Luzern ist wieder in der höchsten Squash-Liga vertreten

In der NLA der Frauen werden ab Herbst vier zusätzliche Teams antreten. Neu ist auch eine Auswahl aus Luzern am Start.

Stefan Kleiser
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2014 machten noch sieben Auswahlen den Schweizer Meister unter sich aus. Seither hat die Zahl der Squash-Teams in der NLA der Frauen kontinuierlich abgenommen. 2019 schrieben sich nur noch drei Equipen ein, der Clubwettbewerb war gefährdet. Zwar gibt es genug Squasherinnen für mehr als drei Teams. Aber viele von ihnen haben das Racket zur Seite gelegt. «Es war nur schon schwierig mit dem Training», berichtet die Luzernerin Julia Schmalz, 2008 und 2009 Halbfinalistin an der Schweizer Einzel-Meisterschaft.

Nationalspielerin und Schweizer Team-Meisterin, zuletzt aber nicht mehr oft im Court: Nun spielt Julia Schmalz wieder in der NLA.

Nationalspielerin und Schweizer Team-Meisterin, zuletzt aber nicht mehr oft im Court: Nun spielt Julia Schmalz wieder in der NLA.

Bild: Stefan Kleiser

Sie hat zwei Kinder, ist in einem 60-Prozent-Pensum als Physiotherapeutin tätig, und ihr Lebenspartner, von Beruf Squashtrainer, ist oft abends unterwegs: Sie habe nur noch «sehr sporadisch» gespielt, erzählt die 34-Jährige, die am 10. August mit «PhysioRoom» die eigene Praxis eröffnet, «vielleicht fünf Mal im Jahr». Im Court stand sie mit Andrea Lanfranconi, Teilnehmerin an der Team-WM von 2008. Den Ligabetrieb liess Schmalz die letzten fünf Saisons aus, das letzte Ergebnis Lanfranconis datiert von November 2009.

Ligaspiele wurden zu Events

Im Herbst spielen die beiden aber wieder in der Nationalliga A mit. Ausschlaggebend waren zwei Änderungen, die in einem Agreement festgehalten sind. Bereits letzte Saison wurde die Qualifikation der Meisterschaft in Turnierform ausgetragen und nicht mehr in einzelnen Runden. Das hat sich bewährt. Fanden die Ligaspiele vorher fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, so wurde das Qualifikationsturnier von Ende Januar in Uster zu einem Event ausgebaut mit Rahmenprogramm und einem Turnier für die Spielerinnen aus dem Breitensport, dem Ladies Team Cup.

Dieser sollte ehemalige Spitzenspielerinnen zurück in den Court locken. Julia Schmalz hat teilgenommen. «Es hat mich wieder gepackt. Squash ist einfach eine wunderbare Sportart», schwärmt sie. In der Folge suchte sie Mitspielerinnen für ein Team aus Luzern, das die Nationalliga-A-Meisterschaft bestreiten wird. Neben Schmalz und Lanfranconi ist die fünffache Schweizer Vize-Einzel-Meisterin Sara Guebey dabei sowie die frühere Junioren- und NLA-Spielerin Agapi Kazamia. Das Team ergänzt Racketlon-Athletin Nicole Eisler.

Sara Guebey in Action.

Sara Guebey in Action.

Bild: Stefan Kleiser

«Alle haben sofort zugesagt»

Damit Squasherinnen wie sie alle dabei sind, wurde ähnlich wie im Europacup eine Maximalstärke der Equipen definiert. In jedem Dreierteam darf nur eine Spielerin aus den Top 5 der Schweiz antreten und bloss zwei Athletinnen aus den Top 10. In Luzern gestaltete sich die Suche nach Spielerinnen einfach. «Alle haben sofort zugesagt», verrät Julia Schmalz.

Das neue Innerschweizer Frauen-Team ist Werbung für den Squashclub Luzern. Die Equipe ist zwar nicht dem Verein angeschlossen, wie Clubpräsident Peter Bürgisser erklärt. Einige der Squasherinnen stünden jedoch ab und zu in Dierikon im Court, «und Sara Guebey ist Passivmitglied». Die Luzerner Männer spielen aktuell in der 1. Liga, früher in der NLB, so Bürgisser. Wie Luzern jetzt zu seinem NLA-Squash-Team kam? «Ich habe als Teamort Luzern angegeben», sagt Julia Schmalz. «Weil fast alle von hier kommen.»

Krienser Pythons ziehen sich zurück

Bei den Männern umfasst die NLA noch sieben Equipen. Aufgrund vieler Absenzen mussten sich die Pythons Kriens zurückziehen. Patrick Miescher weilt in China, Benjamin Fischer absolviert eine Ausbildung, Reiko Peter ist nach Kanada ausgewandert, Amadeo Costa ist viel unterwegs. Die Krienser sind nach wie vor mit Pilatus sowie den Panthers vertreten. Bei den Junioren sei man breit aufgestellt, sagt Yannick Lindemann, der Vizepräsident des Squash Club Pilatus Kriens, «aber die meisten brauchen noch drei bis vier Jahre». (sk)

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Stefan Kleiser