Champions LEague
3:3 gegen Atalanta: Young Boys spielen tolle Schlussphase und holen einen Punkt

Die Young Boys und Atalanta trennen sich in Bern mit 3:3. Nach einem 1:2-Rückstand drehen die Gastgeber die Partie innert vier Minuten, bekommen aber noch den Ausgleich per Freistoss. Die Young Boys scheiden damit aus der Champions League aus, träumen aber weiter vom europäischen Überwintern.

Raphael Gutzwiller, Bern
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Die Chance zum Sieg verpasst: YB kommt gegen Atalanta zu einem 3:3.

Die Chance zum Sieg verpasst: YB kommt gegen Atalanta zu einem 3:3.

Peter Klaunzer / KEYSTONE

Es ist der Moment, in dem das Stadion explodiert. Silvan Hefti kommt in der 84. Spielminute auf der rechten Seite an den Ball. Er zieht in die Mitte und schlenzt den Ball mit seinem linken Fuss wunderschön in das weite Eck. Atalanta-Torhüter Juan Musso ist chancenlos und das Stadion Wankdorf endlich ein Tollhaus. Es ist jener Moment, in dem man nur zu wagen glaubt, was los wäre im Stadion, hätte der Sieg Bestand. Doch nur wenig später ist es Atalantas Luis Muriel, der einen Freistoss ins Tor zirkelt – und damit den Schlussstand von 3:3 herstellt.

YB-Viertelstunde bringt die Wende

Es ist ein gerechtes Remis, weil die Young Boys zu lange nicht daran glauben, dass in diesem fünften Champions-League-Spiel tatsächlich der Sieg in der Luft liegt. Der Schweizer Meister liegt lange in Rücklage, weil Atalanta cleverer agiert. Bis zur bekannten YB-Viertelstunde am Ende des Spiels schien es fast ein wenig so, als ob sich die Berner mit einer knappen Niederlage abfinden würde. Gewiss, das Team von Trainer David Wagner hatte auch schon in den ersten 75 Spielminuten kämpferisch gut mitgehalten, war spielerisch gegen «die Göttin» keineswegs unterlegen. Doch zu lange scheint es den Bernern am Glauben zu fehlen, dass die Sensation möglich ist.

Traumtor von Hefti (links): Der Rechtsverteidiger hämmert den Ball zum 2:2 in die Maschen.

Traumtor von Hefti (links): Der Rechtsverteidiger hämmert den Ball zum 2:2 in die Maschen.

Peter Klaunzer / KEYSTONE

Die Rückkehr der Berner in diese Partie kommt aus dem Nichts. Es läuft die 80. Minute als der Ball plötzlich vor den Füssen von Vincent Sierro liegt – er trifft zum Ausgleich. Erst ab da entsteht eine Partie, wie man sie sich aus Berner Sicht wünschen konnte. Eine aktive Partie des Heimteams mit Druck aufs Tor. Auch nach dem Ausgleich von Muriel sind die Berner deutlich näher am Siegtreffer.

Berner zu Beginn zu zaghaft

Diese YB-Schlussoffensive scheint zu Beginn der Partie noch weit entfernt. Atalanta ist gleich von Beginn weg die dominantere und aktivere Mannschaft. Zehn Minuten sind gespielt, als der Schweizer Internationale Remo Freuler sich über die linke Seite durchtankt, in der Mitte Duvan Zapata findet. Der Torjäger von Atalanta lässt sich nicht zweimal bitten und trifft aus der Drehung wunderbar ins Tor.

Der Kolumbianer Duvan Zapata bringt nach einem Zuspiel von Freuler die Bergamasken in Führung.

Der Kolumbianer Duvan Zapata bringt nach einem Zuspiel von Freuler die Bergamasken in Führung.

Claudio De Capitani / freshfocus

Bis zu jenem Treffer und auch in den folgenden Minuten haben die Berner wenig von der Partie. Und so ist es eine Standardsituation, die YB zum ersten Treffer bringt: Nach einem Eckball von Michel Aebischer köpfelt Jordan Siebatcheu den Ball in die Maschen. Kurz nach der Pause ist dieser Ausgleich nach dem Treffer von José Luis Palomino aber schon wieder Makulatur. Mit einem Schuss von der Strafraumgrenze trifft Palomino zur erneuten Führung in die Maschen.

Showdown im Old Trafford

Aus Berner und damit Schweizer Sicht kann in der Partie gegen Bergamo trotz am Ende verdienter Punkteteilung ein ähnliches Fazit gezogen werden wie schon in den letzten Partien in der Königsklasse: YB hat wieder gut gespielt, gut dagegengehalten. Doch um sich die drei Punkte über die gesamte Spieldauer zu verdienen fehlte es an der Klasse. Nach fünf Spielen in der Königsklasse reisen die Young Boys zum Abschluss zu Manchester United ins Old Trafford. Mit einer Sensation könnten sich die Berner doch noch das europäische Überwintern sichern. Unrealistisch ist dies nicht: Das Hinspiel hat YB gewonnen.

Die Stimmen zum Spiel

Silvan Hefti: Es war ein ganz verrücktes Spiel. Das Unentschieden ist schwer zu verdauen. Die Auszeichnung des «Mann des Spiels» freut mich aber natürlich. Nun wollen wir die Europa League klar machen.

Vincent Sierro: Das waren viele Emotionen! Schlussendlich sind wir enttäuscht, weil wir so nahe am Sieg waren. Schön aber, dass ich heute mein erstes Tor in der Champions League machen konnte. Davon träumte ich schon als Kind.

Remo Freuler: YB hat besser gespielt als im Hinspiel. Teilweise haben wir heute aufgehört Fussball zu spielen, deswegen ist das 3:3 am Schluss glücklich.

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