Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

LUZERNER STADTLAUF: 39-mal teilgenommen und kein bisschen müde

Die beiden Stadtluzerner Werner Bucher (75) und Simon Hofstetter (48) haben eines gemeinsam: Sie haben seit 1978 an jedem Stadtlauf teilgenommen. Am kommenden Samstag sind beide zum 40. Mal mit dabei.
Das war 1991: Werner Bucher wie jedes Jahr am Stadtlauf.Bild WB

Das war 1991: Werner Bucher wie jedes Jahr am Stadtlauf.Bild WB

Turi Bucher

An eines mag sich Werner Bucher noch genau erinnern, als er vor 40 Jahren, damals als 35-Jähriger, am allerersten Luzerner Stadtlauf teilnahm. «Über das Treppenlaufen auf der Musegg, darüber haben nicht wenige gejammert.» Bucher hat «Glück»: Der Lauf seiner Alterskategorie führt dieses Jahr nicht über die Jubiläumsstrecke ins ­Mus­egg-Quartier, sondern wie üblich durch die Altstadt. Bucher sagt: «Ich war und ich bin ein Plauschläufer. Ich renne, was ich rennen mag, und das immer locker.»

Mit seinem Kollegen Toni Haas sei er damals jeweils um den Rotsee joggen gegangen, dann habe man gemeinsam beschlossen, an dieser neuen Sache, dem «Musegg­lauf» oder eben «Stadtlauf» teilzunehmen. Bucher hat bis heute durchgehalten, Kollege Toni spielt heute offenbar lieber Tennis. «Ich hatte immer Freude an der Ambiance in der Stadt, diese Freude ist bis heute geblieben», begründet Bucher seine Treue zum Luzerner Stadtlauf. Er sei zwar etwas langsamer geworden, Osteoporose mache sich durch Rückenschmerzen bemerkbar, «aber ich mache jede Woche noch zweimal meine 13 Kilometer zum Rotsee und über den Sedel in Richtung Rathausen». In seiner Freizeit kümmert sich der pensionierte, ehemalige Ersatzteillager-Leiter einer Autogarage unterdessen um seine Hauswartarbeit im Luzerner Wesemlinquartier und um den Schrebergarten auf der Allmend.

Als Werner Bucher der «Höögel» gestellt wurde

Werner Bucher ist übrigens auch die letzten zehn Luzerner Halbmarathons in Serie gelaufen. Für diesen Herbst steht allerdings ein Verzicht zur Debatte.

Ein Unterbruch bei den traditionellen Teilnahmen am Luzerner Stadtlauf war in den vergangenen 39 Jahren für Werner Bucher aber nie ein Thema. «Vor fünf oder sechs Jahren musste ich während des Laufs ein paar Meter gehen statt rennen», erzählt er. Und einmal, so erinnert sich Bucher, «überholte mich einer am Mühleplatz im Gedränge und stellte mir dabei den ‹Höögel›. Ich stürzte und schürfte mir dabei ziemlich die Knie auf». Werner Bucher stand wieder auf ... und weiter ging’s.

Immer weiter ging’s auch für Simon Hofstetter (48). Als Hof­stetter, Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Umwelt, das erste Mal am Luzerner Stadtlauf teilnahm, war er erst 8-jährig. Hofstetters Erinnerungen an damals: «Die Mutter meinte, dieser Anlass wäre doch eine feine Sache. Also entschieden meine beiden älteren Brüder und ich, das auszuprobieren.» Nicht viel hätte gefehlt, und Hofstetter hätte die Akte «Stadtlauf» schon nach dem ersten Lauf geschlossen: «Ich gehörte nicht zu den Sportlichsten», sagt Hofstetter, «und durch den Treppenlauf bin ich ziemlich an meine Grenzen gestossen. Ich erinnere mich, dass ich komplett ausser Atem war.»

Der Medaillensatz musste doch komplett sein

Dass Simon Hofstetter nicht aufgab und die nächsten 38-mal wieder am Start war, hatte folgenden Grund: «Nach dem ersten Lauf erhielt man eine Medaille, auf der ein Museggturm abgebildet war. Beim zweiten Lauf war der nächste Museggturm auf der Medaille und so weiter. Den Medaillensatz mit den Museggtürmen wollte ich doch komplett. Wenn ich aufgehört hätte, wäre die Serie nicht vollständig gewesen.» Die älteren Brüder Thomas (53) und Martin (51) nahmen einige weitere Male teil, der jüngere Bruder Peter (46) und die Schwester Ursula (54), wenn sich Simon Hofstetter richtig erinnert, liefen nie mit. Simon aber liess nicht locker, gehört nun zu den einzigen zwei Menschen, die von sich behaupten können, an jedem der bisherigen 39 Luzerner Stadtläufe teilgenommen zu haben. So selbstverständlich ist das gar nicht. Denn: «Einmal», erzählt Hofstetter, «geriet ich in einen extremen Konflikt. Am Tag des Stadtlaufs war nämlich der Hochzeitstermin meines Bruders Peter. Ich musste ihm klarmachen, dass eine Absage des Laufs nicht in Frage kommt und sagte ihm, das Datum des Stadtlaufs sei schliesslich schon länger terminiert als jenes seiner Heirat.» Hofstetter schmunzelnd: «Ich habe mich dann einen Tag später in die Hochzeitsfestivitäten eingeklinkt.»

Auch Hofstetter gehört zu jenen Läufern, die nicht wegen einer Topzeit laufen. «Ins Ziel kommen, das ist eine schöne Erfahrung. Am Strassenrand unverhofft von einem Bekannten unterstützende Zurufe zu bekommen, das sind die schönen Erlebnisse des Stadtlaufs.»

Der Luzerner Stadtlauf, das war Hofstetters «erste Liebe», es machte «Klick», und danach folgten beispielsweise Teilnahmen am Murtenlauf, am Halbmarathon von Lausanne und inzwischen auch schon fünf Mal am Halbmarathon von Luzern.

In einer Woche wird Simon Hof­stetter wie üblich sein Stadtlauf-Samstagsritual zelebrieren, bevor das Rennen seiner Alterskategorie gestartet wird. «Ich werde um die Mittagszeit in der Stadt ein bisschen schnuppern und in der Bahnhofstrasse die Stadtlauf-Stimmung einatmen. Danach fahre ich nochmals nach Hause, erledige etwas daheim oder arbeite im Garten.» Und am Abend geht’s dann zurück in die Stadt, Hofstetter ist parat für den 40. Startschuss am Luzerner Stadtlauf.

Nostalgisch: Werner Bucher (links) und Simon Hofstetter joggen gemeinsam beim Nölliturm. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. April 2017))

Nostalgisch: Werner Bucher (links) und Simon Hofstetter joggen gemeinsam beim Nölliturm. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 8. April 2017))

Simon Hofstetter (ganz rechts) 1982 vor dem Start zum Stadtlauf. (Bild: SH)

Simon Hofstetter (ganz rechts) 1982 vor dem Start zum Stadtlauf. (Bild: SH)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.