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Machtdemonstration von Giger – Wicki auf Rang zwei

Samuel Giger gewinnt alle seine sechs Kranzfeste in dieser Saison. Auf der Schwägalp ist der Thurgauer mit Abstand der Beste – stark aber auch der Entlebucher Joel Wicki: Platz 2.
Zweiter Schwägalp-Triumph: Samuel Giger. (Bild: Melanie Duchene/Keystone (Schwägalp, 19. August 2018))

Zweiter Schwägalp-Triumph: Samuel Giger. (Bild: Melanie Duchene/Keystone (Schwägalp, 19. August 2018))

Das Duell im Schlussgang zwischen Thurgauer Samuel Giger (20) und dem St. Galler Daniel Bösch (30), dem Unspunnen-Gewinner von 2011, dauerte länger, als viele der 15 450 Zuschauer erwartet hatten. Bösch hielt lange stand, nachdem er am Anfang sogar erfolgversprechend angegriffen hatte. Aber in der neunten Minute des auf zwölf Minuten angesetzten Gangs brachte Giger den entscheidenden, unwiderstehlichen Kurzzug an.

Den Weg zum 13. Kranzfestsieg der Karriere und dem zweiten auf der Schwägalp nach 2016 ebnete sich Giger im 5. Gang. Er trat dort gegen den Seeländer Hünen und aktuellen Unspunnensieger Christian Stucki an. Das Duell wurde das Highlight des Festes und vielleicht der ganzen Saison. Giger geriet anfänglich dreimal in schwere Bedrängnis, ehe er mit seinem ersten wuchtigen Angriff erfolgreich war. Giger hat in dieser Saison Einmaliges zu Stande gebracht: Wegen Verletzungspausen konnte er nur an sechs Kranzfesten teilnehmen, aber er gewann sie alle. In der Jahreswertung ist er überlegen die Nummer 1.

«Dieser Sieg ist ganz speziell und besonders schön», sagte der 193 Zentimeter grosse Modellathlet nach dem Triumph. Ob es sein bislang schönster Sieg war, darauf legte er sich nicht fest. Dem Eidgenössischen Fest in Zug, das in einem Jahr und einer Woche stattfindet, widmet Rekrut Giger trotz seiner beneidenswerten Form in der zu Ende gehenden Saison nicht viele Gedanken. Er geht mit Bedacht vor: etwas entspannen, etwas ausruhen – und dann bald schon das Wintertraining für die nächste Saison aufnehmen.

Joel Wicki vom Schwingerkönig gebremst

Die weiteren Favoriten Joel Wicki und Schwingerkönig Kilian Wenger hielten sich bis zum 5. Gang im Rennen um den Festsieg. Sie wurden dann jedoch einander zugeteilt. Wicki (21) dominierte den Berner Oberländer wie schon am letztjährigen Unspunnenfest, zum gültigen Resultat reichte es dem Entlebucher jedoch nicht. Nach fünf Duellen unter den beiden führt Wenger mit zwei Siegen und drei Gestellten.

Für den Schlussgang gegen den nach fünf Gängen allein führenden Giger kam nebst Bösch auch der punktgleiche Emmentaler Nichteidgenosse Matthias Aeschbacher in Frage. Eines der wichtigsten Kriterien für die Einteilung in den Schlussgang besagt, dass nach Möglichkeit zwei Schwinger aus verschiedenen Verbänden berücksichtigt werden sollten. Das Einteilungskampfgericht auf der Schwägalp setzte sich darüber hinweg. Es gewichtete – was sein Recht ist – das etwas bessere Notenblatt Böschs höher als die Verbandszugehörigkeit. Die Gästedelegationen zu benachteiligen, ist im Schwingen an der Tagesordnung. Die Bezeichnung «Gast» ist, so gesehen, bisweilen zynisch. Aber sie gehört zur Tradition. Was sie sich am eigenen Fest leisten, werden die Nordostschweizer zurückbekommen, wenn sie selber die Gäste anderer Verbände sind. Die Geprellten sind in den meisten Fällen die Athleten.

sda

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