Leichtathletik-WM in London: Der Sport triumphiert

Sportredaktor Klaus Zaugg über die Leichtathletik-WM in London

Klaus Zaugg
Drucken
Teilen
Sportreporter Klaus Zaugg zur Schweizer Eishockey-Nati an der WM. (Bild: pd)

Sportreporter Klaus Zaugg zur Schweizer Eishockey-Nati an der WM. (Bild: pd)

Wir werden in den nächsten Tagen mit der Leichtathletik-WM in London wieder ein Beispiel für die Kraft des Sportes erleben. Die Leichtathletik steht wie sonst nur noch der Radrennsport für die zerstörerischen Kräfte, die den modernen Sport heimsuchen. 1988 hatte der Sprinter Ben Johnson für den ersten globalen Dopingskandal gesorgt, und seither ist dieser Sport nicht mehr zur Ruhe ge­kommen: Korruption, gegen Geld vertuschte Dopingproben, Schummeleien der Kampfrichter, und auch die Schweiz ist nicht ungeschoren davongekommen (Sandra Gasser). Zurzeit ist Russland von der WM ausgeschlossen (Doping) – zugelassen sind gerade mal 19 Athleten. Die Delegation der einstigen Leichtathletik-Weltmacht ist daher akkurat gleich gross wie die der Schweiz.

Und doch ist die Leichtathletik stärker denn je – international und in der Schweiz. Was kümmert uns noch Ben Johnson? In London wird mit Usain Bolt, auch ein Sprinter, einer der charismatischsten Sportler aller Zeiten seine letzte Runde dre­hen. Und er wird Nachfolger haben. Die Schweiz schien in der internationalen Leichtathletik kein Faktor mehr zu sein. Was haben wir nicht alles für Erklärungen gehört, warum das lo­gisch sei: zu wenig Geld für die Stars, zu gut das Leben bei uns. Stimmt alles nicht. Die Schweizerinnen und Schweizer haben vor einem Jahr bei der EM ein Rekordergebnis erzielt (fünf Medaillen) – und stehen als Beispiel, wie ein Sportverband durch kluge Nachwuchsarbeit den Anschluss an die Spitze wiederfinden kann.

Die Leichtathletik wird in den nächsten Tagen ein globales Sportfest feiern – und uns die Botschaft vermitteln, dass der Sport immer triumphiert.

Klaus Zaugg

sport@luzernerzeitung.ch