Machbar – sagen der Trainer und der Captain

Vladimir Petkovic ist zufrieden mit der Gruppenauslosung für die EM 2020 und freut sich auf Italien. Die Schweiz spielt in Baku und Rom.
Markus Brütsch

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Vladimir Petkovic (links) mit dem türkischen Trainer Senol Günes,dem italienischen Coach Roberto Mancini und Wales' Trainer Ryan Giggs (Bild: key).

Vladimir Petkovic (links) mit dem türkischen Trainer Senol Günes,dem italienischen Coach Roberto Mancini und Wales' Trainer Ryan Giggs (Bild: key).

Machbar! Wer immer sich aus Schweizer Sicht zur Auslosung der EM-Gruppen äussert, sieht gute Chancen, dass die Nati die Gruppenphase übersteht und die Achtelfinals erreicht. Wales, Italien und die Türkei sind der Reihe nach ihre Gegner. «Unsere Gruppe ist hart, aber machbar», sagte der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic am Samstagabend in Bukarest, wo die Gruppenzusammensetzung der in zwölf Ländern ausgetragenen Jubiläums-EM 2020 ermittelt wurde. Noch ist das 24er-Turnierfeld allerdings nicht komplett. Ende März können sich noch vier weitere Mannschaften in Playoff-Spielen qualifizieren. Hoffnungen darauf machen sich 16 Teams, darunter der Kosovo mit dem Schweizer Nationaltrainer Bernard Challandes.

Ungute Schweizer Erinnerungen an Baku

Während andere qualifizierte Teams wie Deutschland ihren dritten Gegner erst im Frühjahr kennen, können sich die Schweizer bereits jetzt mit dem beschäftigen, was ab dem 13. Juni auf sie zukommt. An jenem Samstag treten sie in Baku zu ihrem ersten Gruppenspiel an. An die Stadt am Kaspischen Meer hat die Schweiz allerdings schlechte Erinnerungen. Hier setzte es 1996 in der WM-Qualifikation unter Trainer Rolf Fringer eine blamable 0:1-Niederlage gegen Aserbaidschan ab. Gegner im Olympiastadion sind dieses Mal aber nicht die Aseris, sondern die Roten Drachen aus dem kleinen Wales. «Ein Schlüsselspiel. Fundamental», sagte Petkovic. «Die erste Partie eines Turniers ist für den Kopf enorm wichtig. Ein Sieg gibt Selbstvertrauen und macht Hoffnung auf mehr.» Wales-Trainer Ryan Giggs sagte: «Ich habe die Spiele der Schweizer gegen Dänemark und Irland gesehen. Sie sind vor allem im Kollektiv stark.»
Von Baku, wo die Schweiz wohl ihr Quartier aufschlägt, geht es nach Rom. Dort wartet am 17. Juni Italien. «Das ist der Gruppenfavorit, der den Vorteil hat, alle Spiele in Rom zu bestreiten», sagte Petkovic. «Aber sogar Italien ist für uns machbar Ich freue mich auf dieses Spiel.» Azzurri-Trainer Roberto Mancini sagte: «Wir sind nicht der Favorit. Die Schweiz ist stark. Petkovic kennt Italien sehr gut.»

Von der italienischen Hauptstadt führt die Reise über 3100 Kilometer zurück nach Baku. Am 21. Juni heisst dort der Gegner Türkei. «Das ist ein Team voller Charakter und Leidenschaft», sagte Petkovic. Und was denkt der Captain? «Italien ist ein Kracher. Die Türkei und Wales sind gut. Doch die Gruppe ist für uns machbar», sagte Stephan Lichtsteiner.
Ein Kracher ist vor allem aber die Gruppe mit Deutschland, Frankreich, Portugal und einem Playoff-Sieger. «Da geht es gleich zur Sache. Man darf sich nichts erlauben», sagte Deutschlands Trainer Jogi Löw. Allerdings: Auch die vier besten Dritten kommen weiter.


Die sechs Gruppen
Gruppe A (Rom/Baku): Italien, Schweiz, Türkei, Wales
Gruppe B (St. Petersburg/Kopenhagen): Belgien, Russland, Dänemark, Finnland
Gruppe C (Amsterdam/Bukarest): Ukraine, Niederlande, Österreich, Playoff-Sieger D oder A
Gruppe D (London/Glasgow): England, Kroatien, Tschechien, Playoff-Sieger C
Gruppe E (Bilbao/Dublin): Spanien, Polen, Schweden, Playoff-Sieger B
Gruppe F (München/Budapest): Deutschland, Frankreich, Portugal, Playoff-Sieger A oder D