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Luzerner Vargas als Hoffnungsträger der U21: Steiler Aufstieg mit Zwischenhalt in Vaduz

Nach seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft trifft der Adligenswiler Ruben Vargas heute auf die U21 Liechtensteins.
Raphael Gutzwiller
Ruben Vargas ist seit Sonntag A-Nationalspieler. (Bild: Keystone)

Ruben Vargas ist seit Sonntag A-Nationalspieler. (Bild: Keystone)

Vieles hat sich geändert im Leben von Ruben Vargas. Vor weniger als einem Jahr war er noch ein grosses Talent beim FC Luzern. Eines aber, das in 29 Einsätzen bei den Profis nur ein einziges Törchen zu Stande gebracht hatte. Der damalige Luzern-Trainer René Weiler kritisierte Vargas, stellte den flinken Flügelspieler aber trotzdem weiterhin auf. Bis sich endlich der Knopf löste. Zunächst traf Vargas am 4. November 2018 gegen den FC Zürich bei einer 2:5-Niederlage, eine Woche später, bei einem verregneten Spiel in Lugano, folgte der erste Doppelpack zum 4:1-Sieg. Ab dann war er in Luzerns Offensive unverzichtbar. Bis zum Saisonende kamen zehn Tore und neun Assists zusammen. Daraufhin folgte der Transfer zum FC Augsburg in die Bundesliga, wo er so startete, wie ihm das wohl niemand zugetraut hätte. Nach drei Partien hat er drei von vier Toren seines Teams erzielt.

Die Nachnominierung ins Nationalteam war nach diesen Leistungen logisch. Vargas ist nach seinem 16-Minuten-Einsatz gegen Gibraltar Schweizer Nationalspieler. Auf dem rechten Flügel sorgte er für Schwung, kam auch zu einem schönen Volleyschuss. Damit ging für den 21-Jährigen ein Kindheitstraum in Erfüllung. Hätte ihm dies jemand vor der Saison gesagt, hätte er es nicht geglaubt.

«Dass alles so schnell ging, habe ich sicher nicht erwartet. Ich bin selber überrascht.»

Heute spielt Ruben Vargas schon wieder, diesmal fernab vom grossen Schaufenster. Er rückte gestern gemeinsam mit Innenverteidiger Eray Cömert ins U21-Nationalteam ein, spielt heute in Vaduz gegen Liechtenstein. Die Rückkehr trotz Einsatz gegen Gibraltar ist ein Zeichen der Wichtigkeit von Vargas für jenes Team. «Ruben ist unser wichtigster Spieler», sagt Trainer Mauro Lustrinelli unverblümt.

Neue Flügelzange mit Okafor

Das Länderspiel in Vaduz ist der Start einer Kampagne, bei der Ruben Vargas aller Voraussicht nach keine grössere Rolle bekleiden wird. Vielmehr wird erwartet, dass er bald zum festen Kader des A-Teams gehört. Dennoch spricht Vargas so, als sei das gar keine Option. «Wir haben grosse Ziele, wollen unbedingt an die EM», sagt er.

«In der U21 sollen die besten Spieler spielen, die noch spielen dürfen.»

Lustrinelli dürfte derweil wieder einmal seinen besten Spieler abgeben. Kein Problem für ihn: «Das ist das Los als U21-Trainer. Und mein Ziel ist es, dass die Spieler ins A-Team dürfen. Ich hoffe, dass möglichst viele Spieler rasch den Sprung schaffen.» Übrigens ist er sich mit Vladimir Petkovic darüber einig, welche Spieler nah dran sind. Er sieht jene Spieler in der Pole-Position, die schon im Kreis des A-Teams weilten: Vargas, Cömert und Noah Okafor.

Der Basler Okafor ist das andere grosse Flügeltalent der Schweiz. Gemeinsam bilden sie heute zum ersten Mal die Flügelzange. Okafor und Vargas gleichen sich nicht nur optisch, sondern vor allem spielerisch. Beide sind dribbelstark, haben Zug zum Tor. «Wir sind wirklich sehr ähnliche Spieler», sagt der um zwei Jahre ältere Vargas. Sie verstehen sich privat sehr gut, haben viel Kontakt miteinander. «Darum freue ich mich sehr darüber, erstmals mit Noah gemeinsam auf dem Platz zu stehen.»

Die andere Rolle von Vargas

Anders als beim FC Augsburg oder im Nationalteam nimmt Vargas in der U21 eine Leaderfunktion ein. «Meine Rolle hier ist anders», ist sich Vargas bewusst. Viele Mitspieler sind jünger als der 21-Jährige, daher wolle er Verantwortung übernehmen. Doch Ruben Vargas ist kein geborener Anführer wie etwa der Basler Eray Cömert, der U21-Captain, der auch beim Nationalteam weilte. Dennoch will Vargas Verantwortung übernehmen. «Ich kann meinen Mitspieler Tipps geben und sie motivieren», sagt er. Zudem will er mit Leistung vorangehen.

Eine gute Leistung ist heute in Liechtenstein auch gefragt vom U21-Nationalteam. Ein Sieg ist Pflicht. Danach spielt man in der Qualifikation auch noch gegen Frankreich, Georgien, Aserbaidschan und die Slowakei. «Es ist keine leichte Gruppe. Aber ich bin mir sicher, dass wir darin bestehen können», sagt Ruben Vargas. Er strotzt derzeit vor Selbstvertrauen.

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