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Linda Indergand verzückt Urner Fans

Die Geschwister Indergand kämpfen an ihrer Heim-Meisterschaften mit unterschiedlichem Erfolg. Während Linda Indergand bei den Frauen Bronze holt, kommt deren Bruder Reto bei den Männern nicht richtig auf Touren.
Urs Hanhart
Linda Indergand (links) auf dem Weg zu Bronze, für die Nidwaldnerin Alessandra Keller (unten) reicht es schliesslich sogar zu Gold bei den U23. (Bilder: Urs Hanhart (Andermatt, 24. Juni 2018)

Linda Indergand (links) auf dem Weg zu Bronze, für die Nidwaldnerin Alessandra Keller (unten) reicht es schliesslich sogar zu Gold bei den U23. (Bilder: Urs Hanhart (Andermatt, 24. Juni 2018)

Das in Andermatt ausgetragene Schweizer Meisterschaftsrennen war an Spannung und Dramatik nicht mehr zu überbieten. Topfavorit Nino Schurter, seines Zeichens Olympiasieger von Rio de Janeiro und mehrfacher Weltmeister in der Disziplin Crosscountry, erlitt in der zweiten von neun Runden an der Spitze liegend einen Kettenriss. Dadurch handelte er sich einen Rückstand von über einer Minute ein. Doch der Superstar der Szene liess sich nicht entmutigen und setzte zu einer fulminanten Aufholjagd an. Er machte von Runde zu Runde Boden gut, konnte das Loch jedoch nicht mehr ganz schliessen. Letztlich musste sich Schurter, nur 18 Sekunden hinter dem Sieger, mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Vorne machten Florian Vogel (Gränichen), und Mathias Flückiger (Leimiswil) Gold und Silber in einem spektakulären Zweiersprint unter sich aus, wobei Zweitgenannter seine Nase um wenige Millimeter vorne hatte und sich damit seinen ersten Elite-Titel der Schweizer Meisterschaften sicherte.

MTB-SM in Andermatt. Alessandra Keller gewann in der U23-Kategorie der Frauen die Goldmedaille

MTB-SM in Andermatt. Alessandra Keller gewann in der U23-Kategorie der Frauen die Goldmedaille

Der Urner Reto Indergand, der im Vorjahr WM-Zehnter geworden war, startete mit berechtigten Medaillenhoffnungen ins Eliterennen. Angepeitscht von unzähligen mit Urner Fahnen und Kuhglocken «bewaffneten» Fans fuhr der Lokalmatador zu Beginn denn auch ganz vorne mit. Bis Rennhälfte befand er sich in Reichweite der Medaillen. Aber dann baute der Silener plötzlich ab und wurde noch bis auf den 14. Schlussrang nach hinten durchgereicht. Indergands Erklärung für dieses enttäuschende Resultat: «Zunächst fühlte ich mich eigentlich ganz gut. Aber dann hat es mich plötzlich aufgestellt und ich konnte das Tempo nicht mehr halten. Diesmal habe ich offenbar einen schlechten Tag erwischt. Gegen Ende des Rennens hatte ich zudem auch noch mit einem Schaltdefekt zu kämpfen. Dadurch bin ich aus den Top-10 herausgefallen. Schade, dass es mir nicht besser gelaufen ist. Die Ambiance war ganz toll und ich hätte meinem Heimpublikum gerne eine bessere Leistung gezeigt.»

Linda Indergand rettet «Familienehre»

Als bester Zentralschweizer klassierte sich Nicola Rohrbach (Edlibach) im guten siebten Rang. Der 32-jährige Zuger war zunächst sogar drauf und dran, ein gewichtiges Wort bei der Vergabe der Medaillen mitzureden, liess im Verlaufe des Rennens jedoch etwas nach, allerdings nicht so stark wie Indergand.

Immerhin hatte Reto Indergand doch noch einen Grund, sich zu freuen. Seiner jüngeren Schwester Linda Indergand lief es nämlich im Eliterennen der Frauen bedeutend besser. Allerdings musste die von den Urner Fans frenetisch angefeuerte Lokalmatadorin die amtierende Weltmeisterin Jolanda Neff bereits in der ersten von sieben Runden ziehen lassen. Die völlig entfesselte Ostschweizerin fuhr die Konkurrenz in Grund und Boden und holte fast drei Minuten Vorsprung heraus. Indergand behauptete lange den zweiten Platz, musste sich dann aber in der Endphase noch von der überraschend stark fahrenden Wattwilerin Ramona Forchini überholen lassen.

Dennoch zog die Silenerin eine positive Bilanz: «Ich freue mich sehr über die Bronzemedaille. Es ist immer schön Edelmetall zu gewinnen, insbesondere natürlich vor dem Heimpublikum. Mir hat es Spass gemacht und ich habe es genossen, hier in Andermatt ein derart wichtiges Rennen zu fahren.»

Alessandra Keller holt U23-Gold

Auch im U23-Rennen der Frauen bekamen die vielen Zaungäste entlang der Strecke einen überaus spannenden Wettkampf zu sehen. Die amtierende U23-Weltmeisterin Sina Frei ( Uetikon am See) und Alessandra Keller (Ennetbürgen) lieferten sich einen packenden Zweikampf auf allerhöchstem Niveau, der erst in der letzten von sechs Runden entschieden wurde. Die Nidwaldnerin erarbeitete sich mit einem Antritt ein dünnes Polster von wenigen Sekunden, das sie anschliessend bis ins Ziel hartnäckig verteidigte. Keller und Frei fuhren in einer eigenen Liga und holten über drei Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz heraus.

Abgerundet wurde die beachtliche Innerschweizer Bilanz von der Silenerin Melanie Tresch. Die 18-jährige Urnerin durfte sich bei den Juniorinnen die bronzene Auszeichnung umhängen lassen.

Andermatt. Schweizer Meisterschaften. Cross-Country.Männer. Elite (34 km): 1. Mathias Flückiger (Leimiswil) 1:36:15,1. 2. Florian Vogel (Jona), gleiche Zeit. 3. Andri Frischknecht (Feldbach) 0:16,9. 4. Nino Schurter (Chur) 0:17,9. – U23 (30,2 km): 1. Filippo Colombo (Bironico) 1:28:48,4. – Junioren (26,5 km): 1. Loris Rouiller (Belmont) 1:20:14,0.

Frauen. Elite (26,5 km): 1. Jolanda Neff (Thal) 1:27:53,5. 2. Ramona Forchini (Wattwil) 2:37,9 zurück. 3. Linda Indergand (Silenen) 3:19,5. – U23 (22,7 km): 1. Alessandra Keller (Ennetbürgen) 1:16:06,5. 2. Sina Frei (Uetikon am See) 0:06,7 zurück. – Juniorinnen (18,9 km): 1. Jacqueline Schneebeli (Hauptikon) 1:10:03,4.

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