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LUZERN: Hilliminator: Kurz, aber schmerzhaft

Ein Augenschein am Hilliminator in Luzern
Achtung, fertig, los! Eine Vierergruppe nimmt den Finallauf in Angriff. (Bild Beat Blättler)

Achtung, fertig, los! Eine Vierergruppe nimmt den Finallauf in Angriff. (Bild Beat Blättler)

Kurz und steil war die Radstrecke des Hilliminators in Luzern. Mitten in der Stadt keuchten und schnaufen die 50 Akteure den Parcours hoch, zur Freude der Zuschauer. Da schmerzten die Oberschenkel schon beim blossen Anblick der Strecke. Und wer diese 300 Meter mit 60 Metern Höhendifferenz und einer Steigung bis zu 24 Prozent zu Fuss bewältigte, der spürte oben beim Ziel im Luzerner Gütschwald sämtliche Muskeln. Wie sich da wohl erst die zirka 50 Radfahrer fühlten, die diesen Parcours am vergangenen Samstag beim dritten Hilliminator zurücklegen mussten, vom Veranstalter als kürzestes und verrücktestes Rad-Bergrennen angekündigt?

Tipps vom Mami

Erst waren die ganz Kleinen an der Reihe, mit viel Engagement und grosser Freude und mit ein wenig Nervosität. Erst noch die Tipps von Mami und Papi entgegengenommen, «immer schön am Lenker festhalten», noch schnell ein Tupfer Sonnencreme auf das Näschen aufgetragen – und los gings. Natürlich mussten die Kids nicht den ganzen Parcours befahren, ein paar Meter nur, der «Bergpreis» blieb ihnen also erspart. Dies im Gegensatz zu den Erwachsenen, welche die ganze «stotzige» Strecke auf der Hochbühlstrasse bewältigten. Immerhin bot der Wald teilweise etwas Schatten, und die Zuschauer spornten mit Hopp-Rufen und Applaus die Akteure an, ganz nach Tour-de-Suisse-Manier.

Kurz und giftig

Dieser kurze, giftige Parcours forderte alles von den Teilnehmern ab, bei denen die Männer das grössere Kontingent stellten. In Sachen Kondition traten deutliche Unterschiede zu Tage. Einige flogen fast leichtfüssig dem Ziel entgegen, vor allem die lizenzierten Fahrer, andere wiederum keuchten, ächzten und schnauften hörbar. Da gab es auch welche, die ihr Rad über die Ziellinie schoben. «Der hat unten ganz klar zu viel Gas gegeben», stellte ein Zuschauer fachmännisch fest. Ausgepumpt waren sie alle am Ziel, atmeten tief durch und nahmen dankbar die bereitgestellten Getränke entgegen. Nicht jeder überstand die Einzelqualifikation, aber Mitmachen kommt ja im Sport häufig vor dem Rang, ganz dem olympischen Gedanken entsprechend, und auch «im Sinne und Geiste des Erfinders», genauer gesagt des Organisationskomitees. «Wir wollten eine kleine Veranstaltung für jedermann, bei der auch die Zuschauer Spass haben. Also gingen wir mit unserem Rennen zu den Leuten, und diese Strecke eignet sich perfekt dafür», sagte Ruben Wey, Wettkampfleiter und Gründermitglied dieses Hilliminators.

«Bei den Leuten», wie man so schön zu sagen pflegt, war auch Petra Bründler aus Luzern, deren Pulsfrequenz sich nach der Einzelqualifikation relativ schnell wieder auf den Normalwert einpendelte. Am Freitag war die 34-Jährige probehalber auf der Stecke, «da habe ich mich schon gefragt, auf was habe ich mich da eingelassen», gab sie zu Protokoll. Während des Rennens habe sie keine Zeit gefunden, gross darüber nachzudenken, da galt es, sich zu konzentrieren und zu fokussieren. Velofahren gehört für das Mitglied des Trial-Clubs Luzern zu den bevorzugten Freizeitbeschäftigungen, wobei sie häufig auf dem Mountainbike anzutreffen ist. Ihre gute Kondition holt sie sich auch auf dem Weg zur Arbeit – doch das gibt es. Sie legt ab und zu eine Wegstrecke von Luzern zu ihrer Arbeitsstätte in Sachseln auf dem Rennvelo zurück. «Ich kann auf diese Weise wunderbar den Kopf lüften», sagte sie. Petra Bründler musste dann später beim samstäglichen Rennen noch einmal in die Pedalen treten, denn sie qualifizierte sich für die Finals, die übrigens in einer Vierergruppe gestartet wurden, ein Umstand, der das Rennen für die Zuschauer noch attraktiver machte. Und die Siegerin bei den Frauen heisst – Petra Bründler.

Körperbeherrschung

Die Mitglieder des Trial-Clubs Snakebite aus Luzern sorgten mit ihrer Show für viel Aufmerksamkeit und grosses Staunen – die hohe Schule des Radsports eben. Körperbeherrschung, Konzentration, Mut und gutes Körpergefühl sind Komponenten, welche vorausgesetzt werden, um über Hindernisse zu springen und zu hüpfen, auf dem Hinter- oder Vorderrad, von aufeinandergestapelten Holzpaletten zu den nächsten. Diese Show kam an und wurde mit viel Applaus bedacht.

Wie sagte doch Wey: «Wir möchten einen Anlass, an dem alle Spass haben.» Vorgabe erfüllt.

Theres Bühlmann

Hinweis

Infos und Resultate unter: hilliminator.ch

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