Dietikon

Malesia-Cup: Dem Fussball und der Integration die Ehre erweisen

Das „vielleicht grösste Hallenturnier in Europa“ ist in Dietikon zu Hause. Zum neunten Mal in Folge reisten Plausch-Mannschaften aus jeder Ecke Europas an um am „Malesia Cup“ teilzunehmen.

Senada Haralcic
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Malesia-Cup: Fussballturnier in Dietikon
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Aus allen Ecken Europas reisen die Teilnehmer des „Malesia Cup“ an.
Der Präsident des kosovarischen Fussballverbands Fadil Vokrri (l.) und der Investor und Organisator Rrustem Aliaj (r.)
Am Malesia Cup treffen die unterschiedlichsten Kulturen aufeinander
Die GC-Spieler Amir Abrashi (l.) und Mergim Brahimi (r.) statten ebenfalls einen kleinen Besuch ab.
Sogar das albanische Fernsehen reiste an, um die Spiele und die Bemühungen um Integration und Fussball der kosovarischen Diaspora zu dokumentieren.
Das albanische Fernsehen ist sehr interessiert, was die Schweizer Super-League-Spieler zu sagen haben.
Während in der Halle zum Plausch gespielt wird, können Fussballbegeisterte auch professionelle Spiele im Fernsehen schauen – in passendem Ambiente.

Malesia-Cup: Fussballturnier in Dietikon

Senada Haralcic

„Fussball, Plausch und Integration, das steht im Zentrum unseres Events", sagt Investor und Organisator Rrustem Aliaj. Dabei sei es aber mindestens genauso wichtig, dass ein Austausch zwischen den verschiedenen Kulturen stattfindet. Die kosovarische Diaspora organisiert schon seit neun Jahren den „Malesia Cup" in der Dietiker Stadthalle. Rund 60 Mannschaften reisten aus ganz Europa an.

Aber nicht nur Plausch-Spieler und Zuschauer statteten dem Turnier einen Besuch ab, auch der Schweizer U21-Nationalspieler Mergim Brahimi und sein GC-Kollege Amir Abrashi. „Wir sind zum ersten Mal hier, und es ist wirklich sehr gut organisiert", sagt Brahimi. Die beiden sind erfreut, dass sich das Turnier, welches von der eingewanderten kosovarischen Gemeinschaft organisiert wird, so gut etabliert hat.

Shkumbin Krasniqi, 32 Jahre, London, Casino-Manager «Ich bin mit 35 Freunden extra aus England angereist, damit wir hier teilnehmen können. Ich persönlich bin schon zum zweiten Mal dabei. Der Malesia-Cup ist sehr bekannt, da es eines der grössten Hallenturniere in Europa ist. Es gefällt mir ausgesprochen gut, auch weil wir in der Stadthalle übernachten können – einfach eine tolle Zeit!»
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Ilir Shehi, 33 Jahre, Dietikon, Polymechaniker «Als Mitglied des OK-Teams bin ich natürlich stolz, was wir Jahr für Jahr auf die Beine stellen. Ich bin seit Anfang an dabei, und bis jetzt hat es immer ausgezeichnet geklappt. Beim Fussball vergisst man, woher der andere kommt. Der Sport verbindet uns und deswegen ist es natürlich auch hilfreich für die Integration.»
Burim Morina, 20 Jahre, Aarau «Ich finde es einen super Anlass. Hier treffe ich auf viele bekannte Gesichter, aber auch berühmte Sänger aus dem Kosovo. Ich bin schon das dritte Mal dabei und es läuft im Moment leider nicht so gut. Wir haben verloren, aber es geht ja hauptsächlich um den Plausch. Ich und meine fünf Kollegen haben eine Menge Spass, es hat sich gelohnt!»
Dragana Ivelj, 30 Jahre, Widen, Projektleiterin «Ich mag Fussball und daher gefällt es mir auch hier sehr gut. Ich bin das erste Mal dabei und begleite meinen Mann – den Trainer des FC Dietikon. Ich kenne viele Spieler aus dem FC Dietikon, die hier auch mitspielen. Ich finde es schön, dass auch die Integration im Vordergrund steht. Fussball und allgemein Sport trägt viel dazu bei.»
Andreas Hirzel, 20 Jahre, Urdorf Kaufmann «Ich bin Torhüter beim FC Baden, da hat mein Kollege mich gestern spontan gefragt ob ich Lust hätte mitzumachen. Ich habe sofort ja gesagt und es gefällt mir sehr gut. Es ist immer toll aus Spass mit den Kollegen zu spielen. Gewinnen ist zwar schon wichtig, aber nicht das Wichtigste. Das habe ich den 15 Jahren, in denen ich Fussball spiele, gelernt.»

Shkumbin Krasniqi, 32 Jahre, London, Casino-Manager «Ich bin mit 35 Freunden extra aus England angereist, damit wir hier teilnehmen können. Ich persönlich bin schon zum zweiten Mal dabei. Der Malesia-Cup ist sehr bekannt, da es eines der grössten Hallenturniere in Europa ist. Es gefällt mir ausgesprochen gut, auch weil wir in der Stadthalle übernachten können – einfach eine tolle Zeit!»

Senada Haralcic

„Angefangen hat alles, als mein Sohn und seine Kollegen unzufrieden waren mit den Grümpelturnieren, an denen sie teilnahmen", so Organisator Aliaj. Da habe er sich entschieden, seinen Sohn finanziell bei der Organisation eines eigenen Turniers zu unterstützen. Dabei sei nicht nur ihre Erfahrung gewachsen, sondern auch die Beliebtheit: „Wir erhalten doppelt so viele Anmeldungen, wie wir in unser Cup aufnehmen können", erzählt Aliaj.

Weite Anreise

Die Spieler reisen aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und sogar England an. „Anfänglich war es meist die kosovarische Diaspora, die teilgenommen hat. Mittlerweile ist es aber sehr gut durchmischt", so der 62-Jährige - und betont dabei: „Uns geht es ja gerade darum, den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern". Auch das albanische Fernsehen sowie der Präsident des kosovarischen Fussballverbands, Fadil Vokrri, sahen sich die Spiele an: „Ich bin hier um diesem Event die Ehre zu erweisen." Und wer weiss, vielleicht auch um Ausschau nach neuen Talenten zu halten.