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Letzte Chance für Semyel Bissig

Der Nidwaldner Semyel Bissig steht zum letzten Mal bei einer Junioren-WM im Einsatz. Seine bisherigen Einsätze in Val di Fassa verliefen nicht wunschgemäss. Am Dienstag bestreitet er den Slalom.
Peter Gerber Plech
Startet heute in seiner Kerndisziplin, dem Slalom: Semyel Bissig. (Bild: Jakob Ineichen (Sörenberg, 29. Dezember 2018))

Startet heute in seiner Kerndisziplin, dem Slalom: Semyel Bissig. (Bild: Jakob Ineichen (Sörenberg, 29. Dezember 2018))

Irgendwie passt die Geschichte in den Verlauf von Semyel Bissigs Saison. Der 21 Jahre alte Nidwaldner ist bei den Junioren-Weltmeisterschaften in Val di Fassa die Gold-Hoffnung in der Kombination. Und dann fährt er am Samstagvormittag, obwohl sein Trainingsaufwand für die Speed-Disziplinen in diesem Winter gegen null Trainingstage tendiert, im Kombi-Super-G auf Platz 7. Nur 1,12 Sekunden büsst Bissig auf den Amerikaner River Radamus, den neuen Junioren-Weltmeister in dieser Disziplin, ein. Der Fahrplan Richtung Medaille stimmt, die Aussicht auf Gold ist da. Vor dem Zentralschweizer liegen mit Radamus, den Schweizern Lars Rösti und Arnaud Boisset, dem Tschechen Jan Zabystran und dem Österreicher Manuel Traninger praktisch nur Fahrer, die ihre Stärken in den schnellen Disziplinen haben.

Es kommt der Nachmittag und mit ihm Bissigs stärkere Disziplin. Aber nach nur wenigen Slalomtoren steht der Nidwaldner am Pistenrand und schüttelt den Kopf. DNF (did not finish) wird in den Resultatlisten stehen. Der Grund für dieses Kürzel: Bissig hat sich die Kante seines Slalomski ruiniert. «Entweder schon beim Startgate oder beim ersten oder zweiten Tor, ich weiss es nicht genau», erklärt Bissig. Er habe schnell gemerkt, dass etwas nicht stimme. «Der Ski war nicht mehr fahrbar und ich wäre nie und nimmer konkurrenzfähig gewesen.»

Die fehlenden Trainingstage

Am vergangenen Mittwoch wurde er 13. in der WM-Abfahrt, am Donnerstag 11. im WM-Super-G. «Wenn man die Vorgeschichte berücksichtigt, dann durfte ich nicht mehr erwarten. Die Resultate waren sicher nicht zufriedenstellend, aber okay. Und manchmal muss man nehmen und akzeptieren, was es gibt.» Semyel Bissig kann ohne Schmerzen im Knie Ski fahren. Immerhin. Denn eigentlich müsste er seinem rechten Knie noch drei Wochen Pause gönnen. Am 23. Januar hatte er sich beim Europacup-Riesenslalom in Courchevel das Innenband in besagtem Gelenk gerissen. «Mir fehlen die Trainingstage. Dadurch die Selbstverständlichkeit auf dem Ski und logischerweise auch das Selbstvertrauen. Aber ich darf glücklich sein, dass ich überhaupt hier am Start stehen und schon wieder Rennen fahren kann.» Mit den technischen Rennen standen Bissigs Kerndisziplinen ja noch bevor. Die bestmögliche Leistung wolle er zeigen, sagte Bissig am Sonntag. Insgeheim ist auch die Hoffnung auf Gold da. Es sind seine letzten Junioren-Weltmeisterschaften – eine Bronzemedaille (Super-G 2017) und eine Silbermedaille (Kombination 2018) hat er schon.

Im Riesenslalom aber lief es gestern auch nicht nach Wunsch. Gar nicht. Bissig beendete den 1. Lauf mit grossem Rückstand und verzichtete wegen einer schmerzenden Hüfte auf den finalen Durchgang. Es seien Nachwirkungen vom Sturz in Cour­chevel, sagte er. «Ich kann den linken Ski nicht voll belasten. Mit 80 Prozent Leistung reicht es an einer WM zu nichts», stellte er ernüchtert fest. Dem Nidwaldner bleibt der Slalom von heute Dienstag als letzte Chance.

Dass im Winter 2018/19 wenig zusammengepasst hat und die Leistungen bisher nicht den Erwartungen entsprachen, weiss keiner besser als Bissig selbst. Er mache heute noch zu viele Fehler auf dem Ski, gesteht sich Bissig ein.

Bilanz über die Saison ziehen will er noch nicht. Denn er pusht sich mit der Hoffnung, die sich schon bei anderen Rennfahrern in ähnlichen Situationen erfüllt hat: «Ein wirklich gutes Resultat kann so viel verändern.» Vielleicht bringt Semyel Bissig dieses Resultat am 26. Februar ins Ziel. Der Slalom in Val di Fassa wird sein letzter Auftritt bei einer Junioren-WM sein. Wenn die Gesundheit mitspielt.

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