Volleyball
Volley Luzern fehlt das Schlachtenglück

Das Männerteam von Volley Luzern verliert auch das sechste Heimspiel der laufenden NLA-Saison.

René Leupi
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Jörg Gautschi: «Wollen wir im Cup die Halbfinals erreichen, müssen wir nochmals eine Schippe drauflegen.»

Jörg Gautschi: «Wollen wir im Cup die Halbfinals erreichen, müssen wir nochmals eine Schippe drauflegen.»

Eveline Beerkircher

Stunden vor Spielbeginn war Jörg Gautschi, der Libero der Luzerner Equipe, zuversichtlich, im sechsten Heimspiel den ersten Sieg der Saison in der Bahnhofhalle einfahren zu können. Eine Zuversicht, die auf einer phasenweise ansprechenden Leistung im letzten Auswärtsspiel gegen Jona basiert. Trotz der sonntäglichen 1:3-Niederlage sah der 36-jährige Routinier einen Aufwärtstrend. Am Mittwochabend mussten die Luzerner aber gegen den gleichen Gegner wieder als Verlierer vom Platz: 2:3-Niederlage.

Zu Beginn machte das Heimteam zu viele Eigenfehler, Punktgewinne wurden leichtfertig verspielt. Dies und Ungereimtheiten bei der Rotation führten zu zwischenzeitlichen 5-Punkte-Rückständen. Dann aber fanden die Luzerner ins Spiel und brachten den ersten Satz doch noch ins Trockene (26:24). Wer nun gehofft hatte, dass dieser Schlusseffort das Luzerner Selbstvertrauen stärkte, sah sich getäuscht. Mit 15:25 ging der zweite Umgang sang- und klanglos verloren. Im dritten Satz war wieder ein konzentriertes Luzerner Team am Werk – aber nur bis zum 20:20. Dann fiel es ins alte Muster zurück, wieder schlichen sich Missverständnisse und einfache Fehler ein, was den 1:2-Satzrückstand (21:25) bedeutete. Gautschi führte das auf mangelnde Cleverness und die Angst, den Punkt nicht zu machen, zurück.

Im Cup «nochmals eine Schippe drauflegen»

Eine Angst, von der im vierten Umgang nichts mehr zu spüren war. Der neue Cheftrainer Jorge Garcia schaffte es mit seiner Pausenanalyse («Jungs, denkt an den letzten Ball»), dass sich die Luzerner in einen Spielrausch steigerten. Sie erzwangen in nur 22 Minuten den Satzausgleich und retteten sich in das sechste Tiebreak (in 13 Spielen) dieser Saison. Dass dieses mit 20:22 verloren ging, hätte auch mit dem fehlenden Schlachtenglück zu tun gehabt, so Gautschi, «Wir können den Sack einfach nicht zumachen.» Drei verspielte Matchbälle in Folge untermauern diese Aussage. Tatsache ist aber auch, dass Luzern in dieser Saison noch nie so nah am ersten Heimsieg war.

Am Sonntag (17.00, Bahnhofhalle) folgt das dritte Spiel gegen Jona innert acht Tagen. Zur Cup-Viertelfinal-Partie sagt Gautschi: «Dieses Spiel wird bestimmt noch intensiver als die beiden vorherigen. Wollen wir die Halbfinals erreichen, müssen wir nochmals eine Schippe drauflegen.» Damit meint er, endlich die Abgeklärtheit im Abschluss zu finden und so das nötige Schlachtenglück zu erzwingen. «Wir sind unter Jorge Garcia aktiver und im Kopf freier geworden», windet Gautschi dem neuen Teamchef ein Kränzchen. Um am Sonntag in die Cup-Halbfinals einzuziehen, müssen die Luzerner eine konzentrierte Leistung über die gesamte Spielzeit, ohne zwischenzeitliche Hänger, abliefern. Und dann kippt auch das Schlachtenglück auf ihre Seite.