Fussball

Denkwürdiger Super Sunday: Zwei Derbys, viele Tore und Tumulte

Super Sunday auf den Limmattaler Fussball-Plätzen. Zum Abschluss der 3.-Liga-Vorrunde gabs am Sonntag zwei Hammerderbys. Schlieren und Birmensdorf heissen die Sieger eines denkwürdigen 3.-Liga-Sonntags

Melanie Wirz und Andreas Fretz
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Im Werd empfing Oetwil-Geroldswil nach fünf Siegen in Serie den zu Beginn der Saison hoch gehandelten Aufstiegsanwärter aus Schlieren. Die Ausgangslage hatte es in sich. Die Gäste, auf Rang 6 der Tabelle, lagen einen Punkt hinter dem viertplatzierten FC Oetwil-Geroldswil. Der Sieger würde als Limmattaler Wintermeister in die Saisonpause gehen. In Birmensdorf galt es, sich ein Polster für die kalte Jahreszeit anzulegen. Das Heimteam (9. Rang) ging mit zehn Punkten ins Derby, Verfolger Engstringen brachte sechs Zähler mit. Anpfiff auf beiden Plätzen: 10.15 Uhr. Der Super Sunday in der Konferenzschaltung:

3. Minute: Tor in Geroldswil – 1:0. Ein Traumstart für die Männer von Trainer Andrea Roselli. Robin Bühler erzielt nach einer wunderschönen Kombination den Führungstreffer für den Heimclub. Der Pass kommt von Noli Bekiri, Bühler hebt den Ball gekonnt über Torhüter Salvatore Bivinelli. Der FCOG macht weiter Druck und ist in der Startphase die spielbestimmende Mannschaft.

16. Minute: Tor in Birmensdorf – 0:1. Engstringen geht nach einer druckvollen Anfangsphase verdient in Führung. Von einem Birmensdorfer Ballverlust am rechten Flügel profitiert Patrick Meier und versenkt das runde Leder im Netz.

24. Minute: Tor in Geroldswil – 1:1. Das Team von Trainer Beat Studer stört früh. Prompt unterläuft der FCOG-Abwehr ein Fehler. Emanuele Preite passt auf Mike Dolium. Der erzielt mit der ersten Chance den etwas glücklichen Ausgleich für Schlieren. Oetwil-Geroldswil verliert in der Folge den Faden. «Einfach und schnell spielen», fordert Andrea Roselli seine Männer immer wieder auf.

26. Minute: Verschossener Penalty in Birmensdorf. Engstringen vergibt die Grosschance zum 2:0. Nach einem Foul im Birmensdorfer Strafraum zeigt der Schiedsrichter knallhart auf den Penaltypunkt. Engstringens Armend Redzepi tritt zum Verwerten des 100-Prozenters an – und verschiesst. Statt ins viereckige Gehäuse knallt der Ball an den linken Pfosten.

32. Minute: Tor in Birmensdorf – 0:2. Egon Isenring steht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Nach einem Ball aus der Mitte trifft der linke Flügelläufer gekonnt zum zweiten Engstringer Tor. Damit scheinen die Machtverhältnisse auf dem Platz geklärt. Die Gäste gehen unerwartet, aber verdient mit 2:0 in Führung.

45. Minute: Tor in Birmensdorf – 1:2. Kurz vor dem Pausenpfiff gelingt den Birmensdorfern der Anschlusstreffer zum 1:2. Vincenzo Cirigliano bringt mit seinem Tor neue Motivation für die zweite Halbzeit ins Team.

52. Minute: Tor in Geroldswil – 1:2. Schlieren kommt geladen aus der Kabine, reisst das Diktat nun an sich. Mete Güner spielt einen Querpass auf Emanuele Preite, dieser braucht den Ball nur noch über die Linie zu schieben. Somit trägt der FC Schlieren das virtuelle Limmattaler Leadertrikot.

