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Leise Riesen, laute Zwerge beim Laver Cup

Das Team World gefällt sich beim Laver Cup in Genf gegen Europa in der Rolle des vollmundigen Herausforderers.
Simon Häring
Roger Federer am Gala-Abend des von ihm mitinitiierten Laver Cup. (Bild: KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI)

Roger Federer am Gala-Abend des von ihm mitinitiierten Laver Cup. (Bild: KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI)

Beim dritten Laver Cup, der an diesem Wochenende in Genf über die Bühne geht, sind die Rollen so klar verteilt wie noch nie zuvor. Beim Team Europa um Roger Federer und Rafael Nadal ist selbst der Ersatzspieler besser klassiert als der Beste im Team World.

Gleichwohl gibt sich Riese Europa vor dem ersten Spieltag bescheiden und diplomatisch. Man gönnt sich den Luxus, sich mit sich selber zu beschäftigen. Federer sagt, er gönne Nadal jeden weiteren Grand-Slam-Titel, auch wenn das bedeute, dass er seinen Rekord dereinst an den Spanier abtreten müsste. Nadal stimmt in den Minnegesang ein.

Doch eigentlich gehe es ja nun um den Laver Cup. Und Federer sagte, er habe sich seit Tagen mit möglichen Doppelpaarungen beschäftigt, denn sowohl in Prag vor zwei als auch in Chicago im Vorjahr haben die Europäer nur ein Doppel gewonnen.

2017 war das, als Federer und Nadal zum ersten und bislang einzigen Mal auf der gleichen Seite des Netzes standen. Es sei gut möglich, sagt Teamcaptain Björn Borg, dass er die beiden erfolgreichsten Spieler der Geschichte wieder für das Doppel nominiere.

Das ist natürlich reine Koketterie, und alles andere als das wäre eine Überraschung. Alles andere als Leisetreter sind die Exponenten des Teams World, dem auf dem Papier die Rolle des Zwergen zufällt. Nick Kyrgios sagt: «Unsere Chemie ist viel besser als bei den Europäern. Ich habe keine Angst vor ihnen.»

Schliesslich habe er jeden seiner möglichen Gegner schon einmal besiegt, und andere in seinem Team auch, «darum glaube ich fest daran, dass wir gewinnen werden». Es wäre das erste Mal im dritten Anlauf für Team World.

«Vielleicht treten Federer und Nadal dann zurück»

Ähnlich offensiv äussert sich Kyrgios’ Captain, John McEnroe. Die Frage, wer denn nun der Beste der Geschichte sei – Federer oder Nadal –, er kann sie nicht mehr hören. «Reden wir wieder, wenn ihre Karrieren vorbei sind.

Vielleicht ist es ja nach diesem Wochenende so weit, nachdem wir ihnen den Hintern versohlt haben. Das wäre doch eine überraschende Geschichte, nicht wahr? Wir wären gerne Teil davon.» Teil von etwas Grösserem sein – das wollen alle, die am Laver Cup teilnehmen.

Seit Tagen beteuern sie vehement, der noch junge Wettbewerb sei alles andere als eine Schauveranstaltung ohne sportlichen Wert. «Wieso soll das wertlos sein?», sagt der Deutsche Alexander Zverev mit reichlich Unverständnis.

Wenn Leute wie Federer und Nadal in einer Mannschaft spielen, sich gegenseitig anfeuern, sich Tipps geben – dann müsse sich den Laver Cup auch der anschauen, der kein Tennisfan sei. 17 000 Zuschauer werden das jeden Tag von Freitag bis Sonntag jeweils tun und den Teamwettbewerb zu einem Tennisfest machen.

Nur etwas wird wohl kaum passieren: dass der Laver Cup der Schauplatz von Roger Federers oder Rafael Nadals Rücktritt wird. Denn das würde selbst den vollmundigen John McEnroe überraschen.

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