von elf Stunden über 60 m, erreichte ihren ersten WM-Final der Karriere und stieg als erste Schweizerin seit André Bucher 2001 an einer Hallen-WM aufs Podest. «Dass ich in meinem ersten WM-Final gleich noch eine Medaille gewonnen habe, war die Krönung.»

Die Tatsache, dass im Vergleich zu früheren Titelkämpfen fast die komplette Sprint-Elite in Birmingham am Start war, macht Kambundjis Medaille noch wertvoller. Elaine Thompson, Dafne Schippers, Murielle Ahouré und Marie-Josée Ta Lou sind mehrfach dekorierte WM- oder Olympiamedaillengewinnerinnen. «Es war keine einfache WM, die Schnellsten waren da», sagte Kambundji. «Ich gehörte dazu – und schlug diese sogar.»

Bereit, wenn es zählt

In den britischen Midlands legte Kambundji die Konstanz an den Tag, die sie bereits in den Wochen zuvor ausgezeichnet hatte. Sie bestätigte, dass der Schweizer Rekord von 7,03, den sie vor zwei Wochen in der Anonymität in Magglingen aufgestellt hatte, kein Zufall war. «Viele können an Meisterschaften ihre Leistungen nicht bestätigen», sagte Kambundji. Sie habe aber bewiesen, dass sie dieses Niveau drauf habe. «Dies zeigt, dass ich in der Weltspitze angekommen bin.»

Vor zwei Monaten hatte wenig auf diesen Exploit hingedeutet. Die Zusammenarbeit mit dem Niederländer Henk Kraaijenhof entwickelte sich nicht wie erhofft, Kambundji zog die Reissleine und bereitete sich ohne Trainer auf die Saison vor. Sie arbeitete vermehrt an der Reaktivkraft, trainierte zwar intensiv, legte aber mehr Pausen zwischen den Trainings ein. Sie verlor an Gewicht, das Körpergefühl wurde besser. «Ich bin zu dem zurückgekehrt, was früher funktioniert hat.» Die erste Bestätigung, dass ihr Weg funktionieren könnte, erhielt Kambundji Ende Januar am Meeting in Berlin, als sie 7,14 lief. «Ich war erleichtert. Es zeigte mir, dass ich recht hatte mit dem Wechsel.»

Auf den Lorbeeren ausruhen will sich Kambundji nach ihrem bislang grössten Erfolg allerdings nicht: «Ein Zwischenziel ist erreicht, aber es geht weiter. Ich merke, dass ich noch mehr drauf habe.» Nicht nur der Erfolg, sondern auch die Tatsache dass ihre Entwicklung immer weitergeht, motiviert sie. Nach einer Woche Pause wird sie das Training im Hinblick auf die Freiluftsaison mit den Europameisterschaften in Berlin im August als Höhepunkt wieder aufnehmen. Bald wird sie sich auch wieder einer Trainingsgruppe im Ausland anschliessen. «Ich habe gemerkt, dass es während der Wettkampfsaison gut ist, wenn ich auch auf mich höre. Aber im Saisonaufbau traue ich mich nicht, alles selber zu machen.»

Hallen-WM

Birmingham. Finals. Männer. 60 m: 1. Coleman (USA) 6,37. – 400 m: 1. Pavel Maslak (CZE) 45,47. – 800 m: 1. Kszczot (POL) 1:47,47. – Drei: 1. Claye (USA) 17,43 (JWB). – Kugel: 1. Walsh (NZL) 22,31 (JWB). – Siebenkampf: 1. Mayer (FRA) 6348 Punkte (JWB).

Frauen. 400 m: 1. Okolo (USA) 50,55. – 1500 m: 1. Dibaba (ETH) 4:05,27. – 60 m Hürden: 1. Harrison (USA) 7,70 (JWB). – Stab: 1. Morris (USA) 4,95 (JWB). – Drei: 1. Rojas (VEN) 14,63 (JWB).

Vorläufe und Qualifikationen. Männer. 60 m Hürden. Vorlauf. 5. Serie: 1. Martinot-Lagarde (FRA) 7,62. – Ferner: 6. Joseph (SUI) 7,89. – Joseph als Gesamt-30. ausgeschieden. – Frauen. 800 m. Vorlauf. 2. Serie: 1. Oskan-Clarke (GBR) 2:01,76. 2. Büchel (SUI) 2:01,84. – Büchel im Final von heute.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.