Sportkegeln

Ruedi Bleikers Kugel rollt von Erfolg zu Erfolg

20 Jahre ist Ruedi Bleiker seiner Sportart bereits treu. Deren 20 bis gar 30 sollen noch folgen. An rund 130 Anlässen steht der 49-Jährige jährlich im Einsatz. Ein Mammutprogramm für den in Schlieren wohnhaften Lagerhaus-Chef.

Fabian Kleeb
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Schiebt keine ruhige Kugel: Ruedi Bleiker nimmt jährlich an 130 Kegelanlässen teil. fkl

Schiebt keine ruhige Kugel: Ruedi Bleiker nimmt jährlich an 130 Kegelanlässen teil. fkl

Fabian Kleeb

Er nimmt an den Kantonalmeisterschaften im Aargau, Wallis, Schaffhausen, Thurgau, Graubünden, Zug und natürlich Zürich teil. Doch das Wichtigste ist für ihn, der dem Kegelklub Schwyzerhüsli in Otelfingen angehört, die Freude am Kegeln und natürlich auch sein Erfolg. Zum Sportkegeln kam Ruedi Bleiker erst im Alter von knapp dreissig Jahren.

Zuvor war er bereits im Velo-Klub, als Radballer und auch im Turnverein aktiv. Den Ausschlag für den Wechsel gab ausgerechnet ein Vereinskegeln des Velo-Klubs. Seither hat er die anderen Sportarten aufgegeben und widmet sich voll und ganz dem Kugel-Sport. Dies ist auch darin zu erkennen, dass er im Vorstand des Regionalverbands Zürich die Funktion des Vize-Präsidenten und des Training-Obmanns innehat.

Zweiter an den Einzelcup-Schweizermeisterschaften

Besonderheiten des Sportkegelns gibt es reihenweise. Beispielsweise ist zwar jede Bahn von den Massen her exakt gleich, gleichwohl ist jede Bahn anders. Die Steigungen variieren relativ häufig. Wer meint, dass 2 Zentimeter Unterschied auf 13 Meter Länge zu vernachlässigen sind, der irrt. «Die Einzelheiten einer jeden Bahn sind deutlich spürbar», sagt Bleiker. Zudem hat jeder Sportler seinen eigenen Wurfstil. Der eine wirft etwas runder, der andere etwas direkter.

An den diesjährigen Einzelcup-Schweizermeisterschaften sicherte sich Ruedi Bleiker am Finalturnier in Münchenstein den zweiten Platz. «Als Titelverteidiger bin ich mit diesem Resultat nicht ganz zufrieden», sagt er selbstkritisch. Im Final gelangen dem Schlieremer ein paar wenige Würfe nicht wunschgemäss und das Wettkampfglück war auch nicht auf seiner Seite.

Traum vom Einzeltitel

Ziele hat der Schlieremer noch viele. Denn in den nächsten 30 Jahren seiner Karriere hat er noch unzählige Chancen, weitere Titel zu gewinnen. So möchte er den Schweizer-Einzelmeistertitel einmal für sich entscheiden. Sein bestes Resultat ist bis heute der zweite Rang (2007). An den diesjährigen Titelkämpfen, die aktuell stattfinden und von seinem Stammverband Zürich ausgetragen werden, gelang ihm die Qualifikation nicht nach Wunsch. Momentan liegt er auf Rang 8, die besten Zehn erreichen den Final vom 19. Oktober. Die Qualifikation ist noch bis heute Abend geöffnet. «Möglicherweise bin ich in der K.-o.-Phase nicht mit dabei, aber Hoffnung besteht noch», sagt Bleiker.

Düstere Zukunft

Dem Sportkegeln prognostizier er eine eher düstere Zukunft. «Es sterben einige mehr, als dass Neue dazukommen», beschreibt er die unerfreuliche Entwicklung. Obwohl Kegeln auch im hohen Alter noch betrieben werden kann, ist die Randsportart vom Aussterben bedroht. Es kommen zwar immer ein paar Jugendliche, doch sobald sie ins Erwachsenenalter kommen, verlassen sie den Klub. Die gute Nachricht: In den nächsten 30 Jahren wird die Sportart wohl nur aufgrund von Ruedi Bleiker weiter existieren.