LEICHTATHLETIK: Sie nimmt die Hürden mit Bravour

Die erst 14-jährige Ronja Wengi hat grosse Pläne. Die Leichtathletin des LK Zug will eines Tages an einer Europa- oder Weltmeisterschaft starten. Im Februar feierte sie den grössten Erfolg ihrer noch jungen Karriere.

Michael Wyss
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Ronja Wengi (14) will später Physiotherapeutin werden. Momentan geht sie für den Leichtathletik-Klub Zug an den Start. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 27. April 2017))

Ronja Wengi (14) will später Physiotherapeutin werden. Momentan geht sie für den Leichtathletik-Klub Zug an den Start. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 27. April 2017))

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

«Die Hallennachwuchs-Schweizer-Meisterschaft wird unvergesslich bleiben. Das waren Eindrücke und Momente, einfach unbeschreiblich schön», zeigte sich die erst 14-jährige Steinhauserin Ronja Wengi immer noch ganz emotional letzte Woche. Mitte Februar feierte die Sekundarschülerin im Athletik-Zentrum St. Gallen bei der Hallen-Schweizer-Meisterschaft mit dem Gewinn der Silbermedaille im Stabhochsprung in der Kategorie U16 nämlich ihren bisher grössten Erfolg. Wengi sprang mit 2,80 Metern eine neue persönliche Bestleistung (PB). «Mein grosses Ziel war das Podest. Eine Rangierung unter den Top 3 verfolge ich eigentlich meistens bei einem Wettkampf», so die junge und sympathische Steinhauserin. «Dieses ehrgeizige Ziel muss einfach sein. Nur so komme ich weiter und kann mich verbessern und weiterentwickeln. Ich bin ehrgeizig, und wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ist das so», sagt sie lachend. «Ich bin auch gut gelaunt und eine fröhliche Person.»

Die Leidenschaft zur Leichtathletik entdeckte Wengi in der Primarschulzeit. «Es begann, als ich in der ersten Klasse war. Schuld, im positiven Sinn gemeint, dass ich heute Leichtathletik ausübe, ist meine 16-jährige Schwester Deborah, die beim Leichtathletik-Klub Zug (LKZ) als Sprinterin und Hürdenläuferin ist. Sie motivierte mich zu dieser Sportart.» Der Dritte im Bunde der Kinder, Florian (12), spielt in Steinhausen Fussball. «Wir sind sportlich unterwegs und unterstützen uns auch moralisch.» Eine grosse Stütze sind aber auch die Eltern: «Sie stärken uns bei der Ausübung unserer Sportarten den Rücken. Sie ermöglichen uns mit ihrer Unterstützung unsere Hobbys, was wir sehr schätzen.»

Viel Lob für die Trainer

Und heute ist Wengi eine leidenschaftliche Leichtathletin: Stabhochsprung, Hürden, Sprint, Weit- und Hochsprung sind ihre Lieblingsdisziplinen. Spezialisiert hat sie sich noch nicht auf eine einzige Disziplin. «Das möchte ich auch nicht. Mir ist es wichtig, dass ich verschiedene Disziplinen machen kann. Leichtathletik ist dadurch sehr facettenreich mit den verschiedenen Möglich­keiten. Ich erlebe mein Hobby sehr ­abwechslungsreich und spannend.» Dennoch, irgendetwas muss beim Stabhochsprung speziell sein, oder? «Ja, das ist so. Es ist das Fliegen und der Moment, wo man über der Latte schwerelos ist. Das alles ist unbeschreiblich. Man muss es selber erleben».

Den LK Zug erlebt die 14-Jährige sehr familiär. «Ich fühle mich sehr wohl hier. Wir haben auch sehr gute Nachwuchstrainerinnen und Nachwuchstrainer.» Namentlich erwähnt hatte sie unter anderem Michael Hutter (Trainer Stabhochsprung), Jürg Meile (Hürden) und Corina Baumgartner (U16). Hat die Sekundarschülerin aus Steinhausen auch Vorbilder? «Der Schweizer Leichtathlet Kariem Hussein (28) und die Schweizer Leichtathletin Mujinga Kambundji (25) bewundere ich, genauso Tobias Furer (29), den Leichtathleten vom LK Zug. Sie haben schon viele nationale und internationale Erfolge gefeiert und sind Vorbilder für viele von uns im Nachwuchs.» Auch für die Amerikanerin Sandi Morris (24), die Stabhochspringerin ist, hat die 14-Jährige einige Sympathien.

Wengi startet an den Wettkämpfen für den LKZ jeweils im Einzel wie auch im Mehrkampf. Das grosse Ziel wäre, eines Tages an einer Europa-, Weltmeisterschaft oder Olympiade zu starten. «Das ist ein grosser Traum von mir, bei einem Grossanlass einmal dabei zu sein und die Schweiz zu vertreten. Egal in welcher Disziplin auch immer.» Momentan backt die 14-Jährige (wird im Oktober 15 Jahre) im Nachwuchs noch etwas kleinere Brötchen. Im September steht in Winterthur die U16-Schweizer-Meisterschaft auf dem Programm. Wengi startet sicher beim Stabhochsprung und anderen Disziplinen (Limiten für Stabhochsprung, Weitsprung, Sprint und Hürden sind für die Schweizer Meisterschaft erfüllt). Mit welchem Ziel geht es an die SM? «Ich will auf das Podest. Eine Medaille wäre natürlich sehr schön.»

Dafür nimmt die Schülerin auch einiges in Kauf, respektive verzichtet auf vieles. Nebst der Schule fährt sie viermal wöchentlich zum Training ins Leichtathletikstadion Allmend Zug. «Leichtathletik ist meine ganz grosse Leidenschaft. Es gehört zu meinem Leben.» Leichtathletik wird aber immer ein Hobby bleiben. Geld lässt sich damit nicht verdienen. «Das bin ich mir bewusst. Mein Berufswunsch ist, eines Tages als Physiotherapeutin zu arbeiten. Die Leichtathletik soll aber mein Hobby bleiben und wird mich vermutlich mein ganzes Leben lang begleiten.»

Einige Wettkämpfe sind auf dem Programm

Wengi wird an einigen Wettkämpfen teilnehmen. Unter anderem an den Schweizer Vereinsmeisterschaften im Nachwuchs in Hochdorf (13. Mai); Innerschweizer Staffelmeisterschaften in Küssnacht SZ (27. Mai); UBS Kids Cup, Lokalausscheidung/Swissathleticssprint in Zug (31. Mai); Einkampfmeisterschaften in Luzern (10./11. Juni); UBS Kids Cup, Kantonalfinal in Zug (21. Juni); Regionenmeisterschaften Nachwuchs in Aarau (24./25. Juni); Nachwuchs-Stabmeeting in Zug (7. Juli); Sommermeeting in Sarnen (19. August); Kantonewettkampf in Rothenburg (20. August); Schweizer Meisterschaften U18/U16 in Winterthur (9./10. September); Bettagsmeeting in Zug (15./16. September) und Mehrkampfmeisterschaften in Hochdorf (23./24. September). «Diese Termine sind fix. Vermutlich werden noch einige Termine mehr dazu kommen.»