Leiden mit Seferovic, Hoffen auf Irland – das sind die Erkenntnisse nach dem 1:0-Sieg gegen Georgien

Was bleibt nach dem wichtigen, aber nicht souveränen Erfolg gegen Georgien? Die Schweiz darf sich auf die EM freuen. Aber es gibt auch Grund für Sorgen. Eine Übersicht.

Etienne Wuillemin
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Haris Seferovic fehlte gegen Georgien spürbar. So wie acht andere Nationalspieler ebenfalls. (Bild: Bott/Keystone)

Haris Seferovic fehlte gegen Georgien spürbar. So wie acht andere Nationalspieler ebenfalls. (Bild: Bott/Keystone)

1. Es sind zu viele Ausfälle

Die Liste der Absenzen war schon ziemlich lang: Xherdan Shaqiri, Fabian Schär, Steven Zuber, Breel Embolo, Remo Freuler, Admir Mehmedi, Josip Drmic und Mario Gavranovic. Dann gesellte sich kurz vor Anpfiff auch noch Haris Seferovic dazu. Jener Stürmer, der im Oktober mit seinem frühen Tor das wichtige Spiel gegen Irland in die richtigen Bahnen lenkte. Und man fragte sich: Können die Schweizer auch noch diesen Ausfall kompensieren? Oder ist es irgendwann zu viel?

Nun: Die Schweiz ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Das soll nun nicht eine explizite Kritik an der zweiten Garde sein. Kein Team der Welt kann den Ausfall von mindestens fünf Stammspielern einfach so wettmachen. Alleine schon der Automatismen wegen. Und doch gilt es auch festzuhalten: Einige Ergänzungsspieler haben ihre Chance nicht genutzt. Renato Steffen, Edimilson Fernandes und Albian Ajeti beispielsweise. Ruben Vargas fühlt sich auf dem Flügel wohler als ganz vorne. Ein Glück, dass mit Cédric Itten ein Debütant zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand. Vielleicht ist das auch kein Zufall. Denn Itten hat im Gegensatz zu einigen anderen, auch arrivierten Schweizer Nationalspielern Spielpraxis.

Auffällig war auch: Je länger das Spiel dauerte, desto mehr fehlte der Schweiz die Balance. Und das hat nicht nur mit dem Mittelfeld zu tun.  

Seine Zukunft in Mailand ist fraglich: Ricardo Rodriguez verliert je länger je mehr seine Stilsicherheit, weil er bei der AC Milan nicht mehr zum Einsatz kommt. (Bild: Thoma/freshfocus)

Seine Zukunft in Mailand ist fraglich: Ricardo Rodriguez verliert je länger je mehr seine Stilsicherheit, weil er bei der AC Milan nicht mehr zum Einsatz kommt. (Bild: Thoma/freshfocus)

2. Wintertransfers sind unumgänglich

Was die Spielpraxis betrifft, müssen sich auch einige der wichtigsten Schweizer Nationalspieler Gedanken machen. Shaqiri, Granit Xhaka und Ricardo Rodriguez namentlich. Sie alle müssen sich im Winter genau überlegen, ob vielleicht ein Transfer nicht doch Sinn machen würde. Natürlich gilt es genau abzuwägen, und nicht immer steht das Nationalteam an allererster Stelle der Überlegungen. Vladimir Petkovic wird trotzdem ein gutes Wort einlegen – und darauf hoffen, dass einige Schlüsselspieler eine Luftveränderung erfahren.

Hier schocken die Iren in ihrem Heimspiel die Schweiz. Am Montag soll Dänemark dasselbe passieren - es könnte bedeuten, dass die Schweiz doch noch Gruppensieger wird. (Bild: AP/Morrison)

Hier schocken die Iren in ihrem Heimspiel die Schweiz. Am Montag soll Dänemark dasselbe passieren - es könnte bedeuten, dass die Schweiz doch noch Gruppensieger wird. (Bild: AP/Morrison)

3. Die Schweiz drückt Irland die Daumen

Noch immer ist es möglich, dass die Schweiz am Ende dieser Qualifikation in der Gruppe D den ersten Platz belegt. Dazu muss ein Sieg gegen Gibraltar her. Zudem dürfen die Dänen gleichzeitig in Irland nicht gewinnen. Eine gewisse Relevanz hat der Gruppensieg wegen der Einteilung für die Lostöpfe hinsichtlich der EM-Gruppen. Die Uefa erstellt nach Abschluss aller Qualifikationsspiele eine Gesamtrangliste – zuvorderst die zehn Gruppensieger. Das bedeutet: Um doch noch im zweiten Lostopf zu landen, muss die Schweiz Gruppensieger werden (Topf 1 ist unrealistisch). Wird sie es nicht, droht der Fall in Topf 3 und damit mitunter eine ziemliche Hammer-Gruppe. Die Auslosung findet am Samstag 30. November in Bukarest statt.