Maier und Tomba sorgen für die Superstar-Rotation

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Österreichischer Überflieger: Hermann Maier. (Bild: Stephan Jansen/Keystone (Bormio, 10. Februar 2005))

Österreichischer Überflieger: Hermann Maier. (Bild: Stephan Jansen/Keystone (Bormio, 10. Februar 2005))

1997–2006 Es ist eine der aussergewöhnlichsten Karrieren, die im Niemandsland beginnt und auf dem Olymp endet. Als unbekannter Vorfahrer, der in den österreichischen Kadern durch alle Raster fällt, ist Hermann Maier im Riesenslalom von Flachau fast gleich schnell wie der Schweizer Sieger Urs Kälin. Flugs erhält Maier ein Europacup-Aufgebot, startet wenig später im Weltcup – und gewinnt und gewinnt und gewinnt. Maier holte sich 54 Weltcup-Siege. Dreimal erhält er die grosse Kristallkugel.

Mit Hermann Maier und Stephan Eberharter (29 Weltcup-Siege) lösen zwei Spätzünder des österreichischen Skiverbandes den Paradiesvogel Alberto Tomba als Seriensieger ab. Tombas Trainer sagte einmal: «Es ist leichter, einen Sack Flöhe zu hüten als einen Alberto.» Beim Finale 1998 in Crans-Montana tritt der Italiener ab, standesgemäss mit einem Sieg, seinem 50. Erfolg. Dank Janica Kostelic rückt erstmals Kroatien in den Fokus. Im Slalom ist sie fast unschlagbar, dreimal gewinnt sie den Gesamtweltcup. Kometenhaft stösst auch ihr Bruder Ivica – nach vier Kreuzbandrissen – zur Spitze vor: Mit der Nr. 64 siegt er im Slalom von Aspen. Und gewinnt später ebenfalls den Gesamtweltcup. Tärnaby, das 1000-Seelen-Dörfchen am Polarkreis, feiert nach Ingemar Stenmark seinen zweiten Top-Star: Anja Pärson gewinnt 42 Rennen und zweimal den Gesamtweltcup.

1000 Tage ohne Schweizer Sieg

Der Schweizer Skisport erlebt in dieser Dekade neben einigen Highlights längere Durststrecken. Vor allem Mike von Grünigen (23 Siege, 3 «Riesen»-Weltcups) und Sonja Nef (15 Siege, 2 «Riesen»-Weltcups) halten die Fahne hoch. 2004/05 produziert Swiss-Ski eine Nullnummer, die Männer bleiben 1000 Tage ohne Sieg. (rhe)