55. Minute: Tor in Birmensdorf – 2:2. Nach der Pause scheinen beide Teams wie ausgewechselt. Birmensdorf ist vermehrt im Ballbesitz und macht Druck nach vorne, während Engstringen nur noch mit Mühe mithalten kann. Den Freistoss knapp vor der Sechzehnerlinie, der eigentlich ein Penalty hätte sein müssen, wehrt der Engstringer Keeper noch ab. Den Abpraller nutzt Srdan Markovic und platziert den Ball gekonnt unter der Latte zum Ausgleich.

64. Minute. Tor in Geroldswil – 1:3. Die physischen Vorteile Schlierens werden immer offensichtlicher. Mike Dolium sucht im Strafraum
das Foul, Oetwil-Geroldswils Ramon Emmenegger tut ihm den Gefallen. Penalty für Schlieren. Emanuele Preite verwandelt souverän zum 3:1.

68. Minute: Tumulte in Geroldswil. Nun herrscht richtige Derby-Stimmung im Werd. Die Nerven liegen blank, die Sprache wird derber. Nach einem umstrittenen Entscheid schubst Trainer Roselli den freiwilligen Linienrichter Peter Bühlmann und Assistenztrainer Antonio Miraglia stibitzt ihm das Fähnchen. An der Seitenlinie kommt es zur Rudelbildung. Schlierens Trainer Beat Studer beruhigt die Situation und die Gemüter und übernimmt das Fähnchen und den Job an der Seitenlinie.

75. Minute: Lattenknaller in Geroldswil. Ein letztes Aufbäumen des Platzklubs. Claudio Lauper zieht ab, Torhüter Bivinelli lenkt den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte. Es bleibt beim 1:3.

76. Minute: Pfostenkopfball in Birmensdorf. Der Ausgleich verleiht den Gastgebern Mut. Sie wagen einen Angriff nach dem anderen. Für den Gefährlichsten ist Srdan Markovic verantwortlich: Nach einer schönen Flanke vom rechten Flügel köpfelt Markovic beinahe perfekt in Richtung Tor. Beinahe perfekt, weil der Ball vom rechten Pfosten gestoppt wird.

87. Minute: Tor in Birmensdorf – 3:2. In der zweiten Halbzeit sind die Birmensdorfer kaum zu stoppen. Nach einem soliden Zusammenspiel von Verteidigern und Mittelfeld-Akteuren gelangt ein tiefer Pass zum eben erst eingewechselten Sebastian Freisinn. Ihm scheint es keine Mühe zu bereiten, den Ball ins Tor zu befördern. Er trifft von der linken Seite zum verdienten Führungstreffer.

92. Minute: Tor in Birmensdorf – 4:2. Der Lauf der Gastgeber nimmt kein Ende. Auch in der Nachspielzeit lassen die Spieler des FC Birmensdorf nichts anbrennen. Srdan Markovic erzielt mit seinem zweiten Treffer dieser Partie das 4:2. Das Spiel ist entschieden. Birmensdorf baut den Vorsprung auf Engstringen auf sieben Punkte aus, die Gäste rutschen in der Tabelle unter den Strich.

96. Minute: Tor in Geroldswil – 1:4. Der FCOG hat sich müde gelaufen, Schlieren wird in der zweiten Halbzeit seiner Favoritenrolle vollauf gerecht. Tief in der Nachspielzeit schliesst Mike Dolium einen Konter zum verdienten 4:1-Endstand ab. Schlieren klettert mit diesem Sieg in der Tabelle auf Rang vier hoch und sichert sich den inoffiziellen Titel des Limmattaler-Wintermeisters.

Nach dem Schlusspfiff: Faire Geste in Geroldswil. Trainer Andrea Roselli entschuldigt sich bei Peter Bühlmann für seinen Schubser in der 68. Minute. «Sorry, die Emotionen ...» Der Derby-Sonntag ist Vergangenheit. Die Schlieremer fahren zufrieden an die Chilbi.