Malus statt Bonus: HC Kriens-Luzern verliert gegen Kadetten Schaffhausen

Keine Chance in Schaffhausen für den HC Kriens-Luzern, sich ins Finalrunden-Geschäft zurückzuboxen: Die 24:35-Niederlage gegen die Kadetten widerspiegelt das Kräfteverhältnis zwischen Reich und Arm.

Roland Bucher
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NLA-Handballspiel zwischen dem HC Kriens-Luzern und Suhr Aarau. Im Bild ist HKC-Spieler Filip Gavranovic. (Bild: Luzerner Zeitung)

NLA-Handballspiel zwischen dem HC Kriens-Luzern und Suhr Aarau. Im Bild ist HKC-Spieler Filip Gavranovic. (Bild: Luzerner Zeitung)

Die Idee wäre gewesen, sich beim Leader und Titelfavoriten für den Flop gegen Suhr Aarau zu rehabilitieren. Es blieb bei der guten Absicht. Genau 26 Minuten lang spielte der HC Kriens-Luzern gut mit, ärgerte er Schaffhausen kräftig, hielt er sich mit dem 13:13-Zwischenstand viel Zuversicht und einige Optionen offen.

Doch dann ging’s plötzlich hurtig. 13:15 zur Pause – und spätestens beim 14:18 (35. Minute) waren sämtliche Hoffnungen geknickt. «Gegen einen Widersacher des Formats von Schaffhausen sind wir im Moment klar überfordert», sprach Goran Perkovac Klartext. Die ganz grosse Enttäuschung war bei seiner Kurzanalyse nicht herauszuhören: Der Trainer ist ja nicht realitätsfremd. Also, statt «Bonuspunkte» gegen einen höher dotierten Widersacher, die helfen sollten, doch noch einmal Rang 6 in Sichtweite zu bekommen, gab’s wieder eine Klatsche, eine Kanterniederlage mit 11 Toren Differenz.

Malus statt Bonus: Das Torverhältnis wird von Spiel zu Spiel ärger, jener Zahlenspiegel also, der im Kampf um Platz sechs durchaus eine Rolle spielen könnte. So wie Kriens bei Schaffhausen, in dieser Saison längst nicht die Übermacht vergangener Jahre, auftrat, ist indes die Finalrunde ohnehin in weite Ferne gerückt: Das Team hat viel Selbstvertrauen verloren, ist spielerisch und im Rückraumvolumen deutlich limitiert, stellt sich im Zweikampf ungeschickt an.

Perkovac: «In Ruhe weiter arbeiten»

Es gab zwar auch Lichtblicke, den Iraner Amin Yousefinezhad beispielsweise oder Kreisläufer-Nachwuchsmann Delchiappo, doch im Kollektiv war der Auftritt von oft unerträglicher Hilflosigkeit geprägt. «Die erste Halbzeit war gut, darauf können wir aufbauen», meinte Perkovac, «dann lief uns der Gegner um die Ohren.»

In Schaffhausen zu verlieren, betonte Perkovac, sei kein Drama, man werde in Ruhe weiter arbeiten, in zehn Tagen parat sein, wenn Kriens bei Gossau die vielleicht letzte Chance erhält, mit einem Sieg doch noch einmal Wind in die Segel zu bekommen. «Es wäre falsch, jetzt in Panik auszubrechen», fordert der Trainer Besinnung und Geduld, «auch wenn wir den Weg über die Abstiegsrunde gehen müssen. Ich bin überzeugt davon, dass wir über den Umweg die Playoffs schaffen und dann durchaus für Exploits bereit sind.»

Bleibt zu hoffen, dass der Geduldsfaden in den nächsten Qualifikationswochen nicht überspannt wird.

Kadetten – Kriens-Luzern 35:24 (15:13)
298 Zuschauer. – SR Castiñeiras/Zwahlen.

Kadetten Schaffhausen: Pilipovic (3 Paraden)/Stevanovic (7); Meister (1 Tor), Zehnder (2), Wanner (4), Csaszar (3), Schopper (2), Beljanski (2), Gerbl, Sesum (10/7), Maros (7), Frimmel (3), Herberger (1).

Kriens-Luzern: Kayoum (2)/Willimann (5); Lengacher (2/1), Gavranovic (3), Yousefinezhad (7), Oertli, Ramseier (3), Radovanovic (3), Delchiappo (3), Hofstetter (3).

Bemerkung: Verhältnis verschossener Penaltys 0:1.