LUZERN: Das Dutzend wird voll

Buchhalter ist er nicht, nein, sondern Automatiker-Stift im 3. Lehrjahr. Doch über den Daumen gepeilt, fällt ihm die Rechnung leicht: «Mit sechs Jahren war ich zusammen mit meiner ganzen Familie das erste Mal dabei. Jetzt bin ich 18. Also: Das Dutzend wird voll.»

Roland Bucher
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Startet bereits zum 12. Mal in Luzern: Simon Schüpbach. (Bild: PD)

Startet bereits zum 12. Mal in Luzern: Simon Schüpbach. (Bild: PD)

Ja, der Luzerner Stadtlauf, der bedeutet Simon Schüpbach, dem schlaksigen Schötzer, viel: «Bei diesem Rennen passt einfach alles zusammen. Die Ambiance ist einzigartig, die Zuschauer fantastisch, das Wetter fast immer prächtig was will man mehr?»

Ja, was will man mehr? Als Knirps stolperte Klein Simon, ein bisschen unflätig formuliert, im Familienverbund das Rennen über die Kurzdistanz. Dann habe man sich verpflegt, die schöne Stadt bestaunt und am Abend: «Da standen wir am Strassenrand und haben den Stars zugeschaut, zugewinkt und heimlich davon geträumt: Wenn ich hier mal dabei sein dürfte!»

«Unter die ersten fünf»

Simon Schüpbach hats geschafft, der 1,80 m grosse und 63 kg ­leichte Modellathlet startet diesmal im Feld der Nachwuchselite: «Als ich die Einladung zur Teilnahme für dieses Rennen im Postkasten vorfand», verrät er, «da war ich im ersten Moment perplex. Und im zweiten Anlauf sehr stolz. Es ehrt mich, in diesem Klassefeld starten zu dürfen, und eines verspreche ich: Ich ­werde mich zerreissen.» Das bedeutet nicht mehr und nicht minder als: «Unter die Top 5 zu spurten, das wäre genial.» Seine Eltern werden in der Luzerner Altstadt lautstark mitfiebern, zwei jüngere Schwestern von Simon werden in anderen Kategorien um gute Ränge laufen: «Ein kleines Schüpbach-Festival also», schmunzelt der junge Mann, der klipp und klar für sein Lebensmotto plädiert: «Es chond, wes muess cho.» Er lebe im und für den Augenblick und nicht für das Morgen und Übermorgen.

«Ich bin ein Realist»

Nun, diese Philosophie hat nichts mit Tagträumerei zu tun, im Gegenteil: Simon Schüpbach, der seine Trainingseinheiten am liebsten «de Wiggere ond de Luthere no» absolviert, hat durchaus ambitionierte sportliche Zielvorstellungen. In seiner Paradedisziplin über 1500 Meter steht er mit einer Bestzeit von 4:02,73 Minuten im nationalen U-18-Ranking auf Rang 6 mit viel Potenzial nach oben. Das will er dieses Jahr ausspielen. Er, der in die U-20-Altersklasse hochgeklettert ist und jetzt dort zu den Jüngsten zählt: «Ich muss in einer höheren Liga meine Sporen abverdienen. Aber 2016 will ich dort zu den Besten gehören. Das habe ich mir vorgenommen.»

Richtwert 4 Minuten

Und sich gar in jene Fabelwelt vorwagen, die Weltmeisterschaft oder Olympische Spiele heisst? Erstes Ziel sei es, betont der Schötzer, bald einmal über 1500 Meter eine Zeit unter 4 Minuten zu laufen: «Das ist der Richtwert, um mich für die Sportler-RS in Magglingen bewerben zu können. Dann sehen wir weiter.» Und die internationalen Einsätze, die doch jeder talentierte Leichtathlet anpeilt? «Es wäre schön, wenn sich einmal etwas ergeben würde. Aber ich bin Realist genug, um zu wissen, dass für diesen Quantensprung alles zusammenpassen muss. Laufen bereitet mir zu viel Freude, als dass ich mich des Erfolges wegen unter Druck setzen würde.»

Roland Bucher

Sie starten in den Nachwuchs-Eliterennen

Frauen 3 Runden/2,465 km

501 Flavia Stutz (1996/LR Gettnau)
502 Céline Aebi (1996/LV Langenthal)
503 Alina Pochon (1997/CS Neirivue)
504 Anja Koller (1996/LG Benken)
505 Zelia Näfen (1997/LFT Oberwallis)
506 Antonella Lardi (1997/SA Massagno)
507 Alicia Durrer (1996/LR Ebikon)
508 Lisa Schneeberger (1996/Welschenrohr)
509 Johanna Kress (199/USC Capriaschese)
510 Flavie Roncoroni (1996/USC Athletica)
511 Sol Kislig (1996/ST Bern)
512 Lea Eltschinger (1997/ST Bern)

Podest 2014

1. Flavia Stutz (LR Gettnau) 8:20,5
2. Evelyne Dietschi (SA Lugano) 8:23,6
3. Anja Rüdisüli (TV Unterstrass) 8:36,1

Männer 3 Runden/2,465 km

451 Flavio Ranzoni (1997/Locarno)
452 David Hodel (1997/LR Gettnau)
453 Benjamin Lang (1996/LR Beromünster)
454 Angus Fölmli (1996/TSV Rotkreuz)
455 Ramon Christen (1997/LA Nidwalden)
456 Romain Lüscher (1996/Lausanne-Sport)
457 Mirko Blättler (1996/LA Nidwalden)
458 Simon Schüpbach (1997/LR Gettnau)
459 Miro Flattich (1996/Pfäffikon-Freienbach)
460 Michele Lardi (1996/SA Massagno)
461 Mischa Lubasch (1997/ST Bern)
462 Nathan Dugast (1996/Lausanne-Sport)
463 Jonas Leuenberger (1996/LV Langenthal)

Podest 2014

1. Adrian Müller, (BTV Aarau) 7:15,4
2. Habtemariam Millyon (Fortuna) 7:16,7
3. Romain Lüscher (Lausanne-Sports) 7:17,4

Stand: 16. April 2015