Lucerne Regatta
Knappe Entscheidung: Jeannine Gmelin schafft den Finaleinzug am Ruder-Weltcup in extremis

Am Ruder-Weltcup in Luzern standen am Samstag in der offenen Kategorie die Halbfinals an. Roman Röösli und Barnabé Delarze im Doppelzweier und Skifferin Jeannine Gmelin fahren am Sonntag um die Medaillen. Ebenso für den Final gesetzt ist der Frauen-Doppelvierer.

Claudio Zanini
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Jeannine Gmelin konnte mit einem Schlussspurt noch an der Chinesin Yan Jian vorbeiziehen.

Jeannine Gmelin konnte mit einem Schlussspurt noch an der Chinesin Yan Jian vorbeiziehen.

Bild: Andy Müller/Freshfocus

Das Rennen im Frauen-Einer bot am Samstag kurz vor 12 Uhr besonders viel Spannung. Hanna Prakhatsen, die Europameisterin aus Russland, erarbeitete sich bereits auf den ersten 500 Metern einen kleinen Vorsprung und gab diesen nicht mehr her. Dahinter positionierte sich die Österreicherin Magdalena Lobnig. Um den dritten Platz, der ebenfalls für den Finaleinzug reichte, zeichnete sich ein harter Kampf ab. Nach 1000 Metern lagen die Schweizerin Jeannine Gmelin, die Chinesin Yan Jian und die Weissrussin Tatsiana Klimovic genau gleich auf.

Nach 1500 Metern belegte Gmelin nur Zwischenrang 4. Doch dann gelang ihr mit einem bemerkenswerten Schlussspurt der Sprung auf den 3. Schlussrang. Die Entscheidung war denkbar knapp. Gmelin hatte die Chinesin Yan Jian nur um acht Hundertstelsekunden geschlagen. «Ich bin glücklich mit dem Kampfgeist, den ich an den Tag gelegt habe», sagte Gmelin nach dem Rennen. Und: «Es ist im Frauen-Einer eigentlich nicht üblich, dass die Abstände so knapp sind. Toll, dass ich auf dem Rotsee auch das Kämpfen bis zum letzten Meter üben kann.»

Ebenfalls mit Rang 3 qualifizierte sich der Doppelzweier der Männer für den A-Final vom Sonntag. Roman Röösli und Barnabé Delarze klassierten sich in einem hochstehenden Rennen hinter den Weltmeistern aus China (1.) und den Europameistern aus Frankreich (2.). Die Schweizer hatten am Ende auch ein wenig Glück, dass die Rumänen mit ihrem Exploit auf den letzten 500 Metern nicht mehr herankamen. «Wenn wir noch etwas mehr fokussieren, sind wir noch schneller», sagte Roman Röösli.

Auch am Samstag stilsicher unterwegs: Barnabé Delarze (links) und Roman Röösli.

Auch am Samstag stilsicher unterwegs: Barnabé Delarze (links) und Roman Röösli.

Bild: Andy Müller/Freshfocus

Ernüchterung beim Vierer ohne Steuermann

Nicht nach Plan verläuft der Weltcup für den Vierer ohne Steuermann. Das Team um Joel Schürch vom Seeclub Sursee konnte sich am Samstag auch via Hoffnungslauf nicht für den Final qualifizieren. Das Quartett, welches in Tokio den A-Final anstrebt, wird am Sonntagvormittag den Gang in den B-Final antreten müssen. «Verglichen zum Freitag gelang uns im Rennen aber eine deutliche Steigerung», sagte Joel Schürch. «Am Sonntag wollen wir daran anknüpfen und unsere Sicherheit und Entschlossenheit weiter steigern.»

Der Vierer ohne Steuermann: Markus Kessler, Joel Schürch, Paul Jacquot und Andrin Gulich (von links).

Der Vierer ohne Steuermann: Markus Kessler, Joel Schürch, Paul Jacquot und Andrin Gulich (von links).

Bild: Andy Müller/Freshfocus

In der Leichtgewichtskategorie wurden am Samstag bereits Medaillen verteilt. Im Einer der Frauen konnte sich Eline Rol Chancen ausrechnen. Die Genferin hat sich mit gut einer Sekunde Vorsprung gegenüber ihrer Teamkollegin Sofia Meakin im Kampf um Platz 3 durchgesetzt und den Finaleinzug geschafft. Im A-Final belegte Rol schliesslich den fünften Rang, bis 250 Meter vor dem Ziel lag sie sogar noch auf der sechsten Position.

Nebst Röösli/Delarze und Gmelin wird auch der Frauen-Doppelvierer am Sonntag den Final bestreiten. Weil nur sechs Boote am Weltcup in Luzern gemeldet sind, ist das Boot für den A-Final gesetzt. Die Finalrennen werden am Sonntag ab 10.10 Uhr live auf SRF 2 übertragen.