Handball
Nichts mit dem achten Sieg in Folge – Rückschlag für Kriens-Luzern

Ernüchterung in Kriens: Nach sieben Siegen endet die schöne Serie, gegen Suhr Aarau resultiert eine 21:25-Heimniederlage.

Stephan Santschi
Merken
Drucken
Teilen

Jede Serie endet einmal. Für Suhr Aarau geschah es am letzten Donnerstag, als es nach vier Siegen zu Hause Pfadi Winterthur mit 23:29 unterlag. Der HC Kriens-Luzern musste derweil am Samstag gegen eben diese Aargauer eine 21:25-Heimniederlage hinnehmen, womit er sich erstmals nach sieben Vollerfolgen wieder geschlagen geben musste. Die Tatsache, dass wieder mal ein Spiel verloren ging, wog dabei weniger schwer, als die Art und Weise, wie das Ergebnis zu Stande kam. «Suhr Aarau hat es gut gemacht, eigentlich haben wir uns aber selber geschlagen», haderte HCKL-Trainer Goran Perkovac.

Schon in Halbzeit eins war viel Sand im Angriffsgetriebe, zur Pause führten die Zentralschweizer aber noch mit 13:12. Als die Gäste nach dem Seitenwechsel vorübergehend den Faden verloren und Goalie Paul Bar einmal mehr zu grosser Form auflief, zog Kriens-Luzern bis zur 39. Minute sogar auf 17:13 davon. Doch anstatt den Sieg in gewohnt souveräner Manier einzutüten, geriet man plötzlich aus dem Tritt. Die Abwehr machte zwar weiterhin einen soliden Job, die Offensive, die bis dahin hektische, aber auch schöne Spielzüge offenbarte, funktionierte hingegen gar nicht mehr.

Krienser verzweifeln am dritten Goalie der Schweiz

Regisseur Janus Lapajne schaffte es nicht, seine Nebenleute in gute Abschlussposition zu bringen. Der linke Rückraumspieler Hleb Harbuz hatte grossen Respekt vor der harten Deckungsarbeit der Aargauer und Jernej Papez im rechten Aufbau spielte kraftlos. Auch die Flügelspieler Ammar Idrizi und Ramon Schlumpf liessen einiges liegen und als Kreisläufer Filip Gavranovic den Torhüter aus ungünstiger Position zu überlupfen versuchte, den Ball dabei sogar übers Tor warf, war für Perkovac klar: «Alles zusammen waren der Unzulänglichkeiten zu viel.»

Hinzu kam, dass im Tor von Suhr Aarau ein Akteur sein Krienser Pendant sogar noch übertrumpfte. Während Bar am Ende auf eine starke Abwehrquote von 42 Prozent kam, liess sich der 20-jährige Leonard Grazioli fantastische 58 Prozent gutschreiben. Der dritte Torhüter des Schweizer Nationalteams, der an der WM in Ägypten zu einem knapp zweiminütigen Einsatz gekommen war, schlich sich in die Köpfe der Krienser Angreifer, parierte Ball um Ball. «Grazioli hatte grossen Anteil am Sieg, doch ehrlich gesagt: Wir haben auch wirklich schlecht geschossen», hielt Perkovac fest.

Guter Moment, um
Schwächen anzusprechen

Suhr Aarau reduzierte den Rückstand somit kontinuierlich, glich nach 45 Minuten wieder aus (18:18). Und obwohl sie sich in der Schlussphase mit der roten Karte von Tim Aufdenblatten (hartes Foul gegen Tim Rellstab) und der Zweiminutenstrafe gegen Trainer Misha Kaufmann wegen Reklamierens selber Aussetzer leisteten, kamen die leidenschaftlich kämpfenden Aargauer zu einem 25:21-Sieg. Kriens-Luzern, das zwischenzeitlich während 16 Minuten nur zwei Tore erzielte, war zu keiner Reaktion mehr fähig. «Vielleicht hätte ich früher ein Timeout nehmen sollen, vielleicht in der zweiten Halbzeit nochmals Moritz Oertli als Spielmacher bringen sollen.» Perkovac hinterfragte sich nach dem Spiel auch selbst.

Nun gut, noch ist nicht Playoff-Zeit, sechs Spiele stehen in der Hauptrunde der QHL (neu für NLA) noch aus. Ein Schuss vor den Bug, wie ihn die Mannschaft gegen Suhr Aarau erlitten hat, kann für einen etwas aufmerksameren Blick auf jene Schwachstellen sorgen, welche schon in den letzten, siegreichen Wochen erkennbar waren. Der Positionsangriff der Krienser ist noch nicht auf dem hohen Niveau der Abwehrleistung. «Wir spielen zu statisch, machen viel mit der Brechstange», monierte Perkovac und er schloss: «Janus Lapajne muss künftig für mehr Spielfluss sorgen und den Ball weiter transportieren, anstatt auf eigene Aktionen zu setzen. Generell müssen wir mehr füreinander arbeiten.» Die nächste Bewährungsprobe folgt schon bald: Am kommenden Donnerstag im TV-Spiel auf Sport1 bei den Kadetten Schaffhausen.

Kriens-Luzern - Suhr Aarau 21:25 (13:12)

Krauerhalle. – SR Capoccia/Jucker. – Strafen: je 6-mal 2 Minuten plus rote Karte für Suhrs Aufdenblatten (55./19:21; Foul).

Kriens-Luzern: Bar (18 Paraden); Idrizi (3 Tore), Papez (2), Lapajne (3), Harbuz (7/4), Blättler, Gavranovic (3), Lavric; Delchiappo, Piroch, Oertli (2), Schlumpf (1), Rellstab.

Suhr Aarau: Marjanac (3 Paraden)/Grazioli (11); Attenhofer (6 Tore), Ferraz (6), Muggli (1), Aufdenblatten (2), Zehnder (5/1), Slaninka (2), Laube (3); Oliveira, Poloz, Reichmuth.

Bemerkungen: Kriens-Luzern ohne Wanner (geschont), Suhr Aarau ohne Parkhomenko, Strebel (beide verletzt). Bar pariert Penalties von Zehnder (16./6:8) und Oliveira (50./18:19).