Die Luzerner Volleyballer wollen Näfels nochmals wütend machen

Kampf um Platz drei in der NLA und Heimspiel im Cup-Viertelfinal: Volley Luzern steht vor einem bedeutungsvollen Wochenende.

Stephan Santschi
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Sie sind im Flow: Volley Luzern hat nun wettbewerbsübergreifend sechs Siege aneinander gereiht.

Sie sind im Flow: Volley Luzern hat nun wettbewerbsübergreifend sechs Siege aneinander gereiht.

Philipp Schmidli
Mathis Jucker

Mathis Jucker

Etwas Partystimmung kam schon am Freitag nach dem Training auf. Passeur Mathis Jucker feierte den 22. Geburtstag und brachte Proteindrinks mit. «Etwas Gesundes und Feines, das machen hier eigentlich alle, wenn sie Geburtstag haben», erzählt er und schmunzelt. Eine grosse Sause war nicht möglich, schliesslich steht Volley Luzern am Wochenende gleich doppelt im Einsatz.

Los geht es heute in Lausanne, wo man am zweitletzten Spieltag der NLA-Qualifikation auf Rang drei vorstossen kann. Hierzu braucht es einen Sieg gegen die favorisierten Waadtländer, die mit nur einem Punkt direkt vor Volley Luzern klassiert sind. «Wir müssen gut servieren. Und dann wird es ganz wichtig sein, dass wir Adrien Prevel zu Fehlern zwingen. Er kann ein Spiel allein entscheiden», sagt Jucker zum französischen Schlüsselspieler Lausannes. Am Sonntag folgt das Heimspiel gegen Näfels im Viertelfinal des Schweizer Cups. Gegen die Glarner hat Luzern beide Partien in der Meisterschaft gewonnen, doch das scheint den Gegner wenig zu beeindrucken. «Wir sind schon zwei Mal wütend auf uns selbst aus der Halle gelaufen, weil wir wissen, dass wir gegen die Luzerner gewinnen können. Es gibt keinen grossen Unterschied zwischen ihnen und uns», erklärt Trainer Oskar Kaczmarczyk auf der Vereinswebsite und betont: «Luzern kann uns nicht dreimal in Folge schlagen.»

Trainer erkennt Juckers Fehler in der Abwehr

Mathis Jucker hat denn auch Respekt vor Näfels, trotzdem werde man nicht mit den Kräften haushalten. «Der Fokus liegt nicht auf einer einzelnen Partie. Wir wollen beide gewinnen.» Sein Team hat nun wettbewerbsübergreifend sechs Siege aneinander gereiht. Grossen Anteil daran hat auch Jucker. Er stiess vor der Saison neu ins Team, nachdem er in seinen ersten beiden NLA-Jahren in Schönenwerd nicht über die Rolle des Ersatzmanns hinausgekommen war. «Der Übergang war einfach, ich fand mich schnell zurecht», erklärt der Aarauer, der immerhin zwei U23-Schweizer-­Meistertitel vorweisen kann. Rasch habe Luzerns Trainer Liam Sketcher bei ihm ­Schwächen im Abwehrverhalten festgestellt. «Ich hatte einige schlechte Angewohnheiten», erklärt der 1,85 Meter grosse Passeur und nennt zur Erläuterung ein Beispiel: «Ich bewegte mich vor dem gegnerischen Schlag, anstatt still zu stehen. Das verlängert die Reaktionszeit.» Auch am Service arbeitete er, Jucker entwickelte einen sogenannten Hybrid, der vom Gegner schwer einzuschätzen sei.

Sein Vorbild kommt aus Argentinien

Mittlerweile ist Jucker erstmals zum NLA-Stammspieler gereift, seine Kollegen setzt er am Netz immer wieder mit schönen Anspielen in Szene. Als Vorbild dient ihm der Argentinier Luciano de Cecco. «Er kann Dinge, die ich mir nicht einmal vorstellen kann.» Obwohl seine Arme gestreckt seien, könne er den Ball praktisch in jede Richtung spielen. «Cecco macht das mit Kraft aus den Handgelenken heraus. Von seinem Spielwitz kann ich mir viel abschauen, bei ihm weiss man nie, was kommt.»

Was in seiner Karriere noch kommen soll, davon hat Mathis Jucker ziemlich klare Vorstellungen. Nach dem Abschluss der Wirtschaftsmittelschule im letzten Herbst setzt der Aargauer voll auf den Sport. Auf den Beginn eines Studiums verzichtet er vorderhand, in der Freizeit schaut er viel Volleyball, um das Spiel noch besser zu verstehen. Viel auf die Seite legen könne er so zwar nicht, sagt Jucker, der mit Luzerns Libero Jörg Gautschi in einem der Allmend-Hochhäuser eine Wohngemeinschaft bildet. «Bis ins Alter von 25 Jahren möchte ich das aber so durchziehen. Habe ich bis dahin den Sprung ins Ausland nicht geschafft, dürfte es noch schwieriger werden.»

Volleyball, Männer

NLA, 15. Spieltag. Samstag: Lausanne – Volley Luzern (17.30). Näfels – Amriswil. Jona – Chênois. Lutry-Lavaux – Basel. – Rangliste: 1. Amriswil 14/37. 2. Schönenwerd 15/34. 3. Lausanne 14/26. 4. Luzern 14/25. 5. Chênois 14/24. 6. Näfels 14/20. 7. Jona 14/16. 8. Lutry-Lavaux 14/5. 9. Basel 15/5.

Cup, Viertelfinal. Sonntag: Luzern – Näfels (18 Uhr, Bahnhofhalle). Colombier (NLB) – Amriswil. Lutry-Lavaux – Schönenwerd. Jona – Lausanne.