MÄNNER, 1. LIGA: Dagmersellen schaffts in extremis

Was für ein Showdown für die Dagmerseller: Dank einem 29:24-Heimsieg gegen Olten schaffen sie am letzten Spieltag den Sprung in die 1.-Liga-Finalrunde.

Stephan Santschi
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Mit Interimstrainer Fabian Ammann (Mitte), hier im Spiel gegen die SG Pilatus, kehrte beim TV Dagmersellen auch der Erfolg wieder zurück. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 3. Dezember 2016))

Mit Interimstrainer Fabian Ammann (Mitte), hier im Spiel gegen die SG Pilatus, kehrte beim TV Dagmersellen auch der Erfolg wieder zurück. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 3. Dezember 2016))

Stephan Santschi

stephan.santschi@regioanlspor.ch

Die Ausgangslage am Sonntagabend in der Dagmerseller Chrüzmatt-Halle war klar: Nur ein Sieg nützte den Einheimischen etwas, dann würden sie auf Kosten der Oltner den Sprung in die Finalrunde schaffen. Der letzte Spieltag der 1.-Liga-Qualifikation hatte also den Charakter einer Finalissima, 365 Zuschauer sorgten für eine angemessene Kulisse. Und als es losging, zeigte sich bald. Der TV Dagmersellen war für die ultimative Herausforderung bereit.

Die Solothurner, deren Formkurve in den letzten Wochen klar nach unten zeigte, waren auf verlorenem Posten. Nur einmal, in der 5. Minute, lagen sie mit 2:1 vorne, 6 Minuten später allerdings bereits mit 2:7 hinten. Dagmersellen hatte den besseren Goalie, es verteidigte im 5:1-System solidarisch, die Gegenstösse funktionierten reibungslos, und der Positionsangriff war gleichermassen geprägt von Dynamik und Sorgfalt. Kurz: Den Luzerner Hinterländern gelang eine klare, saubere Leistung, mit wenig Fehlern. Zwar schaffte Olten bis zur 19. Minute nochmals den Ausgleich (9:9), zur Pause war die Fünftoreführung (16:11) aber wieder hergestellt. Am Ende resultierte ein überzeugender 29:24-Erfolg. «Wir starteten gut und hatten keine Phase, in der wir den Faden verloren. Die Mannschaft hat das abgerufen, was sie kann», resümierte Interimstrainer Fabian Ammann.

Die SMS von Othmar Buholzer

Dass dies nicht immer so war, liest sich nur schon an der Funktionsbezeichnung von Ammann ab. Erst im Verlauf der Saison übernahm er das Amt an der Seitenlinie von Cheftrainer Othmar Buholzer, der sich Mitte Oktober nach der 19:34-Niederlage gegen die SG Pilatus entnervt zurückgezogen hatte. Seither lässt er medizinische Untersuchungen wegen eines Erschöpfungssyndroms durchführen. Ammann, ein Kollege und ehemaliger Assistent Buholzers in Dagmersellen, übernahm den Job mit dem ehemaligen Profispieler Robert Konecnik. Der Aufwärtstrend setzte bald ein, sechs der letzten sieben Spiele haben die Dagmerseller gewonnen und damit den nicht mehr für möglich gehaltenen Vorstoss auf Rang vier und die Qualifikation für die Finalrunde geschafft.

Was war ausschlaggebend für die frappante Steigerung? Spielmacher Urs Oggier denkt nach und sagt: «Schwierig zu erklären. Fabian hat sehr viel Ruhe reingebracht. Er ist zuständig für das Team, während Robert vor allem persönliche Tipps gibt. Das funktioniert.» Hat sich die Mannschaft Vorwürfe gemacht, dass ihr Trainer Buholzer auch wegen ihrer uninspirierten Auftritte diese Auszeit nehmen musste? «Einige von uns schon, bestimmt. Wir wissen, dass Othmar ein sehr emotionaler Trainer ist.» Mit dem Team sei er noch immer verbunden, nach jedem Sieg gratuliere er den Spielern per SMS, erzählt Oggier.

Auch Stans und SG Pilatus in der Finalrunde

Das dürfte er auch diesmal gemacht haben. Das primäre Saisonziel ist erreicht, die Abstiegssorgen sind bereits vor der Winterpause storniert. Ob Ammann das Team weiter betreut, ob Buholzer wieder übernimmt oder ob sie sogar als Duo weitermachen, ist noch offen, das entscheidet sich Anfang des nächsten Jahres.

Mit Dagmersellen in die Finalrunde kommen auch Gruppensieger Stans und die SG Pilatus (3.). Muotathal (5.) und Emmen (7.) müssen derweil in die Abstiegsrunde.

Der Modus sieht nun folgenden Verlauf vor: In der Finalrunde werden zwei Achtergruppen gebildet, die jeweils eine Doppelrunde mit 14 Spielen absolvieren. Die zwei Topteams beider Gruppen bestreiten anschliessend die Promotionsrunde und ermitteln die beiden NLB-Aufsteiger. Die Abstiegsrunde wird ebenfalls in zwei Achtergruppen und in einer Doppelrunde gespielt. Insgesamt steigen 6 der 16 Abstiegsrundenteilnehmer ab.

Männer, 1. Liga, Gruppe 3: Dagmersellen - Emmen 35:24. Stans - Pratteln 27:20. SG Wahlen Laufen - Muotathal 21:27. SG Pilatus - Olten 29:17. Emmen - Stans 19:30. Dagmersellen - Olten 29:24. Pratteln - SG Wahlen Laufen 33:23. Muotathal - SG Pilatus 34:31.

Rangliste (alle 14 Spiele): 1. Stans 22 Punkte. 2. Pratteln NS 18. 3. SG Pilatus 16. 4. Dagmersellen 16. 5. Muotathal 15. 6. SG Olten 15. 7. Emmen 6. 8. SG Wahlen Laufen 4.

Dagmersellen - Olten 29:24 (16:11)

Chrüzmatt. – 365 Zuschauer. – SR Baggen­stos/Lütolf. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Dagmersellen; 2-mal 2 Minuten gegen Olten. – Dagmersellen: Locatelli/Häller; Renggli (3), Konecnik (5), Oggier (3), Häfliger (4), Kilian Tschupp (6/3), Wyss (3), Sommer (1); Born (3), Peyer, Pascal Tschupp (1). – Bemerkungen: Locatelli pariert Penalty von Siegenthaler (6./2:2). Kilian Tschupp wirft Penalty über das Tor (51./25:20). Büttiker pariert Penalty von Wyss (59./29:24).