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Keine Revanche: Der FCB holt in Vaduz trotz später Führung nur einen Punkt

Im dritten Spiel muss der FC Basel unter Patrick Rahmen erstmals Punkte abgeben. In Vaduz sind die Gäste lange sehr harmlos, gehen aber dennoch in Führung. Doch kurz vor Schluss geben sie diese wieder aus der Hand.

Simon Leser
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Basler Enttäuschung und Vaduzer Freude: Das Heimteam gleicht zum 1:1 aus.
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Gegen den Penalty von Milan Gajic hat Heinz Lindner keine Chance.
Da war die Welt noch in Ordnung. Pajtim Kasami besorgt die Führung.
Die Freude muss raus, das Vaduzer Bollwerk ist geknackt.
Kasami bedankt sich bei Assistgeber Stocker.
Lindner braucht es nicht oft, doch wenn es ihn braucht, ist er da.
Hoch das Bein: Luca Zuffi kämpft um den Ball.
Lindner dirigiert seine Abwehr.
Auch im Sitzen lässt sich ein Pass spielen.
Raoul Petretta bringt seinen Gegenspieler zum Abheben.
Auch Edon Zhegrova hebt zwischendurch mal ab.
In der ersten Hälfte läuft wenig.
Doch der FCB hat Glück, dass ein Abseitstreffer nicht zählt.
Das Spiel lebt vor allem von der Intensität in Zweikämpfen.
Es ist ein Duell auf Augenhöhe.
In der ersten Halbzeit stolpern oftmals beide Teams.
Raoul Petretta springt seinen Bewachern davon.
Edon Zhegrova entwischt ebenfalls.

Basler Enttäuschung und Vaduzer Freude: Das Heimteam gleicht zum 1:1 aus.

Christian Merz / KEYSTONE

Das Spiel: Als der FC Basel vor zwei Wochen im heimischen Joggeli gegen den FC Vaduz verlor, war es das Ende von Ciriaco Sforza. Seither ging es bergauf: Zwei Spiele, zwei Siege, neun Tore. Eine Entwicklung, für die es von Vaduz-Trainer Mario Frick vor dem erneuten Aufeinandertreffen sogleich ein Lob gibt. «Ihr Umschaltspiel ist ein andere Welt. Sie sind aggressiver, laufen höher an und haben eine höhere Intensität.»

Nur: Von diesem Umschaltspiel, dieser Aggressivität und Intensität des FCB istbeim Gastspiel in Vaduz lange nichts zu sehen. Vaduz präsentiert sich so, wie es sich über die ganze Rückrunde hinweg präsentiert hat: hinten kompakt, dicht und vorne mit einzelnen Nadelstichen. Ein Bollwerk, das für den FCB vor allem in der ersten Hälfte nicht zu knacken ist. Als Schiedsrichter Lukas Fähndrich nach 45 Minuten zur Pause bittet, registrieren die Statistiken keinen einzigen FCB-Torschuss. Der Unterschied zum Startfurioso gegen Servette vom vergangenen Sonntag ist frappant. Nur einmal, nach 14 Minuten, strahlen die Gäste - zumindest im Ansatz - so etwas wie Torgefahr aus. Fabian Frei verzieht nach einem Doppelpass mit Arthur Cabral aus aussichtsreicher Position aber deutlich.

Defensiv hat der FCB den spielerisch limitierten, aber aufopferungsvoll kämpfenden Gegner weitestgehend im Griff. Doch im Gegensatz zu den Gästen schiesst der FC Vaduz aufs Tor. FCB-Torhüter Heinz Lindner pariert aber sowohl gegen Pius Dorn und vor allem gegen Linus Obexer, dem die beste Chance der ersten Hälfte gehört. Zudem wird ein Treffer des Heimteams aufgrund einer Abseitsposition richtigerweise aberkannt.

Auch in der zweiten Hälfte wird es nicht offensiv besser. Der FCB hat oft den Ball, kämpft, ackert, aber es gehen ihm Tempo und Kreativität ab. Vaduz ist weiterhin offensiv gefälliger, vergibt aber seine wenigen Chancen, etwa jene von Milan Gajic. Beim FCB dauert es ganze 72 Minuten, bis ein nennenswerter Schuss aufs Tor kommt, doch der Hackentrick von Pajtim Kasami hat zu wenig Nachdruck. Besser macht er es sechs Minuten später. Dann erkämpft sich Valentin Stocker den Ball vor dem gegnerischen Strafraum, bedient Kasami, der den FCB in Führung bringt. Nicht verdient, nicht zwingend, aber erkämpft. Der dritte Sieg im dritten Spiel unter Rahmen ist nahe, doch er kommt nicht zu Stande, weil Fabian Frei im eigenen Strafraum nicht aufpasst und einen Penalty verursacht, den Gajic in der 85. Minute zum Ausgleich verwertet. Es ist ein Ausgleich, der aufgrund des Zeitpunkts schmerzt, doch es ist auch einer, der aufgrund der Spielverhältnisse absolut in Ordnung geht.

Weil der FCB nur Unentschieden spielt, kann er am Donnerstag von Servette wieder überholt werden. Dafür brauchen die Genfer aber einen Sieg gegen Sion.

Der Beste: In einem Spiel, in dem beide Mannschaften wenig zulassen, muss der Beste aus der Verteidigung kommen. Beim FCB ist es Timm Klose. Dass Vaduz nach ruhenden Bällen ausnahmsweise ungefährlich bleibt, liegt daran, dass Klose alles per Kopf wegspediert.

Das gab zu reden: Weniger das Spiel, sondern ein Geschehnis zuvor. Karli Odermatt, seines Zeichens im Verwaltungsrat, wurde dabei gefilmt, wie er über Valentin Stocker herzog.