Luzerns europäischer Tiefpunkt

Im Rückspiel zeigt der FC Luzern gegen Olympiakos Piräus nur eine leichte Steigerung: 1:3 verliert der FCL zu Hause – und scheidet sang- und klanglos in der Europa-League-Qualifikation aus.

Daniel Wyrsch
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Hat gegen den Griechen Daniel Castelo Podence (links) das Nachsehen: der Luzerner Simon Grether (rechts). (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 16. August 2018))

Hat gegen den Griechen Daniel Castelo Podence (links) das Nachsehen: der Luzerner Simon Grether (rechts). (Bild: Urs Flüeler/Keystone (Luzern, 16. August 2018))

Eine gute Note verdienten sich in diesem ungleichen Duell auf Luzerner Seite nur die Fans. Auch wenn die Pyros zu Beginn des Spiels dem sonst schon klammen FCL eine unnötige Busse der Uefa bescheren wird. Doch die Anhänger unterstützten die phasenweise in den Seilen hängende Mannschaft während der gesamten 90 Minuten. Und so konnten die Blauweissen in der 82. Minute wenigstens den einzigen Treffer in total 180 Minuten gegen Olympiakos Piräus bejubeln. Der Sekunden zuvor eingewechselte Stürmer Shkelqim Demhasaj traf im Nachschuss zum 1:3-Endstand, nachdem Olympiakos-Torhüter Andreas Gian­niotis einen Flachschuss von Pascal Schürpf via Knie hatte abprallen lassen.

Das Tor zum 1:3 gibt dem FCL etwas Aufschwung

Schürpf bestätigte nach dem Match, wie wichtig dieser Treffer für die klar unterlegenen Innerschweizer gewesen ist: «Das Tor zum 1:3 gibt uns Moral.» Sonst gab es für den FCL auch in der zweiten Begegnung mit dem griechischen Rekordmeister nicht viel zu holen. Die Mannschaft des portugiesischen Trainers Pedro Martins war den Luzernern wieder mindestens so überlegen wie im Hinspiel, das vor Wochenfrist in Piräus mit 0:4 ausgegangen war. Einzig zu Beginn der Partie und in der Schlussphase nach dem 1:3 machte das Team von René Weiler einen ansprechenden Eindruck. Dazwischen musste man um die Innerschweizer bangen. Gegen den Schweizer Meister Young Boys (2:3-Niederlage) hatte am letzten Sonntag noch der ramponierte Rasen der Swisspor-Arena den schlechtesten Eindruck gemacht, gestern wirkte die Hilflosigkeit der FCL-Spieler noch schlimmer. Dabei war es das Ziel gewesen, dass man aus dieser Partie vor dem heimischen Publikum besser rauskommt als in Piräus, wo der FCL von den Griechen praktisch an die Wand gespielt worden war. Gewiss, ein bisschen besser war die Vorstellung schon als in der Hafenstadt bei Athen, aber diese Einschätzung betrifft nur den Auftritt in der Offensive. Schürpf hatte gestern drei gute Gelegenheiten, in Pi­räus war sein Schuss aus 18 Metern die einzige Chance der Innerschweizer gewesen. Was den Verantwortlichen beim FCL zu denken geben muss, ist die ungenügende Defensivleistung. Von Kompaktheit in der Hintermannschaft keine Spur! So kam wie schon im ersten Aufeinandertreffen Lazaros Christodoulopoulos (23./59.) zu einem Doppelpack zum 1:0 und 2:0 – ohne dass sich der griechische Internationale speziell hatte anstrengen müssen. Einmal hielt er den Kopf hin, einmal staubte er einen Lattenschuss von Jagos Vukovic ab. Und auch Miguel Angel Guerrero erzielte mit dem 3:0 seinen dritten Treffer in zwei Vergleichen mit dem harmlosen FCL.

Luzern ist mit dem Gesamtskore von 1:7 gegen Olympiakos ausgeschieden. Es ist der Luzerner Tiefpunkt im Europacup in den letzten acht Jahren. Ein halbes Dutzend Mal ist der FCL nunmehr gegen den ersten Gegner in der Qualifikation zur Europa League seit 2010 ausgeschieden. Nie so klar wie gegen die Griechen.

Luzern – Olympiakos Piräus 1:3 (0:1)

6258 Zuschauer. – SR Lewnikow (RUS). – Tore: 23. Christodoulopoulos 0:1. 59. Christodoulopoulos 0:2. 68. Guerrero 0:3. 82. Demhasaj (Schürpf) 1:3.

Luzern: Salvi; Grether, Alves, Schulz, Sidler; Voca, Ugrinic (67. Wolf); Schneuwly (67. Vargas), Gvilia (81. Demhasaj), Schürpf; Eleke.

Olympiakos Piräus: Gianniotis; Elabdellaoui, Roderick Miranda, Vukovic, Tsimikas; Bouchalakis, Camara (72. Torosidis); Christodoulopoulos, Fortounis (63. Fetfatzidis), Podence; Guerrero (70. Ansarifard).

Bemerkungen: Luzern ohne Cirkovic, Knezevic, Lustenberger, Custodio und Juric (alle verletzt) sowie Schwegler (rekonvaleszent). – Verwarnungen: 32. Fortounis (Foul). 56. Alves (Foul).

Der FC Basel packt seine Chance

Der FC Basel erreicht dank des 1:0-Heimsieges gegen Vitesse Arnheim die Playoffs der Europa League. Die Basler bleiben damit auch im vierten Spiel unter dem neuen Trainer Marcel Koller makellos.

Die Fakten zum FCL-Heimspiel gegen Olympiakos Piräus

Der FC Luzern schafft das Wunder gegen Olympiakos Piräus nicht: Mit 1:3 verlieren die Innerschweizer diskussionslos gegen den haushoch überlegenen griechischen Rekordmeister. Luzern scheidet mit dem Gesamtskore von 1:7 in der 3. Quali-Runde zur Europa League aus.
Daniel Wyrsch