Olympische Spiele

Happiger Olympia-Start für die Männer, harmloser Gegner für die Frauen

Zuerst gegen Weltmeister Schweden, dann gegen den Goldfavoriten Kanada: Schwieriger könnte sich der Auftakt ins Olympia-Turnier für die Schweizer Curler kaum gestalten. Die Frauen bekommen es am Montagmorgen mit den USA zu tun.

Peter Lerch
Drucken
Teilen
Gefordert: Benoit Schwarz, Sandro Trolliet, Skip Sven Michel, Simon Gempeler und der Urdorfer Claudio Pätz.

Gefordert: Benoit Schwarz, Sandro Trolliet, Skip Sven Michel, Simon Gempeler und der Urdorfer Claudio Pätz.

key

Simon Gempeler, Sandro Trolliet, Claudio Pätz, Skip Sven Michel und Ersatzmann Benoît Schwarz treten in Sotschi als Europameister an. «Die EM hat uns viel Selbstvertrauen gebracht», sagte Sven Michel am Medientreff. «Wir haben nun die Gewissheit, dass wir jeden Gegner schlagen können.» Los geht es für das Team aus Adelboden am Montagmorgen um 6 Uhr Schweizer Zeit.

Austausch mit Mirjam Ott

Den letzten Feinschliff im Kopf – die Psyche spielt im Curling eine vorrangige Rolle – holten sich die jungen Männer in Gesprächen mit dem immens erfahrenen Frauenskip Mirjam Ott. Er sei zuversichtlich, sagte Michel weiter, dass es ihm wie auch seinen Mitspielern gelinge, locker zu bleiben, Dinge um sich herum auszublenden und sich voll auf die Spiele zu konzentrieren.

Michels Crew wird die Partien gegen Schweden und Kanada beide am Montag bestreiten. Obwohl sie noch über relativ wenig Erfahrung an internationalen Titelkämpfen verfügen – Olympia ist erst ihr fünfter grosser Einsatz –, sind die Adelbodner auf höchstem Niveau bereits viermal gegen die schwedische Formation von Skip Niklas Edin angetreten. Sie verloren alle vier Spiele, allerdings jeweils mit nur einem Stein Unterschied (7:8, 6:7, 8:9, 5:6). Den von Brad Jacobs angeführten Kanadiern unterlagen sie in der Vorrunde der letztjährigen WM in Victoria (Kanada) 2:7. Jacobs’ Team verlor später den Final gegen Schweden. Die Curler aus Sault Sainte Marie in der Provinz Ontario werden in Sotschi dennoch als haushohe Favoriten gehandelt.

Vorbild Vancouver

Sollten die Schweizer Männer die ersten zwei Spiele verlieren, müsste dies noch lange nicht das Ende der Medaillenträume bedeuten. Das Davoser Frauenteam um Mirjam Ott verlor in Vancouver 2010 die ersten drei Vorrundenspiele (gegen die Favoriten Kanada, Schweden und China) und qualifizierte sich danach mit sechs Siegen in Serie souverän für die Halbfinals.

Humaneres Startprogramm für Frauen

Die Frauen mit den Limmattalerinnen Janine Greiner, Carmen Schäfer und Ersatzspielerin Alina Pätz stehen diesmal vor einem humaneren Startprogramm. Am Montag um 11 Uhr spielen sie gegen die USA, «ein Team auf Augenhöhe», wie Mirjam Ott sagte. Die Amerikanerinnen gelten als gefährliche Aussenseiterinnen; in ihrem Team haben die Skips Erika Brown und Debbie McCormick (Weltmeisterin 2003, jetzt als Nummer 3 spielend) zusammengespannt. Danach treffen die Schweizerinnen am frühen Dienstagmorgen auf die von Lene Nielsen angeführten Däninnen. In den direkten Begegnungen zwischen Ott und Nielsen steht es 4:4, die letzten zwei Spiele hat Ott gewonnen. Gegen Brown ist Ott an internationalen Meisterschaften noch nie angetreten, gegen McCormick weist sie eine Bilanz von 3:0 Siegen vor.

Den Druck gewohnt

Die Spielerinnen des CC Davos sind es gewohnt, mit Druck umzugehen. «Dieser Druck kommt zum Teil von uns selber, aber auch von aussen», sagt Ott. «Man erwartet etwas von uns.» Die Arbeit mit dem Sportpsychologen Jörg Wetzel könnte sich in Sotschi auszahlen. «Natürlich, eine Medaille ist unser Ziel», sagt die 42-jährige Bernerin. «Die Farbe der Medaille ist uns noch gleich. Wenn wir die Halbfinals erreicht haben, können wir dann weiter darüber reden.»