Wettkampf-Gefühle
Am Samstag ist Renntag: Das ist neu beim virtuellen Luzerner Stadtlauf

Auch in diesem Jahr findet am Samstag der Luzerner Stadtlauf virtuell statt. Er ist aber nicht wie im vergangenen Jahr ein Ersatz, sondern eine zusätzliche Option, um sich auf den im Herbst stattfindenden regulären Stadtlauf in der Altstadt zu freuen.

Jule Seifert
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Der Daumen von Geschäftsführer Andreas Grüter zeigt auch beim virtuellen Stadtlauf nach oben.

Der Daumen von Geschäftsführer Andreas Grüter zeigt auch beim virtuellen Stadtlauf nach oben.

Andy Mettler (Luzerner Stadtlauf 2018), Swiss Image

Wie kann man am virtuellen Stadtlauf teilnehmen?

Eine Ausrede zu finden, um nicht vom Sofa in die Laufschuhe schlüpfen zu müssen, wird schwierig werden. Selbst am Event-Tag am Samstag können sich die Läufer spontan anmelden. Um am virtuellen Stadtlauf teilnehmen zu können, muss man die App Virace auf das Smartphone herunterladen. Bei der Anmeldung kann man zwischen drei Kategorien wählen: Familienstrecke (1,5 km), Altstadt Classic (3,8 km) und Musegg Classic (7 km). Beim Rennen erfolgt die Messung der Distanz und die Zeitnahme ebenfalls über die App. Deshalb muss das Smartphone während des gesamten Rennens mit dabei sein. Da die finanziellen Kosten für die Organisatoren überschaubar sind und die Lizenzgebühren der App und die Preise für die Teilnehmer von den Sponsoren übernommen werden, sind die App und die Teilnahme am Stadtlauf kostenlos.

Wo findet der Stadtlauf statt?

Brandon Geissler mit seiner Tochter Isabelle (11) und Sohn Luca (7).

Brandon Geissler mit seiner Tochter Isabelle (11) und Sohn Luca (7).

Bild: PD

Ob in Luzern, New York oder Stans: Beim virtuellen Luzerner Stadtlauf kann man überall starten. Es gibt weder feste Startzeiten noch einen gemeinsamen Startpunkt oder vorgegebene Routen, dies kann alles individuell entschieden werden. Die Veranstalter weisen die Teilnehmer darauf hin, allein zu laufen und die Social-Distancing-Regeln einzuhalten. Selfies von spektakulären Zielsprints und persönlichen Streckenrekorden können über die sozialen Medien publik gemacht werden. Der Familienvater Brandon Geissler aus Hünenberg geht mit seinen Kindern den Start: «Wir haben hier tolle Möglichkeiten am Zugersee. Am Ufer entlang gibt es eine schöne Strecke, dort werden wir laufen.» Thomas Abry aus Stans startet direkt vor seiner Haustür: «Ich werde Richtung Flugplatz laufen und dann durch den Wald zurück.»

Was ist neu?

Nachdem im letzten Jahr die Absage des regulären Luzerner Stadtlaufs sehr kurzfristig erfolgt war und für die Organisation des virtuellen Events nur wenig Zeit blieb, konnte dieses Jahr das Angebot ausgebaut werden. Für die passende Wettkampf-Atmosphäre wird bei der Anmeldung eine persönliche Startnummer generiert und per E-Mail zugestellt. Im Audiokanal können sich die Läufer während des Rennens über ihre Zwischenzeiten und jene der Kollegen informieren. Zusätzlich gibt es spannende Infos rund um den Luzerner Stadtlauf. Nach der erfolgreichen Teilnahme gibt es ein Diplom mit der persönlichen Zeit. Auch bei den Preisen, die man gewinnen kann, wurde aufgestockt: Unter allen Teilnehmern werden zehn Goldvreneli verlost. Ob auch nach der Pandemie der virtuelle Anlass im Rennkalender bestehen bleibt, lässt Andreas Grüter, Geschäftsführer vom Luzerner Stadtlauf, vorderhand offen: «Das wird sich dieses Jahr zeigen, je nachdem wie hoch das Interesse und die Nachfrage sind. Der Fokus liegt aber ganz klar auf dem physischen Event in der Altstadt.».» So ist der virtuelle Lauf nicht wie im vergangenen Jahr ein Ersatz für den regulären Stadtlauf, sondern eine zusätzliche Option. Der 43. Luzerner Stadtlauf soll mit einem überarbeiteten Zeit- und Streckenplan und mit limitierter Teilnehmerzahl am Sonntag, 12. September stattfinden. Es lohnt sich also eine frühzeitige Anmeldung.

Wie steht es um die Motivation der Teilnehmer?

Für Brandon Geissler ist der virtuelle Stadtlauf eine wunderbare Gelegenheit, seine Lauffreude und Wettkampflust mit Familienzeit zu verbinden. «Ich habe eine besondere Beziehung zum Stadtlauf, denn meine Kinder und ich haben immer eine gute Zeit, wenn wir teilnehmen. Ich habe mir vorgenommen, das Rennen jedes Jahr zu absolvieren. Wenn die Umstände es nun mal nicht anders zulassen, dann eben virtuell.» Er sieht sogar einen Vorteil in den virtuellen Rennen: «Letzte Woche habe ich bei einem Lauf in Berlin mitgemacht. Und das ohne grosse Anreise, einfach super!»

Thomas Abry aus Stans.

Thomas Abry aus Stans.

Bild: PD

Der in Stans wohnende Thomas Abry macht beim virtuellen Lauf zum zweiten Mal mit. Für ihn war es im letzten Jahr besonders schön, dass trotz der Absage ein Rennen stattfinden konnte. «So war es möglich, das Stadtlauffeeling auch bei mir Zuhause zu erleben», sagt er. Im vergangenen Jahr hat er sich mit weiteren Angeboten der App fit gehalten. «Auch für den zweiten virtuellen Stadtlauf bin ich motiviert, denn durch den Luzerner Stadtlauf habe ich das Joggen für mich entdeckt.» Seine über 30 Teilnahmen am Luzerner Stadtlauf zeugen von seiner grossen Leidenschaft: «Angefangen habe ich zusammen mit der Familie, später habe ich die Plauschrennen bestritten, dieses Jahr laufe ich die 7,0 km Distanz.» Nur ein einziges Mal konnte Abry aufgrund einer Krankheit nicht teilnehmen.

SwissCity-Marathon Luzern

Wem der Stadtlauf noch nicht genügend Kilometer bietet, kann sich im Herbst auch wieder beim SwissCity-Marathon in Luzern messen. Am Sonntag, 31. Oktober, kann neben der klassischen Marathondistanz von 42,195 km, auch der Halbmarathon (21,0975 km) oder eine Strecke von zehn Kilometern bestritten werden. Wer sich bis Ende September registriert, profitiert von vergünstigten Startgebühren. Sollte der Marathon nicht wie geplant stattfinden, werden diese aufs Folgejahr übertragen oder, abzüglich einer Bearbeitungsgebühr, zurückerstattet. Die Anmeldung, weitere Informationen und Tipps fürs Training finden Sie auf swisscitymarathon.ch.

Weitere Informationen und Anmeldung: luzernerstadtlauf.ch