LK-Zug-Trainer Sahli: «Wir wollen der Hammer sein»

Der LK Zug startet heute Samstag in St. Gallen gegen den LC Brühl in den Playoff-Final. Trainer Christoph Sahli (34) spricht über die Ausgangslage, die schwierige Vorbereitung und ein Video mit anderen Spitzensportlern.

Interview Stephan Santschi
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Zugs Trainer Christoph Sahli (links) bejubelt einen Treffer im Spiel zwischen den Spono Eagles Nottwil und dem LK Zug. (Bild: Philipp Schmidli (Nottwil, 7. Oktober 2018))

Zugs Trainer Christoph Sahli (links) bejubelt einen Treffer im Spiel zwischen den Spono Eagles Nottwil und dem LK Zug. (Bild: Philipp Schmidli (Nottwil, 7. Oktober 2018))

Wie verlief beim LK Zug die Woche vor dem Finalstart?

Christoph Sahli: Es ging etwas wild zu und her. Verspätungen, Krankheiten, Verletzungen oder Lustiges – alles war dabei.

Konkret?

Am Donnerstag überraschten wir die Spielerinnen nach dem Training mit Pizza. Der Lieferdienst hatte Verspätung und so kündigte ich an, dass wir auf einen Spezialgast warten müssen – den Pizzamann (lacht). Der Negativpunkt ist die Verletzung von Shanice Kägi. Sie war seit kurzem wieder im Training und riss sich am gleichen Knie wieder das Kreuzband.

Wird der LK Zug in St. Gallen rechtzeitig wieder bei Kräften sein?

Die Vorfälle in dieser Woche sind für uns keine Ausreden. Mit Ausnahme von Kägi werden alle einsatzbereit sein. Diese Woche war sicher nicht perfekt, aber auch in einem Final wird nicht alles ­perfekt laufen. Deshalb waren die letzten Tage trotzdem eine gute Vorbereitung.

Weshalb steht der LK Zug im Final?

Wir haben kontinuierlich an uns gearbeitet, sind permanent besser geworden, waren nie zufrieden mit dem Ist-Zustand. Am meisten freut mich die positive Verrücktheit, um aus schwierigen Situation das Beste zu machen. Unsere Mentalität ist stark. Wir bleiben demütig nach Siegen und cool nach Niederlagen.

In welchen Bereichen ist Ihre Handschrift im ersten Jahr als Cheftrainer des LK Zug sonst noch erkennbar?

Im Angriff haben wir jene Variabilität, die ich mir vorstelle. Wir können ein sehr hohes Tempo gehen, sind physisch stark und verteidigen körperbetont. Etwas, das wir noch besser machen ­können, ist die Konstanz in der Abwehr über 60 Minuten.

In einem Videotrailer zum Final sind die Spielerinnen im siegreichen Duell mit bekannten Sportlern zu sehen. Das Motto: «Be the hammer!»

«Be the hammer» ist unser Motto seit der Finalrunde. Bist du der Hammer oder der Nagel? Wir wollen der Hammer sein. Wir drehten insgesamt sieben Videos mit Sportlern wie dem EV-Zug-Verteidiger Tobias Fohrler, dem Schwinger Pirmin Reichmuth, dem Kickboxer Janosch Nietlispach oder dem Sprinter Reto Amaru Schenkel.

Wie sehen Sie die Ausgangslage in dieser Best-of-3-Serie?

Die bisherigen Duelle in dieser Saison mit Brühl waren mit einer Ausnahme sehr ausgeglichen, beide Teams gewannen je dreimal. Wir werden uns auf Augenhöhe begegnen. Die St. Gallerinnen sind der einzige Gegner, der physisch mit uns mithalten kann. Sie haben grosse Spielerinnen, die aus der zweiten Reihe gefährlich sind.

Welche Bedeutung hat der Heimvorteil?

Der liegt auf der Seite der St. Gallerinnen. Mit einem Sieg können wir aber das Break schaffen …

… und am Mittwoch in Zug erstmals seit 2015 Meister werden.

Das wäre der Idealplan. Doch wir würden auch ein zweites Mal nach St. Gallen reisen und den Meistertitel mit Plan B nehmen. Wir haben in dieser Saison schon zweimal bei Brühl gewonnen.

Playoff-Final (best of 3). Heute Samstag (17.30, Kreuzbleiche): Brühl (1. Finalrunde) – LK Zug (2.). – Mittwoch (19.30, Sporthalle Herti): LK Zug – Brühl. – ev. Samstag, 25. Mai (17.30, Kreuzbleiche): Brühl – LK Zug (17.30, Kreuzbleiche); alle Spiele live auf www.srf.ch/sport