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Im Derby zwischen Engstringen und Schlieren überborden die Emotionen

Vier Platzverweise und ein Sieg des Underdogs. Das Nachtragsspiel in der 3. Liga hatte es in sich. Möglicherweise ist damit das Aufstiegsrennen vorentschieden worden: Schlieren liegt sechs Zähler zurück.

Raphael Biermayr
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Auf der Brunewiis gibt es vier Platzverweise.

Auf der Brunewiis gibt es vier Platzverweise.

Keystone

Schiedsrichter Tuncer Olcay war nicht zu beneiden. Mit einem Fehlentscheid brachte er die Schlieremer schon in der 2. Minute gegen sich auf. Er übersah eine Abseitsstellung von Engstringens Lukas Baur, der für Teamkollege William Isenring auflegte – 1:0 für den Aussenseiter.

Die Gäste kriegten sich erst nach einer gewissen Zeit wieder ein und antworteten kurz vor der Pause nicht mit dem Mundwerk, sondern mit der sportlichen Klasse auf den Rückstand. Emanuele Preite schirmte den Ball ab und spielte herrlich zu Nicola Saxer, der zum 1:1 traf (42.).

Appellas Ausschluss als Knackpunkt

Waren die Dämme vor der Pause erst gerissen, brachen sie während der zweiten Halbzeit. Schlieren-Torhüter Nicola Appella sah zunächst wegen Reklamierens die gelbe Karte. Als er sich nicht einkriegte, sah er die zweite Verwarnung.

Was war geschehen? Einerseits war dem 2:1 durch den kurz zuvor eingewechselten Sebastian Luck (64.) eine strittigen Szene im Engstringer Strafraum (Penalty?) vorangegangen. Andererseits bemerkte der Unparteiische nicht, dass FCS-Verteidger Kevin Rodriguez verletzt am Boden lag, und pfiff die Partie wieder an. Dass brachte den Routinier Appella zum Austicken.

Der 38-jährige Keeper war der erste von vier Akteuren, die vorzeitig zum Duschen mussten. Danach traf es die Schlieremer Michi Costantino (gelb-rot) und Reto Schäfer (rot wegen Beleidigung eines ihn provozierenden Zuschauers) sowie den Engstringer Luck. Dieser hatte die Schlieremer nach dem Treffer zum 3:1 durch Lukas Baur verhöhnt und sah die zweite Verwarnung (91.).

Luck hatte damit ein besonders intensives Derby in der Kurzfassung erlebt: In nicht einmal 30 Minuten Spielzeit hatte er das siegbringende Tor erzielt und zwei gelbe Karten gesehen.

Engstringen fängt sich

Während die Engstringer dank einer kecken Vorstellung den Abwärtstrend der letzten Zeit stoppen konnten, kassierten die Schlieremer die zweite Niederlage in den vergangenen drei Matches.

Es würde nicht erstaunen, wenn der FCS seine Aufstiegsambitionen mal wieder begraben müsste. Diesmal in der Erde der Brunewiis zu Unterengstringen. Darüber hinaus hat er seinen Ruf als Schiedsrichter-Schreck unterstrichen.

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